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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 15.11.2003

Gaza - Tage und Nächte in einem besetzten Land
Kerstin Tomiak

Detailliert und leidenschaftlich beschreibt Amira Hass, jüdisch-israelische Journalistin, wohnhaft in Gaza, das Alltagsleben dort. "Gaza" ist ein lesenswerter, aber auch etwas einseitiger Bericht



1993 zog Amira Hass nach Gaza. Der Vorgang wäre an sich völlig normal: Die Korrespondentin einer großen israelischen Tageszeitung erhält den Auftrag, über ein bestimmtes Gebiet zu berichten. Den Wohnort in diesem Gebiet zu wählen, ist folgerichtig und eine nur logische Konsequenz. Aber Amira Hass ist Israelin und Jüdin, der Gaza-Streifen ist dieses kleine, überbesiedelte und in israelischen Medienberichten oft als "Hornissennest" oder "Misthaufen" bezeichnete Stück Land. Amira Hass´ Entschluss, nach Gaza zu ziehen, wird von ihren FreundInnen entsprechend als "Wahnsinn" bezeichnet.

Sie ist trotzdem nach Gaza gegangen. In ihrem Buch zeichnet sie die Entwicklung der palästinensischen Bevölkerung auf: Von 1993 - dem Grundsatzabkommen in Oslo - bis 1996 - zu dem Zeitpunkt zog sie ins Westjordanland. Herausgekommen ist eine bewegende Reportage des palästinensischen Alltagslebens. Mit viel Herzblut und Leidenschaft beschreibt Amira Hass das Leben unter israelischer Besatzung, sie schreibt von Arbeitslosigkeit, Ausgangssperre und israelischen Gefängnissen, von der Rivalität der palästinensischen Gruppen untereinander und dem autoritären Regime Arafats, von der Sehnsucht nach verlorenen Dörfern, der Korruption der palästinensischen Autonomiebehörde, von der Konkurrenz zwischen den eingesessenen Familien in Gaza und den Flüchtlingen, von der Situation der Frauen in der islamisch geprägten Gesellschaft. Es sind genaue, es sind auch lesenswerte Reportagen. Nur manchmal wäre weniger vielleicht etwas mehr gewesen: ein leicht zu lesendes Buch ist "Gaza" nicht. Hin und wieder verirrt sich die Leserin im Dickicht arabischer Dörfer und palästinensischer Familiennamen.

Dem Buch fehlen jedoch die aktuellen Entwicklungen. Nun ist jedes Buch einmal zu Ende geschrieben. Man kann der Autorin aber auch - und das wiegt schwerer - vorwerfen, dass sie etwas zu viel Nachsicht und zu wenig kritische Distanz an den Tag legt. Es macht die Stärke dieses Buches aus, dass Amira Hass ganz nah dran ist an Gaza und seinen BewohnerInnen. Gleichzeitig trübt eine solche Nähe leicht den Blick.
Bei unkommentierten Sätzen wie: "(...) Wir flohen vor den Soldaten und sorgten dafür, dass sie sahen wie wir in die Häuser der Leute rannten. Dann warfen sie Tränengas hinein. (...) Die Idee war, dass es in jedem Haus einen Verwundeten geben sollte - wir wollten, dass jeder Palästinenser mitmachte. (...)", macht sich leicht ein schlechter Nachgeschmack breit.

Amira Hass ist Tochter osteuropäischer Holocaust-Überlebender. Mittlerweile gilt sie als intimste Kennerin des palästinensischen Lebens. Für ihre Reportagen wurde sie 1999 mit dem "World Press Hero Award" ausgezeichnet. "Gaza" ist ihr erstes Buch.




Gaza.
Tage und Nächte in einem besetzten Land.
Amira Hass

410 Seiten, gebunden
24,90 €
ISBN/EAN 3-406-50203-2
Beck Verlag, erschienen Februar 2003200698508475"


Literatur Beitrag vom 15.11.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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