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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 09.07.2006

Zoya Pirzad - Die Lichter lösche ich
Tatjana Zilg

Eine Mutter von drei Kindern lebt im Iran der 60er Jahre. Mit ihrem Mann, einem Erdölingenieur, verbindet sie nur noch wenig. Neue Nachbarn verändern ihren eintönigen Alltag. Gesellschaftskomödie



Seit 17 Jahren wohnt Clarisse mit ihrer Familie in einem großen Haus am Stadtrand von Abadan in der Nähe des Persischen Golfs. Stickig und schwül ist es dort, ein Umzug in eine von der Firma subventionierte Wohngegend könnte Erleichterung bringen, doch Artosch, ihr Ehemann, lehnt dies ab. Er steht politisch sehr links und will seine Privilegien nicht ausnutzen.

Im Alltag ist er kaum ein aufmerksamer Gesprächspartner für Clarisse.
Auch bei der Erziehung der drei lebhaften Kinder, ein Junge im Teenageralter und zwei Zwillingsmädchen, unterstützt er sie wenig.

Oft zu Gast im Haus sind Clarisses ältliche Mutter und ihre übergewichtige Schwester Alice, die als Krankenschwester arbeitet, ledig ist und diesen Zustand schnell abändern will. Sie hat begonnen, mit Joop auszugehen. Dem steht Clarisse sehr skeptisch gegenüber. Sie ist sich sicher, dass der Mann Alice nur ausnutzen will. Es ist wenig Nähe zwischen den beiden Schwestern. Obwohl sie sich oft sehen, auch auf Drängen der Mutter, sind sie sehr voneinander genervt und ihre Gespräche schlagen oft in Streit um.

Mehr Freude hat Clarisse an ihren Zwillingsmädchen. Sie sind sehr verspielt und sehr witzig in ihrer Wortwahl. Mit ihrem Bruder zanken sie sich zwar des Öfteren, halten dann aber wieder schnell zusammen. Sie sind es auch, die zuerst eine Verbindung zu der neuen Nachbarschaft herstellen, als sie Emily, ein adrettes Mädchen in ihrem Alter, ihrer Mutter vorstellen.

Wenig später steht Emily`s Großmutter vor der Tür: Eine harsche, kleinwüchsige Frau, die in allen eine Bedrohung für ihre Enkelin sieht und gegen deren Verbote sich das Mädchen ständig durchsetzen muss.
Anders der Vater von Emily: Zu dem verwitweten Emil Simonian fühlt sich Clarisse innerlich sofort hingezogen. Eigentlich sind es nur kleine, zarte Begegnungen, die in ihr intensive Tagträume auslösen. Sie erlebt ihn sehr gegensätzlich zu ihrem spröden Ehemann: Emil liebt Poesie, sagt ihr, wie sehr er sie als Gesprächspartnerin schätzt und kocht gemeinsam mit ihr. Aber bevor sie sich irgendwelche Hoffnungen machen kann, hat Emil sich in eine Jüngere verliebt und Clarisse zur "guten Kameradin" erklärt. Nicht zum ersten Mal zieht Emils Mutter die Notbremse.

AVIVA-Tipp: Ein Roman, der einen farbigen Einblick in die alltägliche Kultur aus dem Iran der 60er Jahre gibt. Etwas mehr Konzentration auf die Beziehung zwischen Emil und Clarisse hätte der Storyline jedoch höhere Spannung verliehen. Die vielen kleinen Geschichten über die Kinder lassen den Fokus auf den Grundkonflikt verlieren, ohne genug eigene Besonderheiten zu bieten, um die Aufmerksamkeit der LeserInnen dauerhaft zu fesseln.

Zur Autorin:
Zoya Pirzad
, geboren 1952, hat einen iranischen Vater und eine armenische Mutter. Sie lebt in Teheran als Autorin und Übersetzerin. Seit 1991 hat sie mehrere Bände mit Erzählungen sowie Romane veröffentlicht.


Zoya Pirzad
Die Lichter lösche ich

Originaltitel: Tchera`gh - a`h rà man cha`musch mikonam.
Aus dem Persischen von Susanne Baghestani
302 Seiten, Gebunden
Verlag: Insel Verlag, erschienen: 20.02.2006
ISBN: 3458172939
EAN: 9783458172932
Libri: 8595534
22,90 Euro90008115&artiId=5195701"


Literatur Beitrag vom 09.07.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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