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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 16.11.2007

Flowing Tears – Invanity – Live in Berlin
Silvy Pommerenke

Gothic Rock aus deutschen Landen. Das Quartett um Leadsängerin Helen Vogt hat seinen Auftritt in der Berliner Passionskirche auf CD gepresst. Die romanische Kirche, die zu Beginn des zwanzigsten...



...Jahrhunderts gebaut wurde, bietet seit vielen Jahren KünstlerInnen einen ungewöhnlichen Auftrittsort, der unter anderem auch von Anne Clark 1994 bespielt wurde und als akustisches Event ebenfalls als CD ("Psychometry ") verewigt wurde. Ein paar Jahre zuvor zeichnete Marc Almond sein Konzert "The Willing Sinner" dort auf, das seit 2002 als DVD erhältlich ist.

Somit sind die Flowing Tears die Dritten im Bunde, die den ungewöhnlichen sakralen Ort mit ungewöhnlich düsterer Musik in Form von Bits und Bytes konservieren. Dabei sind sie mitnichten eine Newcomer-Band, und eingefleischten Fans dürften die SaarländerInnen schon seit 1994, dem Gründungsjahr des damaligen Sextetts (seinerzeit noch unter dem Namen "Flowing Tears and Withered Flowers"), bekannt sein. Zwei Jahre später brachten sie ihr Debut "Swansongs" heraus, ab 1997 bekamen sie gesangliche Verstärkung von Stefanie Duchêne, die 2002 ausstieg und ein knappes Jahr später von der jetzigen Leadsängerin Helen Vogt ersetzt wurde.

Duchêne hatte ihren Jungs noch eine softere Gangart auferlegt, dies änderte sich dann deutlich mit dem Ersatz von Vogt, die sich gerne auch den härteren Tönen annimmt und eine wesentlich düstere Stimme als ihre Vorgängerin hat. Auf dem aktuellen Live-Album ist davon allerdings nicht viel zu hören. Der halbakustische Auftritt zeigt die Flowing Tears von einer ganz anderen Seite, so dass Gothic-Metal als Zuschreibung nicht mehr passt, sondern Gothic-Rock wesentlich angebrachter ist. Schaden tut es der Band mit Sicherheit nicht!

Den eingefleischten Flowing Tears AnhängerInnen sei gesagt, dass die Band auch mit weniger Strom den gleichen – wenn nicht sogar stärkeren – Düsterniseffekt heraufbeschwören kann. Die sakrale Stimmung und Akustik der Passionskirche ist wie gemacht für das Genre Gothic, und die Band hat für dieses Event die besten Songs der letzten drei Alben neu arrangiert und bei Kerzenschein live eingespielt. Die 25-jährige Helen Vogt gesteht bei ihrem Opener, dass die Kulisse für sie ebenso beeindruckend wie für das Publikum sei. Wer bereits in den Genuss eines (vielleicht sogar dieses) Konzertes in der Passionskirche kommen konnte, kann dem nur zustimmen.

Weiterhören: Silvery und Bloodflowerz

Flowing Tears im Netz: www.flowingtears.de

AVIVA-Tipp: Flowing Tears haben ein wunderbar düsteres Gothic-Rock-Concert, das in den heiligen Räumen der Berliner Passionskirche aufgenommen wurde, nun auf einen Silberling gebannt und runden das Event mit dem grandiosen Cover von Nick Caves "The Weeping Song" (feat. Johan Edlund) ab.

Flowing Tears
Invanity – Live in Berlin

Label: Plastic Head / Ascendance Records, November 2007

Music Beitrag vom 16.11.2007 Silvy Pommerenke 

   




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