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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 29.06.2006

Das neue Schwarzbuch Markenfirmen - Klaus Werner und Hans Weiss
Agnes Winklarz

Auch in der überarbeiteten 4. Auflage des Bestsellers mangelt es nicht an belastendem Material gegen die 52 größten Weltkonzerne. Von Ausbeutung über Krieg und Kinderarbeit ist alles vertreten.



Bereits 2001, als die erste Auflage des "Schwarzbuch Markenfirmen - die Machenschaften der Weltkonzerne" erschien, löste die Veröffentlichung eine Welle der Empörung und Entrüstung aus.

"Tausende protestierten gegen die Machenschaften der Großkonzerne (www.markenfirmen.com) und erhielten doch immer nur ähnlich lautende Antworten: die Vorwürfe träfen längst nicht mehr zu und an Verbesserungen werde längst gearbeitet."

Doch die "Verbesserungen" waren oft nur oberflächlicher Natur und konnten nur schwer kontrolliert werden.
Globale Ausbeutung ist nach wie vor die Geschäftsgrundlage vieler Großunternehmen, die von den Missständen in ärmeren- und Entwicklungsländern profitieren.

Doch der Wert einer Marke - und damit der Einfluss der Konzerne auf dem globalen Markt - misst sich nicht nur am vertriebenen Produkt, sondern zugleich an dessen Image.
Und damit treffen die Autoren Klaus Werner und Hans Weiss, Großkonzerne wie zum Beispiel Adidas, Daimler Chrysler, Mc Donald’s, Nike und viele mehr in ihrem empfindlichsten Punkt.

Sie beleuchten nicht nur die Machenschaften der Elektro-, Lebensmittel-, Sport-, Bekleidungs-, und Pharmaindustrie, sondern veröffentlichen in deren Firmenporträts auch die Vorwürfe, die gegenüber den einzelnen Unternehmen bestehen und fordern aktiv zum Handeln auf.

Ausbeutung, Zwangs- und Kinderarbeit sind an der Tagesordnung. Menschen und Lebensräume werden vergiftet, Regierungen erpresst, Krisen und bewaffnete Konflikte ungeniert ausgenutzt oder sogar finanziert.
Bekannte und beliebte Weltmarken tolerieren Folter, Sklaverei, unerlaubte Medikamentenversuche, Tierversuche, Umweltzerstörung.

So lockten etablierte Unternehmen wie Tommy Hilfiger, Ralph Lauren und Donna Karan mindestens 25.000 Näherinnen aus Thailand, China und den Philippinen unter falschen Versprechungen nach Saipan, um sie dort unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen Kleidungsstücke nähen zu lassen.

Die Insel im Pazifik wurde für diese Zwecke gezielt ausgewählt: als Protektorat der USA bietet sie den Vorteil, dass alles was dort hergestellt wird den Aufdruck "Made in USA" tragen darf, was verkaufsfördernd ist und den Firmen Einfuhrzölle in die USA erspart.

Die Frauen, die dort arbeiteten, mussten sich Hormontests zum Ausschluss einer Schwangerschaft unterziehen, notfalls eine Abtreibung über sich ergehen lassen.

Aber nicht nur die Textilindustrie macht negativ von sich Reden. Auch die Pharmaindustrie, wie im Fall der deutschen Firmen Schaper & Brümmer oder Madaus, scheuen sich nicht davor, Ergebnisse zu verfälschen, Nebenwirkungen zu verschweigen.
Erprobt werden diese, wie im Fall des weltgrößten Pharmakonzerns Pfizer auch an Kindern. So zum Beispiel in Nigeria, wo 1996 an Meningitis erkrankte Kinder einer Studie mit Antibiotika zum Opfer fielen, bei der auch einige starben.

Vor allem Kinder sind es, die am meisten unter dem Globalisierungsstreben skrupelloser UnternehmerInnen leiden, so auch Abou und Adama, die mit Altersgenossen zwischen acht und vierzehn Jahren, sieben Tage in der Woche, von sechs Uhr morgens bis neun Uhr abends, ohne Pause schuften.
Eine Kakaoplantage, im Süden von Mali ist ihr Arbeitsplatz, wo sie von Hunden bewacht und gehetzt, mit Peitsche und Machete bedroht, barfuß in der glühenden Hitze rackern müssen.
Da die Weltmarktpreise für Kakaobohnen in den letzten Jahren stark schwanken, die Tendenz jedoch nach unten weist, sind die Bauern gezwungen, so billig wie möglich zu produzieren.
Kindersklaven, die nichts kosten außer einer Schale Maisbrei am Tag, kommen da höchst gelegen.

Doch mittlerweile haben die Konzerne auch die Vorteile der Imagepflege und sozialen Engagements für sich entdeckt und investieren immense Geldsummen, um den Ruf ihrer Marken zu pflegen. "Wir sind davon überzeugt, dass nur diejenigen Unternehmen erfolgreich sein können, die drei Ziele verfolgen: Wettbewerbsfähigkeit, soziale Verantwortung und ökologische Orientierung", heißt es in einer Werbebroschüre von Shell - einer Erdölfirma, die durch das beabsichtigte Versenken von Ölplattformen in der Nordsee und durch die Kooperation mit dem nigerianischen Militärregime von sich Reden machte.

AVIVA-Tipp: Ein Buch, das die Sicht auf tägliche Konsumgüter und bekannte Großkonzerne komplett verändert. Aldi, Hilfiger, Ikea und Konsorten erscheinen plötzlich in einem anderen Licht, ebenso wie das zuletzt gekaufte Kleidungsstück oder der Schokoriegel aus dem Supermarkt. Trotzdem wirkt das Buch nicht belehrend - nüchtern und informativ präsentiert es Fakten, wirkt aufgrund seines Krimi-Charakters dennoch nicht trocken, sondern packt die Leserin bis zur letzten Seite.

Weiterführende Links:
www.amnesty.org - Internationale Menschenrechtsorganisation
www.forum-kinderarbeit.de - Einsatz für die Rechte arbeitender Kinder
www.oekotest.de - Konsumentenmagazin mit Tests nach ökologischen Kriterien

Die Autoren:
Klaus Werner
, geboren 1967 in Salzburg, lebt als freier Journalist und darstellender Künstler in Rio de Janeiro. Studium der Germanistik, Romanistik und Ökologie in Wien. Mitautor der Bücher Prost Mahlzeit - Essen und Trinken mit gutem Gewissen und Schwarzbuch Öl - Eine Geschichte von Gier, Krieg, Macht und Geld. Veröffentlichungen in Welt am Sonntag, die tageszeitung, profil, Der Standart, Falter u.a.
Hans Weiss, Dr.phil, Studium von Medizinsoziologie und Psychologie. Freier Journalist und Buchautor. Zahlreiche Buchveröffentlichungen mit einer Gesamtauflage von mehr als vier Millionen. Zum Beispiel "Bittere Pillen", "Asoziale Marktwirtschaft", "Mein Vater, der Krieg u8nd ich". 1982 Fernsehpreis der Österreichischen Volksbildung für die Dokumentation "Irre Welt - Psychiatrie 1981".


Klaus Werner / Hans Weiss
Das neue Schwarzbuch Markenfirmen - Die Machenschaften der Weltkonzerne
Aktualisierte Ausgabe im Ullstein Taschenbuch
Deuticke Verlag, Wien 2001, 2003, 2006
ISBN 3-216-30715-8
EAN: 9783216307156
Libri: 8719284
19,90 Euro
Dieses Buch können Sie online


Literatur Beitrag vom 29.06.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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