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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 30.03.2006

Skin - Fake chemical state
Silvy Pommerenke

Sehr laut und sehr "schmutzig", O-Ton Skin, kommt drei Jahre nach "Fleshwounds" dieses Album daher. Die ehemalige Frontfrau von Skunk Anansie wandelt auf alten Spuren. Her return to future!



All die, die bei Skins Vorg├Ąngeralbum "Fleshwounds" schockiert waren von ihrem Imagewandel und der dadurch auch einhergehenden musikalischen Ver├Ąnderung, werden nun wieder auf ihre Kosten kommen. Wem aber "Fleshwounds" gerade wegen der ruhigeren T├Âne gefiel, wird mit dem neuen-alten extrovertierten und lauten Stil der schwarzen Sch├Ânheit (die mittlerweile auch f├╝r Gucci modelt) Schwierigkeiten haben. Dennoch sind nicht alle Songs l├Ąrmend, sondern es gibt durchaus auch ruhigere St├╝cke. Aber immer steht Aggressivit├Ąt, das Energetische, die Emotionalit├Ąt Skins im Vordergrund. Wenn man sich auf die etwas lauteren T├Âne einlassen kann, und das Album des ├Âfteren h├Ârt, gewinnt es selbst f├╝r Leiseh├ÂrerInnen.

Eine Herausforderung sind die ersten beiden St├╝cke. Sowohl f├╝r die Ohren als auch f├╝r die Lautsprecherboxen. Aber wenn Sie diese beiden Songs hinter sich gebracht haben, tritt eine deutliche Entlastung ein, was die Phonzahl betrifft. Intensiv daher kommt "Don`t need a reason". Skin schafft es hervorragend, Wut und stille T├Âne zusammen zu bringen. Auch instrumentalisch ist dieses Konglomerat gelungen.
E-Gitarren werden von Geigen begleitet, das Klavier untermalt stimmliche Emotionalit├Ąt. "Nothing but" hat sie unter Mithilfe von Linda Perry (Ex- 4Non Blondes Frontfrau) produziert. Auch dies ist eins der hitverd├Ąchtigen Lieder. Eine Liedzeile daraus lautet "I feel nothing but joy and pride and happiness", und so kommentiert Skin auch ihr Album: "Das neue Album steckt voller Lebensfreude, ich gehe wieder richtig aus mir heraus, wie ein kleines zerzaustes Kind, das mit seinem wachen Geist die ganze Aufmerksamkeit fordert." Und das letzte Lied des Albums "Falling for you" kn├╝pft direkt an die Tradition des Vorg├Ąngeralbums an. In ruhigen, sogar sehr ruhigen T├Ânen, schildert Skin das ewige Drama von zwischenmenschlichen Beziehungen.

Etwas ├Ąrgerlich ist die K├╝rze des Albums. Auf gerade einmal 35 Minuten und zehn Lieder hat es die Wahl-Ibizenkerin gebracht. Das scheint in Zeiten von achtzig-Minuten-Alben oder gar Doppelalben doch etwas d├╝rftig. Zumal sie sich drei Jahre Zeit gelassen hat f├╝r dieses neue Soloalbum. Vielleicht hat ihre Neuinszenierung so viel (vielleicht aber auch zu viel?) Zeit gekostet. Denn war sie bei "Fleshwounds" noch durchgestylt, behaart (auf dem Kopf) und r├Ąkelte sich in Satinlaken, so ist sie nun wieder ganz dem Neopunk verschrieben. Kahlk├Âpfig ÔÇô was nat├╝rlich passender zu ihrem K├╝nstlernamen ist ÔÇô blickt sie vom Titelcover zu uns hinauf. Au├čerdem erkennen wir ganz deutlich: Schn├╝rsenkel sind out, hingegen abgeplatzter Nagellack und haufenweise Gliederketten um Hals und sonstige K├Ârperteile in. Es ist erstaunlich, welche Wendung Skin eingelegt hat. Skin sells?!

Skin im Netz: www.skinmusic.net

Weiterh├Âren: Krezip und Guano Apes.

AVIVA-Tipp: Wer fr├╝her schon auf Skunk Anansie stand, und nur kopfsch├╝ttelnd der soften Wandlung von Skin zugesehen hat, wird dieses Album lieben! Aber auch, wenn man mehr auf ihre ruhigen T├Âne steht, kann man sich dieses Album getrost zulegen, denn es gewinnt von Mal zu Mal. Und das mit dem abgeplatzten Nagellack ergibt sich sowieso von alleine...

Skin
Fake chemical state

Label: V2 Records. V├ľ: 17. M├Ąrz 2006

Music Beitrag vom 30.03.2006 Silvy Pommerenke 

   




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