Der Mächtige und der Allmächtige - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD Happy End
Aviva-Berlin > Literatur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 19.07.2006

Der Mächtige und der Allmächtige
Sarah Ross

Die ehemalige US-Außenministerin Madeleine K. Albright setzt sich in ihrem neuen Buch mit dem Einfluss der christlichen Rechten auf die Außenpolitik der USA auseinander.



"Amerika mag außergewöhnlich sein, aber das ist noch kein Grund, für uns Ausnahmen zu fordern. Wir stehen nicht außerhalb der Gesetze, noch haben wir den göttlichen Auftrag, die Demokratie zu verbreiten - genauso wenig wie wir die Mission zur Verbreitung des Christentums haben. Kurz gesagt haben wir das Recht, darum zu bitten, dass Gott Amerika segnen möge - aber wir können nicht darauf bestehen oder uns schlichtweg darauf verlassen." (M. Albright)

Nach ihrem Bestseller "Madam Secretary" veröffentlicht die ehemalige Außenministerin der Vereinigten Staaten von Amerika, Madeleine K. Albright, nun ihre Beobachtungen zur amerikanischen Außenpolitik seit dem 11. September 2001. Lange glaubte sie, dass Religionskriege Relikte aus längst vergangenen Zeiten seien und bei weitem keine Vorboten zukünftiger Auseinandersetzungen. Doch seit jenem Septembertag ist klar, dass neue Kräfte - neue religiöse Bewegungen - wieder verstärkt an Macht gewinnen. Neben dem aufkeimenden Islamismus in vielen Teilen der Welt werden auch in den USA seither die Bedeutung der Globalisierung und der Revolution der Informationstechnologie in mancher Hinsicht durch einen wieder erwachenden christlichen Aktivismus abgelöst, der das Land, seine Menschen und vor allem seine Politik verändert.
Während Albright vor wenigen Jahren noch gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Clinton versuchte, beispielsweise eine "kluge politische Formel" zur Lösung des Nahost-Konflikts zu finden, so stellt die Autorin heute die berechtigten Fragen: "Wie lassen sich Probleme in einer Welt unterschiedlicher Religionen mit fundamental widersprüchlichen Ansprüchen regeln? Wie reagieren wir auf Extremisten, die im Namen Gottes handeln...?" Und schließlich: "Was bedeutet es für jene, die in den Vereinigten Staaten für die Gestaltung der Außenpolitik verantwortlich sind?"

In ihrem neuen Buch, mit dem provokanten Titel "Der Mächtige und der Allmächtige. Gott, Amerika und die Weltpolitik", betrachtet die Bestsellerautorin mit kritischen Augen den Einfluss der Religion auf die amerikanische Politik.
Obwohl Madeleine Albright dieses Buch "gegen den wohlmeinenden Ratschlag ihrer Freunde geschrieben" hat, so William J. Clinton im Vorwort, scheut sich die Autorin nicht, mit aller Offenheit ihre Beobachtungen zur internationalen Rolle der USA seit dem 11. September, deren Haltung gegenüber Fragen von Ethik und Religion sowie zu der sich spaltenden amerikanischen Gesellschaft darzulegen.

Auch wenn Albright die Frage, ob PolitikerInnen die Religion aus dem öffentlichen Leben heraushalten sollten, für sich eindeutig mit einem klaren Nein beantwortet, weil dies den Menschen erst gar nicht gelingen würde, so sieht sie den derzeitigen Entwicklungen in ihrem Land mit Skepsis entgegen. Vor allem der derzeitige Präsident der Vereinigten Staaten, Georg W. Bush, gerät dabei ins Visier ihrer Kritik. Denn er ist es, dem die liberale Linke in den USA eine gefährliche messianische Politik zur Last legt, die zudem von dem konservativen Lager der christlichen Rechten unterstützt wird. Letztere halten den Kurs des Präsidenten für eine angemessene Antwort auf die gegenwärtigen Gefahren.
Für die Autorin ziehen Bushs einstige Worte "Freiheit ist ein Geschenk Gottes für alle Menschen dieser Welt" in diesem Zusammenhang eine endlose Kette an Fragen nach sich, die im Mittelpunkt dieses Buches stehen:

Meint George W. Bush wirklich, dass Gott Amerika dazu bestimmt hat, dieses Geschenk zu überreichen? Glaubt die USA - der Mächtige - weiterhin, dass sie eine privilegierte Beziehung zu Gott - dem Allmächtigen - hat?
Und obwohl die Verfassung Amerika eine strikte Trennung von Staat und Religion vorsieht: Hat das Land eine von Gott inspirierte Mission zur Verbreitung von Freiheit und Demokratie? Und schließlich: Welchen Einfluss hat die christliche Rechte heute auf die Außenpolitik der USA? Und wie sollte das Verhältnis zur muslimischen Welt gestaltet werden?

Auf diese Fragen liefert die Autorin kluge Antworten in Form einer fairen und konstruktiven Kritik. So befasst sie sich im ersten Teil ihres Buches mit der Stellung Amerikas in der Welt und der Rolle von Religion und Moral bei der Gestaltung der US-amerikanischen Außenpolitik - in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Im zweiten Teil behandelt sie das Verhältnis zwischen dem Islam und dem Westen. Besonders hinsichtlich Bushs Regierung im Kampf gegen den Terrorismus bezieht sie eindeutig Stellung: "Ich glaube, dass die amerikanische Regierung völlig falsch auf den Terrorismus reagiert, das Ansehen des Landes zerstört und Slogans an die Stelle von freiheitssichernden Strategien gesetzt hat."
Abschließend legt sie im letzten Teil ihres Buches ihre Vorschläge über die mögliche Verbindung von Religion und amerikanischer Außenpolitik dar.

AVIVA-Tipp:
Mit einer bisher kaum bekannten Offenheit setzt sich die ehemalige Außenministerin der USA, Madeleine Albright, mit der Rolle der amerikanischen Außenpolitik seit dem 11. September auseinander, und nimmt dabei besonders den Einfluss der christlichen Rechten auf die amerikanische Politik, sowie Amerikas Kampf gegen den Terrorismus, ins Visier ihrer Kritik. Sie verurteilt "aufs Schärfste alle Bestrebungen, die im Namen der Religion gegenüber anderen Kulturen ein Tugendmonopol und einen Herrschaftsanspruch zu erheben und so den Nährboden für einen Glaubenskrieg zu bereiten." Die Autorin legt ein großartiges und überzeugendes Buch vor, mit dem sie den Nerv der Zeit getroffen hat. Es ist direkt, spannend, zuweilen kompromisslos, aber immer fair!

Zur Autorin:
Madeleine K. Albright wurde 1937 als Marie Jana Korbelova in Prag geboren. Ihre Familie emigrierte 1948 in die USA. Seit den 1970er Jahren ist sie in der Politik der Demokratischen Partei engagiert, 1978-1981 war sie Mitglied des US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsrats und ab 1993 US-Botschafterin bei der UNO. 1997-2001 war sie unter Präsident Bill Clinton Außenministerin. Seitdem ist sie als Universitätsdozentin tätig und leitet eine Consulting-Firma in Washington. Frühere Bücher der Autorin: Madam Secretary, C. Bertelsmann 2003.


Madeleine K. Albright
Der Mächtige und der Allmächtige

Gott, Amerika und die Weltpolitik.
Übersetzt von Reinhard Kreissl und Maria Zybak.
Droemer Knaur, Mai 2006
ISBN: 3426273993
361 Seiten, gebunden
19,90 Euro90008115&artiId=5228883"


Literatur Beitrag vom 19.07.2006 Sarah Ross 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken