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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 23.12.2003

Die paar leuchtenden Jahre. Das große Mascha Kaléko Lesebuch
Sabine Grunwald

Ein wunderschöner Band mit teils seit Jahren vergriffenen Gedichten, Chansons, Liedern und Prosatexten. "Emma" schreibt dazu: "Nach Mascha Kaléko kann man bekanntlich süchtig werden."



Das Lesebuch enthält Gedichte, Chansons, Lieder und Prosastücke, zusammengestellt aus verschiedenen Bänden und teilweise seit Jahren vergriffen. Enthalten sind biographische Skizzen "aus den sechs Leben der Mascha Kaléko", ein Tagebuch und Briefe mit Fotografien und Dokumenten. Gisela Zoch-Westphal, die seit 1975 das Werk der Künstlerin verwaltet, schreibt im Vorwort: "Gebrauchslyrik. Als solche wurden Mascha Kalékos Gedichte hier und da etwas von oben herab abgestempelt. Gebrauchslyrik - einverstanden. Ich brauche sie - zum Leben."

Die Fledermaus (Mascha Kaléko, "Der Papagei, die Mamagei und andere Komische Tiere", 1961)

Die sogenannte Fledermaus
Ist keine. Sieht auch nicht so aus.
Kein "Oder" und "Entweder":
Ist weder Maus noch Fleder.
Das weiß seit langem jeder.
Einschließlich Johann Strauß.
Aus.

Wie viele Berliner Intellektuelle verkehrte die junge Dichterin im "Romanischen Café.
Doch die "paar leuchtenden Jahre vor der großen Verdunklung" dauerten nicht lange an. 1933 wurden Mascha Kalékos Bücher verboten und bei der großen Bücherverbrennung in Berlin, Unter den Linden vernichtet. Dies schmälerte ihre Popularität jedoch keineswegs. Ihre Gedichte wurden illegal gehandelt und gingen von Hand zu Hand.

Als die politische Situation in Deutschland eskalierte, emigrierte Mascha Kaléko mit ihrem zweiten Mann Chemjo Vinaver und dem 2 jährigen Sohn nach Amerika. Aus finanzieller Not heraus verfaßte sie Werbeslogans für Unterwäsche und Toilettenartikel, was im prüden Amerika der 40er Jahre sicher keine reine Freude war. Nebenbei schrieb sie Artikel für die jüdische Emigrantenzeitung "Aufbau".

1945 veröffentlichte der Schoenhof-Verlag in Cambridge ihre im Exil entstandenen Gedichte "Verse für Zeitgenossen". Das Buch erschien als erster und einziger deutschsprachiger Lyrikband in den USA.

In Deutschland wurden die Gedichte erst 1958 publiziert. Ihre Bücher wurden wieder aufgelegt, und sie wurde zu Lesungen und Rundfunkinterviews eingeladen. Der Höhepunkt ihrer Karriere war die Nominierung für den Fontanepreis 1960. Sie lehnte ab, da ihr die NS-Vergangenheit eines Jurymitglieds bekannt war.

Die folgenden Jahre waren von beruflichem und persönlichem Unglück gezeichnet. Privat wurde sie nach dem Tod ihres 31-jährigen Sohnes und ihres Mannes mit quälender Einsamkeit konfrontiert. Die Gedichte dieser Zeit sind melancholisch, teilweise depressiv. Die sprachliche Brillanz war geblieben, aber der heitere, freche bisweilen frivole Unterton ihrer Lyrik der 30er Jahren fand sich nicht mehr..
Ihr eigener Gesundheitszustand verschlechterte sich. 1974 trat sie ihre letzte Europareise an. Nach einem Berlin-Besuch wollte sie einige Tage in Zürich verbringen. Sie sollte Zürich nicht mehr verlassen. Am 21.Januar 1975 starb Mascha Kaléko im Alter von 67 Jahren an Magenkrebs.

Ihre Lyrik gilt heute als Geheimtipp, obwohl sie in der Qualität Tucholsky, Kästner und Ringelnatz um nichts nach steht.

Mascha Kaléko (1907-1975) in Chrzanów (Schidlow, Galizien) als Tochter jüdischer Eltern geboren, veröffentlichte 1930 erstmals Gedichte in der Vossischen Zeitung. "Das lyrische Stenogrammheft" (1933), das "Kleine Lesebuch für Große" (1935), erscheinen bei Rowohlt. 1938 Emigration in die USA, New York. Sie veröffentlicht in der jüdischen Exilzeitung "Aufbau" und schreibt Werbetexte. "Verse für Zeitgenossen "1945), Nominierung für den Fontanepreis 1960 und Übersiedlung nach Israel. "Verse für Dur und Moll" (1967), "Das himmelgraue Poesiealbum" (1968), "Wie´s auf dem Mond zugeht" (1971), "Hat alles seine 2 Schattenseiten" (1973).
Sie stirbt am 21. Januar 1975 in Zürich.




Mascha Kaléko
Die paar leuchtenden Jahre

dtv, Dezember 2003
ISBN 3-423-13149-7
9,90 Euro
366 Seiten, mit Bibliographie, Biographie, Quellenhinweisen und alphabetischem Verzeichnis der Gedichte und Prosatexte200883894175"



Literatur Beitrag vom 23.12.2003 Sabine Grunwald 

   




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