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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 21.06.2006

Einmal Buddha und zurück
Christiane Müller

Anne Donovans Roman über einen einfachen Handwerker, der unbedingt Buddhist werden will, ist witzig und ernsthaft zugleich. Ein kultverdächtiges Buch über einen außergewöhnlichen Familienkonflikt.



"Mein Dad ist ein Spinner. Total panne. Für einen Lacher würde der wirklich alles tun, er ist schon mit einer Unterhose auf dem Kopf durch die Läden spaziert und hat der Alten von nebenan erzählt, wir hätten im Lotto gewonnen und würden nach Barbados abhauen, aber das war harmloses Zeug im Vergleich zu dem, was er jetzt gemacht hat. Jetzt ist er Buddhist geworden."

So fängt es an, das hinreißende Erstlingswerk der schottischen Autorin Anne Donovan "Einmal Buddha und zurück". Sie lässt zuerst die 12jährige Anne Marie erzählen, wie diese die merkwürdige Verwandlung ihres Vaters erlebt. Der heißt Jimmy, ist Ende 30 und ein kerniger Glasgower Maler und Anstreicher.
Er ist für jeden Spaß zu haben, guckt gerne `mal zu tief ins Bierglas und schläft noch gerne mit seiner Frau Liz. Doch eines Tages begegnet der sympathische Arbeiter in der Stadt tibetischen Lama, die ihm das buddhistische Zentrum zeigen. Aus Neugier und in Erwartung, etwas Lustiges zu erleben, geht er mit und ist fasziniert von der ruhigen Atmosphäre und der inneren Ruhe der Mönche. Es dauert nicht lange und Jimmy geht statt in den Pub ins Meditationszentrum und verbringt seine Freizeit lieber im Buddhisten-Workshop als bei den Lieben zu Hause.

Frau Liz und Tochter Anne Marie erkennen ihn nicht wieder und werden zunehmend frustrierter. Liz muss sogar mit sexueller Ablehnung fertig werden, weil Jimmy "sein Verlangen kontrollieren" lernen will. Da sie ihr Verlangen jedoch nicht kontrollieren mag, hat die attraktive Frau recht schnell einen neuen Verehrer... Die pubertierende Tochter fühlt sich vom geliebten Vater ignoriert, sein Verhalten ist ihr peinlich, und sie beginnt sich zurückzuziehen.
Was alle drei zunächst nicht begreifen - nicht einmal er selbst - ist die Tatsache, dass Jimmy sich in einer Lebenskrise befindet. Er ist gar nicht mehr so glücklich mit seinem oft ausschweifenden und oberflächlichen Leben, wie es oft schien.
Er sucht Antworten, Ruhe und inneren Frieden. Leider kann er dies den wichtigsten Menschen in seinem Leben nicht so vermitteln, dass sie es verstehen und das Familienglück gerät in Gefahr...

Anne Donovan gelingt es durch sehr lebensnahe Schilderungen aus der Ich-Perspektive aller drei ProtagonistInnen, dass diese den LeserInnen sehr schnell wie alte Bekannte vorkommen. Schon nach wenigen Seiten "leben" Jimmy, Liz und Anne Marie und man lacht und leidet mit ihnen. Die Dialoge sind so ausgezeichnet, dass künftige DrehbuchautorInnen (sollte es einen Film zum Buch geben) wenig Arbeit haben werden. Durch den Wechsel der Perspektiven wird klar, wie wenig sich die Familienmitglieder doch kennen, wie wenig sie von den Gefühlen der anderen wissen.
Die Übersetzung von Eva Bonné ins Deutsche wirkt sehr authentisch, sie musste ein Äquivalent für den Glasgower Dialekt finden, was ihr mit einer dialektfreien Umgangssprache gut gelang.
Besonders bemerkenswert an diesem Roman über einen außergewöhnlichen Familienkonflikt ist der trockene Humor von Anne Donovan. Er bewahrt die Story vor zuviel Ernst und lässt sie nie kitschig wirken.

AVIVA-Tipp: Ein liebenswertes Buch, in dem die schönen und die traurigen Aspekte des Lebens gleichermaßen zum Tragen kommen. Es ist komisch und nachdenklich, einfühlsam und klug. Bis jetzt mein Lieblingsbuch 2006!

Zur Autorin: Anne Donovan lebt in Glasgow. "Einmal Buddha und zurück" ist ihr erster Roman, mit dem sie sofort großes Aufsehen erregte. Sie erhielt 2004 einen Preis für das beste Debüt, wurde für den Orange Prize und den Whitbread Award nominiert. Anne Donovans Kurzgeschichten wurden ebenfalls mit literarischen Preisen ausgezeichnet und sind in mehreren Anthologien vertreten.


Einmal Buddha und zurück
Anne Donovan

Aus dem Englischen von Eva Bonné
Luchterhand Verlag, erschienen April 2006
9,50 Euro
ISBN: 3-630-62088-4
352 Seiten90008115&artiId=5206723"


Literatur Beitrag vom 21.06.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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