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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 04.02.2003

Jasmin Tabatabai
Sharon Adler

AVIVA-BERLIN traf die erfolgreiche Wahl-Berlinerin aus Teheran im "im schönen Stadtteil Kreuzberg" im Bierhimmel.



In insgesamt 27 Filmen hat die Künstlerin Jasmin Tabatabai mitgespielt. Als Robin in "Die Mediocren" 1995, als Irma Caspari in "Die Putzfraueninsel" 1996, als Luna (Ludmilla Nabiba) in "bandits"(1997), als Natascha in "Gierig"(1999), als Meret in "Die Unberührbare" (2000), als Billie Sunshine (Sibylle) in "Gripsholm" (2000), um nur einige Filme zu nennen, konnten wir die Facetten dieser faszinierenden Schauspielerin kennenlernen. Ihre Frauenrollen leben von der Mischung zwischen Stärke und Zerrissenheit.

Katja von Garniers Musik-Road-Movie "bandits verhilft ihr zum Durchbruch ihrer Karriere und zum ersten kommerziellen Erfolg. Hier kann sie Musik und Schauspielerei verbinden und "machen, was ich will". Sie komponiert fast den gesamten Soundtrack und erhält 1997 eine Goldene Schallplatte, den bayrischen Filmpreis für Musik und den RSH Gold Publikumspreis.

"Schauspielerei und Musik sind die großen Lieben meines Lebens" Die Mitbegründerin der legendären FrauenBand "Even Cowgirls get the Blues" wird im Februar 2002 ihre auf dem eigenen Label Polytrash selbst produzierte & komponierte Solo-CD "Only Love" veröffentlichen.

AVIVA-BERLIN: Erst einmal möchte ich Dir sagen, dass mir Deine CD super gefällt. Sie ist total abwechslungsreich und schön! Welches Stück gefällt Dir selbst am besten?
Jasmin Tabatabai: Danke, das freut mich. Es ist schwer zu sagen, welches Stück mein Lieblingsstück ist, das wechselt immer. Insgeheim glaube ich, ist Stück zehn mein Lieblingsstück, manchmal ist es auch No.3 ("some other time"/"pieces of my heart", Anm.der Red.)

AVIVA-BERLIN: Ist das Studio Dein zweites zu Hause?
Jasmin Tabatabai: Ich verbringe sehr viel Zeit darin, es ist auch mein Büro, deshalb bin ich sehr oft dort.

AVIVA-BERLIN: Du hast fast 2 Jahre an dem Album gearbeitet - ein langer Prozess. Bist Du anders herausgekommen, als Du hineingegangen sind?
Jasmin Tabatabai: Das hat deswegen so lange gedauert, weil ich in der Zeit, in der ich an der Platte gearbeitet habe, acht Filme gedreht habe. Vielleicht hätte sie auch früher fertig werden können, aber die künstlerische Entwicklung hat auch einfach diese Zeit gebraucht. Es hat auch Widerstände gegeben: Erst habe ich gedacht, dass ich sehr viel Zeit auf der Suche nach einem Produzenten verloren habe, aber ich glaube, dass es sehr wichtig war, erst meinen Weg zu finden. Nach Bandits musste ich ja bei Null anfangen. Ja, ich bin anders herausgekommen. Trotz aller Ups and Downs waren das die aufregendsten Jahre, die ich bis jetzt erlebt habe. Ich habe irrsinnig viel gelernt und das ist auch das, was für mich das Leben lebenswert macht. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich meine Vision jetzt in Händen halten kann und dass sie ein Gesicht hat.

AVIVA-BERLIN: Es sind hauptsächlich Liebeslieder, warum? Würdest Du sagen, Du machst Popmusik?
Jasmin Tabatabai: Es sind alles Liebeslieder, Ich kann irgendwie gar nichts anderes, für mich ist Musik immer ein Liebeslied. Songs zu schreiben über politische Umstände, über irgendwelche Sachen ist nicht so mein Ding... Ich hatte in meiner Cowgirl-Zeit immer irgendwelche Geschichtchen erzählt, das finde ich auch o.k., aber das hier ist eine persönliche Platte. Ich finde, die Liebe ist nun Mal das Hauptthema in der Popmusik, in den Pop-Songs. Insofern kann man schon sagen, dass ich Pop mache.

AVIVA-BERLIN: Wofür bist Du Deinen Eltern dankbar und was würdest Du Deinen Kindern, wenn Du welche hättest, mitgeben wollen?
Jasmin Tabatabai: Ich bin meinen Eltern für vieles dankbar, vor allem aber dafür, dass sie uns aufrichtig geliebt haben und ihre Liebe nicht abhängig gemacht haben von Leistung. Das möchte ich auch meinen Kindern mitgeben. Ich weiß, dass meine Eltern mich genauso lieben würden, auch wenn ich Verkäuferin in einem Supermarkt wäre. Gerade in der heutigen Welt ist es sehr wichtig, seinen Kindern Werte mitzugeben, und zwar ganz normale Werte, wie
· Lügen ist nicht gut
· Betrügen ist nicht gut
· Töten ist nicht gut
Es ist nicht das Wichtigste, dass man reich ist. Geld ist zwar nicht negativ, es ist aber nicht das Einzige, was es im Leben gibt. Solche ganz simplen Dinge würde ich auch meinen Kindern mitgeben wollen.

