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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 08.09.2006

Imre Kertèsz Detektivgeschichte
Sabine Grunwald

In einem imaginären südamerikanischen Land geraten Vater und Sohn in die Mühlen der diktatorischen Justiz und bezahlen mit ihrem Leben



Antonion Martens, ein eher unwichtiges Rädchen in der Maschinerie einer unbarmherzigen Logik, der Logik einer Diktatur, muss sich vor Gericht verantworten, während sich die Hauptverantwortlichen nach dem Sturz bereits in Sicherheit gebracht haben.

In der Zeit seiner Haft erwirkt er sich die Erlaubnis, seine Erinnerungen zu Papier zu bringen. Sie handeln von dem Fall Salinas, Sohn und Vater einer bekannten Kaufhauskette.
Nüchtern und sachlich wickelt er einen Vorgang auf, der mit dem Tod zweier Unschuldiger endet und die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn demonstriert.

"Ich absolvierte den Lehrgang, und man wusch mir das Gehirn. Aber nicht genug, bei weitem nicht genug. Es blieb noch eine Menge drin, viel mehr, als ich gebrauchen konnte - doch sie hatten es eben verdammt eilig. Es hieß, Ordnung zu schaffen, die Konsolidierung voranzubringen, das Vaterland zu retten, den Widerstand zu liquidieren - und es sah aus, als läge das alles auf unseren Schultern."

Der hitzige junge Student Enrique Salinas versucht mit aller Gewalt, sich dem Widerstand anzuschließen, wird aber von den Drahtziehern nicht ernst genommen. Federigo, sein Vater, der um das Leben des Jungen bangt, akquiriert ihn für seine eigene fiktive Untergrundsbewegung und das Verhängnis nimmt seinen Lauf.

AVIVA-Tipp: Durch die klare nüchterne Beschreibung des Geschehens aus der Sicht eines Mitschuldigen erhält das kleine Buch seinen unglaublich dramatischen Sog, der durch die Auslassungen von direkten Beschreibungen der Grausamkeiten noch unterstützt wird. Ein Buch, das eine noch lange beschäftigt.

Zum Autor:
Imre Kertèsz
wurde am 9. November 1929 in Budapest geboren. 1944 deportierte man ihn nach Auschwitz und 1945 erlebte er die Befreiung in Buchenwald. Nach Kriegsende arbeitete er zunächst als Journalist, seit 1953 dann als Schriftsteller und Übersetzer in Budapest.
Mit seinem "Roman eines Schicksallosen", 1977 in Ungarn veröffentlicht, gelangte er nach der europäischen Wende zu weltweitem Ruhm. 2002 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.


Imre Kertèsz
Detektivgeschichte

Originaltitel: Detektivtörténet
Aus dem Ungarischen von Angelika und Peter Máté
Rowohlt Taschenbuch Verlag, erschienen Juni 2006
Kartoniert, 137 Seiten
ISBN 3-4998-24233-8
7,90 Euro90008115&artiId=5178290&nav=5081"


Literatur Beitrag vom 08.09.2006 Sabine Grunwald 

   




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