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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 20.06.2007

Virginia Woolf – Ein Portrait von Renate Wiggershaus
Jana Muschick

Als Ikone des weiblichen Schreibens und als eine Frau mit zerbrechlicher Psyche bleibt Virginia Woolf eine der interessantesten intellektuellen Persönlichkeiten der Literaturgeschichte.



Adeline Virginia Woolf ist ein Mythos. Die gebürtige Londonerin, 1882 geboren, avancierte durch ihre tiefgründigen Romane zu einer der bedeutendsten SchriftstellerInnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Essay "Ein Zimmer für sich allein" (A Room for one’s Own, 1929), der erst 1978 ins Deutsche übertragen wurde, machte die britische Literatin zu einem Idol der Frauenbewegung.

Virginia Woolf war die Tochter des Schriftstellers und Gelehrten Leslie Stephen und seiner Frau Julia Jackson. Schon früh erkannte Virginia ihre Liebe zur Literatur, die dank der gut gefüllten Hausbibliothek und einem privaten Unterricht durch Hauslehrer und den Vater selbst gefördert wurde. Ihre Psyche war schon in jungen Jahren labil. Dieses Wissen ist keine Spekulation, sondern findet sich in den unzähligen Tagebüchern der Autorin, die sie Zeit ihres Lebens führte. Als ihre Mutter am 5. Mai 1895 starb, erlitt die Dreizehnjährige ihren ersten großen psychischen Zusammenbruch.

Als Schriftstellerin debütierte sie spät. Zwar schrieb Virginia schon früh Essays und Literaturkritiken, doch erst durch die Mithilfe ihres Mannes Leondard Woolf, den sie im Jahr 1912 heiratete, konnte ihr erster Roman entstehen und in der Hogarth Press, 1917 gegründet, gedruckt werden. Auf Grund ihrer schlechten körperlichen und psychischen Verfassung riet ihr ein Arzt von Kindern ab. So steckte Virginia ihre ganze Energie in die Literatur und die stets vielen Freundschaften in dem riesigen Bekanntenkreis der Woolfs.

Erst 1915 debütierte Virginia Woolf mit ihrem ersten Roman "The voyage out". Ihren bedeutendsten Roman, "Mrs. Dalloway", legte Virgina 1925 vor. Innovativ war daran die Erzähltechnik des Stream-of-consciousness, mit der sie die Gedankenwelt und Stimmungen der Romanfiguren einfing.

Im August 1925 brach sie zusammen und wurde von ihrem Ehemann und von Vita Sackville-West gepflegt. Die Liebesbeziehung zu Vita, Virginias tiefster und intimster Freundschaft, wird bis heute in vielerlei Romanen, Filmen und Theaterstücken verarbeitet. Im Frühjahr und Sommer 1928 unternahmen Virginia und Vita eine längere Reise durch Frankreich. Im Oktober desselben Jahres erschien "Orlando" – eine Liebeserklärung der berühmten Schriftstellerin an ihre wichtigste Freundin.

Der Essay "Ein Zimmer für sich allein" wurde im Oktober 1929 veröffentlicht. Die kluge und auch sarkastische Abhandlung über die schlechten Bedingungen, unter denen Frauen Literatur produzieren mussten, wurde zu einem der meist zitierten Texte der Frauenbewegung. "Fünfhundert Pfund im Jahr und ein eigenes Zimmer", das seien die Grundvoraussetzungen, unter denen Frauen genau so erfolgreich Literatur produzieren könnten wie Männer.

Da Virginia Woolf stets von manisch-depressiven Anfällen gepeinigt war, und schließlich mit dem Beginn und den dramatischen Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges nicht mehr leben konnte, nahm sie sich am 28. März 1941 das Leben und ging ins Wasser. Am Fluss Ouse bei Lewes in Sussex wählte die britische Literaturikone ihren einsamen Tod.

Das Portrait von Renate Wiggershaus erschien zum 125. Geburtstag von Virginia Woolf. Es soll ihr als großartiger Essayistin, Brief- und Tagebuchschreiberin gewidmet sein. Die Autorin Wiggershaus arbeitet das Leben der Literaturikone sachlich und informativ auf, ohne pathetisch zu werden. Da Virginia gesellschaftlich sehr aktiv war, ist auch in dem vorliegenden Portrait eine Fülle an Informationen und Namen zu finden. Obwohl sich Renate Wiggershaus sehr um eine verkürzte Ausführung bemüht hat, wäre eine Übersicht der auftretenden Persönlichkeiten sehr nützlich gewesen.

Zur Autorin: Renate Wiggershaus wurde in Wuppertal geboren und lebt heute in Kronberg im Taunus. Die freie Schriftstellerin und Literaturkritikerin publizierte bisher Bücher zu Themen aus der Geschichte der Frauenbewegung sowie einige Biographien – ihre Fachkenntnis über weibliches Leben, Kämpfen und Schreiben schlägt sich, ohne pathetisch zu werden, auch in ihrem Portrait über "Virginia Woolf" nieder.

Fazit: Dieses Portrait ist die gelungene Darstellung eines bewundernswerten Literatinnenlebens. Es ist schwierig, eine derartig aktive und gleichzeitig seelisch stark leidende Persönlichkeit auf 170 Seiten festzuhalten. Doch Renate Wiggershaus hat es gewagt und ihr ist gutes und solides Portrait gelungen. Sachlicher Stil, knappe und übersichtliche Vorstellung. Für die Aneignung eines ersten Überblicks über ein weltberühmtes Literaturidol gut geeignet.


Virginia Woolf – ein Portrait
Renate Wiggershaus

dtv portrait, erschienen Dezember 2006
ISBN 978-3-423-31044-4
Zahlreiche farbige Abbildungen, 184 Seiten
10,00 Euro

Literatur Beitrag vom 20.06.2007 Jana Muschick 

   




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