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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 07.12.2017

Nell Leyshon - Die Farbe von Milch
Clarissa Lempp

Diese Geschichte ist poetisch und politisch. Mit sprachlicher Eindringlichkeit erzählt sie von Klassenunterschieden und dem Leben einer jungen Frau in der patriarchalen Welt des 19. Jahrhunderts. Für ihren zweiten Roman erhielt die Schriftstellerin und Dramaturgin den Prix de l´Union Interalliee und war für den Prix Femina nominiert.



Das ungebildete und gehbehinderte Bauernmädchen Mary kennt harte Arbeit nur zu gut. Sie lebt in England, um das Jahr 1830, und bewirtschaftet mit ihren Schwestern und Eltern einen Hof. Mit 15 Jahren muss Mary den Hof und die von ihr geliebte Landschaft verlassen. Die Familie braucht Geld und sie wird an den Pfarrhaushalt vermittelt, als Pflegerin für die kranke Hausherrin. Die bringt Mary lesen und schreiben bei und schenkt ihr gönnerhafte Aufmerksamkeit, doch dann stirbt die Wohltäterin. Mary, noch immer vertraglich an den Haushalt gebunden, ist dem zunehmend grausamen Pfarrer ausgesetzt, auf dessen Gebotsliste die Nächstenliebe scheinbar fehlt. Seine gewalttätigen Ausbrüche und Machtspiele enden fatal.

"Die Farbe von Milch" ist der zweite Roman von Nell Leyshon. Er erzählt in der Ich-Perspektive die Geschichte von Mary, deren Haar die im Titel erwähnte Farbe besitzt. Die eindringliche, einfache Sprache Marys erzeugt einen atmosphärischen Sog. Sie beschreibt tanzende Schatten im Lampenlicht der Viehställe mit der gleichen wohlwollenden Distanz wie das heimlich beobachtete Liebesspiel zwischen ihrer Schwester und dem Pfarrerssohn. Und immer wieder versucht sie ihrer Bewunderung für die Natur Worte abzuringen.

Der Charakter der Protagonistin entstand ursprünglich für ein Theaterprojekt, das aber nicht ausgeführt wurde. Daraus erwuchs ein monologischer Roman, über Religionswahn, Macht, und über den Willen weiterzumachen und Neues zu lernen. Die Öffnung in die Welt des geschriebenen Worts und der (bürgerlichen) Bildung schlagen sich auch in Marys Ausdrucksweise nieder. Dabei geht Leyshon so behutsam vor, dass der Kunstkniff kaum spürbar ist. Marys Entwicklung aber wird hörbar.

AVIVA-Tipp: Die Farbe von Milch ist ein poetischer und intensiv erzählter Roman, der nicht so einfach aus der Hand zu legen ist. Ein starkes Porträt eines literarisch ungewöhnlichen Charakters. Durch ihre einzigartige Erzählweise schafft Nell Leyshon dabei eine berückende Nähe zu dieser außergewöhnlichen Perspektive.

Zur Autorin: Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt heute in Dorset. Ihr erster Roman, Black Dirt, stand bereits auf der Longlist des Orange Prize und auf der Shortlist des Commonwealth Prize. Ihre Theaterstücke und Hörspiele erhielten zahlreiche Auszeichnungen, wie den Richard Imison Award. Für ihren zweiten Roman, "Die Farbe von Milch", erhielt sie den Prix de l´Union Interalliee und war für den Prix Femina nominiert.
Mehr Infos zu Nell Leyshon und ihren Veröffentlichungen und Auszeichnungen, sowie Interviews unter: www.nellleyshon.com

Zur Übersetzerin: Wibke Kuhn übersetzt aus dem Englischen und Schwedischen Autor*innen wie Zane Radcliffe, Mark Sinnett, Catharina Sundberg, Nick Brownlee, Gregg Hurwitz, Stieg Larsson, oder Inger Wolf.

Nell Leyshon
Die Farbe von Milch

Originaltitel: The colour of milk
Übersetzung: Wibke Kuhn
Eisele Verlag, erschienen 22. September 2017
208 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
18 Euro
ISBN: 978-3-96161-000-6
Auch als e-Book erhältlich
Mehr Infos unter: www.eisele-verlag.de


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Literatur > Romane + Belletristik Beitrag vom 07.12.2017 Clarissa Lempp 

   




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