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AVIVA-BERLIN.de im April 2017 - Beitrag vom 09.03.2017

Safiye Can - Kinder der verlorenen Gesellschaft
Hannah Hanemann

Die deutsche Dichterin mit tscherkessischen Wurzeln schreibt sprach- und bildgewandte (Liebes-) Lyrik und Prosa. Auf den großen Erfolg ihres Debüts "Rose und Nachtigall" (2014) folgten "Das Halbehalbe und das Ganzeganze" und "Diese Haltestelle hab ich mir gemacht. Gedichte". Nun erscheint...



... mit "Kinder der verlorenen Gesellschaft" eine Sammlung, die erneut ihre lyrische Vielfältigkeit spiegelt.


Safiye Can, die als Tochter tscherkessischer Eltern in Offenbach am Main geboren wurde, erregte bereits mit der Veröffentlichung ihres ersten Buchs großes Aufsehen und wurde mit positiven Kritiken bedacht. Ihr Debüt "Rose und Nachtigall", das 2014 im Größenwahn Verlag erschien, verkaufte sich so gut, dass nur zwei Monate nach Erstpublikation bereits eine zweite Auflage herausgegeben wurde. Es folgten 2014 der Prosaband "Das Halbehalbe und das Ganzeganze" und 2015 der Gedichtband "Diese Haltestelle hab ich mir gemacht".

Der 2017 erschienene Band "Kinder der verlorenen Gesellschaft" versammelt in sechs Unterkapiteln ausgewählte Gedichte aus dem bisherigen Werk der Autorin. Dabei offenbart sich ihre künstlerische Vielseitigkeit, nicht nur im Bezug auf ihre Themenwahl. Eine Reihe ihrer Gedichte sind mit Schnipseln aus Zeitungsartikeln als Collagen arrangiert, so ist ihr Gedicht "Der Garten" passend zum Inhalt visuell in Form eines Baumes angeordnet. Darin schreibt sie:

"(...) Ich fand / keinen Garten / der mir vom Leben / erzählte, in jeden sprach ich hinein / aus jedem hörte ich mich selbst heraus.".

Phantasievolle Lyrik mit Zimt oben drauf

Safiye Cans Gedichte sind von psychologischem und philosophischem Tiefgang, zugleich sprachlich leicht zugänglich und manchmal schelmenhaft. Statt schwülstiger Liebeslyrik schreibt sie romantische Gedichte mit Spitze, statt mit platten Metaphern um sich zu werfen, baut sie melodisch-poetische Schachtelsätze. Popkulturelle Anspielungen, archetypische Motive und Sprachwitz verflicht die Dichterin zu kunstvollen Sprachgebilden. Ohne Kitsch und mit einer verführerischen sprachlichen Leichtigkeit schreibt sie von Heimat, Liebe und Verlorenheit.

"Vielleicht ist Heimat eine todernste Sache / mit Schnauzbart / oder ein barfußgelaufenes Stück Seebrücke / die Zerbrechlichkeit der Mohnblume unsrer Kindheit (...)Vielleicht ist Heimat die Wurzel aus Acht / oder ein rüsseliges Ding mit Zimt obendrauf / ist ein Chamäleon, das sich angleicht. / Vielleicht aber ist sie Frau Grün / vom Erdgeschoss, die über alle schimpft / vielleicht."

"Aus dem Kind ist nichts geworden"

Ob es die Bandbreite ihrer Themen, die verspielte, pointierte Sprache oder die sehnsüchtige Melancholie ist, die aus ihren Gedichten spricht - Safiye Cans Lyrik zieht die Leser*in von der ersten Zeile an in ihren Bann.

"Aber meinem Onkel / verraten Sie bitte nicht / dass ich eine Dichterin wurde / er weint sonst wieder" scheint sie den Leser*innen in "Aus dem Kind ist nichts geworden" verschwörerisch zuzuflüstern.

Vielleicht sollte jemand Safiye Cans Onkel anrufen und ihm berichten, dass er sich über den Werdegang seiner Nichte keine Sorgen zu machen braucht. Grund zum Weinen gibt es wegen dieses Buchs jedenfalls nicht.

AVIVA-Tipp "Kinder der verlorenen Gesellschaft" von Safiye Can versammelt Gedichte unterschiedlichster Formen, wie etwa Langgedichte, Alltagslyrik oder konkrete Poesie. Mit sprachlicher Präzision, Humor und Phantasie konstruiert die Dichterin rhythmische Lyrik von emotionaler Eindringlichkeit.

Zur Autorin: Safiye Can, 1977 als Kind tscherkessischer Eltern in Offenbach a. M. geboren, studierte Philosophie, Psychoanalyse und Rechtswissenschaft in Frankfurt a. M. Sie schreibt Lyrik und Prosa und übersetzt aus dem Türkischen.
2014 erschienen ihr Lyrik-Debüt "Rose und Nachtigall. Liebesgedichte" und der Prosaband "Das Halbehalbe und das Ganzeganze" im Größenwahn Verlag. Ebenfalls im Größenwahn Verlag erschien 2015 der Lyrikband "Diese Haltestelle hab ich mir gemacht. Gedichte". Safiye Can wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Else-Lasker-Schüler-Lyrikpreis (2016) und dem Alfred Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur (2016). Sie lebt in Offenbach.
Mehr Infos: www.safiyecan.de

Safiye Can
Kinder der verlorenen Gesellschaft

Wallstein Verlag, erschienen März 2017
96 S., geb., Schutzumschlag, 12 x 20
18,00 Euro
ISBN: 978-3-8353-3048-1
www.wallstein-verlag.de

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Literatur > Romane + Belletristik Beitrag vom 09.03.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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