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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 09.06.2007

Rada Biller - Lina und die Anderen
Sharon Adler

Nach ihrem autobiographischen Werk "Melonenschale" erscheint im Berlin Verlag der zweite Roman der 1930 als Tochter einer jüdisch-armenischen Familie in Baku geborenen Rada Biller über...



...das wechselvolle Schicksal einer jüdische Familie, die über vier Generationen ihre Lebensstationen in Wladikawkas, Baku, Moskau und schließlich Israel findet.

Im Mittelpunkt dieses neuen Werkes von Rada Biller steht diesmal nicht sie selbst, sondern Lina, die Medizinstudentin, Schwarzmarkthändlerin und Sekretärin, zeitweise Mutter und Geliebte oder Ehefrau - mal das eine, dann wieder das andere. Lina ist unberechenbar. Ein sensibles Wesen, mal sanftmütig, oder aggressiv, je nach Verfassung. Es scheint so, als nähme Lina selbst keinen Einfluss auf ihr Leben, im Gegenteil läßt sie sich treiben von den äußeren Ereignissen, und sich in das eigene Leben kleiden wie in die billige Westmode, die sie auf dem Schwarzmarkt ergattern kann.

Doch nicht nur Linas Geschichte im Wandel der Zeiten wird erzählt – zu Wort kommt auch ihre gesamte Mischpoche, die sich um das tägliche Leben und Überleben in Baku und Moskau sorgen, Skandale erleben und vertuschen, einander helfen, ihr Schicksal zu meistern. Bei ihnen findet die Chaotin Lina immer wieder eine Schlafstelle und damit einen Zufluchtsort für ihr unstetes Leben. Westpakete der heißgeliebten Cousine Dara versüßen für kurze Zeit die existenziellen Nöte, und historisch bedeutende Umwälzungen nehmen radikalen Einfluss die Lebensschicksale der ProtagonistInnen.

AVIVA-Tipp: "Lina und die Anderen" ist ein Roman, der streckenweise so chaotisch ist wie die Dynamik im richtigen Leben einer weitverzweigten jüdischen Mischpoche – die Leserin muss dieses Tohuwabohu lieben oder aber sie wird gnadenlos vom feinmaschig verwickelten Erzählstrang der Handlung und durch die schnelle Abfolge der Episoden eingesogen in ein nicht mehr zu entwirrendes Netz aus Personen und Ereignissen. Mehr konstatierend als erzählend, ist es Rada Biller dennoch zu verdanken, auf spielerische Weise einen Bogen mit ihrem Zweitlingswerk gespannt zu haben.

Zur Autorin: Rada Biller wurde 1930 als Tochter einer jüdisch-armenischen Familie in Baku geboren. 1937 wanderte die Familie nach Moskau aus, in den Kriegsjahren lebte sie in Baschkirien und Stalingrad. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte sie in Moskau Geographie und zog in den fünfziger Jahren nach Prag. Hier wurden die Kinder Elena und Maxim geboren. Nach der Niederlage des "Prager Frühlings" emigrierte sie 1970 mit ihrer Familie nach Hamburg. Dort forschte sie am Außenwirtschaftsinstitut der Hamburger Universität. Nebenbei schrieb sie in all diesen Jahren Prosaskizzen und kurze Geschichten. Die Tochter Elena Lappin zog später weiter nach London. Sie schreibt auf englisch, weil "Deutsch für sie nicht in Frage kam", der Sohn Maxim Biller auf deutsch, die Mutter Rada Biller schreibt auf russisch. Der Vater arbeitet als Übersetzer. 2003 von Rada Biller im Berlin Verlag erschienen ist ihr autobiografischer Roman "Melonenschale. Lebensgeschichten der Lea T."


Rada Biller
Lina und die Anderen

Roman
Aus dem Russischen von Beate Rausch
Berlin Verlag, erschienen 22. März 2007
ISBN-13: 9783827007032
Gebunden, 224 Seiten
22,00 Euro

Literatur Beitrag vom 09.06.2007 Sharon Adler 

   




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