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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 07.04.2006

Regina Nössler –Dienstagsgefühle
Tatjana Zilg

Ein lesbisches Melodram punktiert auf 24 Stunden. Eine Frau wacht auf und zweifelt plötzlich an der Liebe zu ihrer Freundin, die neben ihr schläft. Ein Dienstag voll ambivalenter Gedanken beginnt



Fünf Jahre sind sie zusammen.
Die Ich-Erzählerin glaubte schon längst nicht mehr daran, wieder eine Geliebte zu finden, mit der sie eine langfristige Beziehung eingehen will. Dann begegnete sie auf einer Party in Charlottenburg, zu deren Besuch sie sich aufgerafft hatte, der elegant wirkenden Friederike. Sofort entstand zwischen ihnen ein prickelnde Anziehungskraft, ebenso wie Unterschiede offensichtlich vorhanden waren: Friederike ist Immobilienmaklerin, ein Beruf, den die fünf Jahre jüngere Protagonistin bisher als zu konservativ für ihre Welt empfand. Aber die Frau, die sie in der Küche der Partywohnung zum ersten Mal sah, gefiel ihr sehr. Anders ist sie als alle vorherigen Geliebten und ein paar Tage später beim ersten Treffen spürten sie schnell, dass sie ein Paar werden möchten. Nach zwei Jahren zogen sie sogar zusammen, auch etwas, was die sich rückerinnernde Frau zuvor nicht für möglich gehalten hätte.

Aber jetzt wacht sie an diesem tristen Dienstag auf und spürt - ihr Blick auf die schlafende Geliebte ist ohne jede Liebe. Alle kleinen Facetten, die sie immer so anzogen, erscheinen ihr plötzlich nichtig. Erschrocken schleicht sie sich leise aus der Wohnung und streift durch das frühmorgendliche Berlin. In gekonnter Weise lässt die Autorin die Leserinnen an der Gedankenwelt ihrer etwas verloren wirkenden Heldin teilhaben. Sie erinnert sich an ihre vorangegangenen Lieben, an all die schönen und an all die anstrengenden, nervenden Momente, an Verlassen-Werden und daran, wie es ist, diejenige zu sein, die zuerst geht.
Etwas später in ihrem Büro, wo sie als freie Journalistin arbeitet, kann sie von ihren negativen Gefühlen nicht loslassen. Hin und Her wendet sie die fünf Jahre ihrer Liebe und sieht es doch als notwendig an, sich zu trennen. Zwar ist ihr bewusst, dass ihre Stimmung an Dienstagen regelmäßig das absolute Wochentief erreicht. Trotzdem möchte sie am liebsten schnell eine Entscheidung treffen.

AVIVA-Tipp: Die verworrenen Gefühle, wie sie in einer langfristigen Beziehung öfter auftauchen können, werden sensibel reflektiert und laden dazu ein, selbst einen Blick zurück in die eigene Liebesvergangenheit zu unternehmen. Der Handlungsort Berlin ist geschickt eingearbeitet durch die Darstellung kleiner Detailansichten, die vor allem HauptstädterInnen, insbesondere KreuzbergerInnen, gefallen werden. Das Ende ist etwas sehr überraschend, aber doch stimmig, wobei der Wunsch besteht, das Paar über längere Zeit zu begleiten. Gerne würde die Leserin erfahren, was aus diesen beiden Frauen wird, die durch sehr gelungene Charakterskizzen doch so vertraut wurden.

Zur Autorin:
Regina Nössler
wurde 1964 im Ruhrgebiet geboren und studierte Film- und Fernsehwissenschaften in Bochum, heute lebt sie in Berlin. Sie schrieb bereits zahlreiche Romane wie "Wahrheit oder Pflicht" (1998) und ist Mitherausgeberin des "Jahrbuch der Erotik: Mein lesbisches Auge", welches im März 2006 in der fünften Ausgabe erscheint.


Regina Nössler
Dienstagsgefühle

Konkursbuch Verlag, erschienen Oktober 2005
ISBN: 3887697146
Kartoniert, 208 Seiten
10,00 Euro90008115&artiId=3900726"


Literatur Beitrag vom 07.04.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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