Ganz konkret bin ich meiner Mutter auch sehr dankbar, dass sie mich zweisprachig erzogen hat und die doppelte Staatsbürgerschaft für mich erreicht hat, denn ich hätte sonst nur Probleme.

AVIVA-BERLIN: Du hast kürzlich einmal gesagt, Du siehst das Internet als Chance. Warum, was meinst Du damit und wofür nutzt Du das Internet?
Jasmin Tabatabai: Für mich läuft die Informationssuche in erster Linie über das Internet. Ich will schnell wissen, was im Kino läuft, oder was etwas kostet. Das Internet gehört zu meinem täglichen Leben. Morgens mache ich als erstes meinen Rechner an und checke meine E-mails. Man muss aber auch aufpassen, dass es nicht eine Art Fernsehen wird. Und erschreckend ist die ganze Kopiererei. Andererseits, um mal ganz böse zu sein: Ob die Plattenfirmen die Musiker ausbeuten oder die Kids sich die Musik runterladen, das macht keinen Unterschied. Vielleicht kann es aber auch für Musiker eine Chance sein: Ein Medium, um Material zu veröffentlichen und unabhängig von mafiösen Zuständen in Plattenfirmen zu sein.

AVIVA-BERLIN: Du hast mal gesagt "Ich will immer ungewöhnliche, starke, nicht unbedingt toughe Frauen darstellen". Was ist für Dich tough?
Jasmin Tabatabai: Gute Frage. Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden, und trete jetzt die Flucht nach vorn an, indem ich sage,"Yeah, I´m a tough motherfucker". Tough ist eben so ein abgeschmackter Begriff. Wenn du in Deutschland einfach nur deine Meinung sagst, giltst du schon als tough. Wenn du nicht gerade einen auf Dummchen machst, mit Titten raus, giltst du schon als tough. Insofern ich habe mich schon damit abgefunden, aber tough im positiven Sinne sind für mich Menschen, die Rückgrat haben. Und wenn man das so definiert, dann finde ich das durchaus erstrebenswert, dann bin ich gerne tough.

AVIVA-BERLIN: Der neue Senat - was ist Deine Meinung zur aktuellen Situation in Berlin? Kannst Du Dir Herrn Stoiber als Bundeskanzler vorstellen?
Jasmin Tabatabai: Das ist ganz klar ein Wählerauftrag. Die Ampelkoalition hat ja nicht funktioniert. Zu Stoiber: Ein Mensch, der von einer "durchrasten Gesellschaft" spricht, ist für mich als doppelte Staatsbürgerin nur sehr schwer zu akzeptieren.

AVIVA-BERLIN: Was liebst Du an Kreuzberg?
Jasmin Tabatabai: Ich mag die Gelassenheit hier, Kreuzberg ist ein Stadtteil, der sehr gelassen ist, weil er einfach out ist, einfach überhaupt nicht hip. Es ist egal, wie man sich anzieht, es ist egal, wie viel Geld man hat, man ist gelassen und entspannt, das gefällt mir sehr gut. Die Härte hier ist manchmal ein bisschen anstrengend. Gestern war ich am Prenzlauer Berg, und hab´ mir gedacht, eigentlich ist es schön friedlich hier. Trotz alledem gefällt mir das Licht und die Luft in Kreuzberg sehr gut, auch die Begrünung.

AVIVA-BERLIN: Deine beste Freundin. Warum ist sie Dir wichtig?
Jasmin Tabatabai: Meine beste Freundin heißt Katharina, sie lebt in Wiesbaden, sie ist meine älteste, beste Freundin in Deutschland. Katharina ist lebenswichtig für mich, sie ist einfach der Mensch, der alles von mir weiß, mehr als irgendein Mann oder jemand aus meiner Familie, sie ist jemand, vor der ich keine Geheimnisse haben muss, und die ich immer anrufen kann. Sie ist immer da.

AVIVA-BERLIN: Was inspiriert Dich?
Jasmin Tabatabai: Mich inspirieren Menschen, die Arbeit mit Musikern inspiriert mich, die Arbeit mit TROST, die Arbeit mit dem Schlagzeuger Thomas Wydler hat mich sehr inspiriert, und das Leben an sich. Gerade als Schauspielerin habe ich ein bisschen Probleme damit, zu viel zu arbeiten, sprich immer in dieser Scheinwelt des Filmes. Es ist nun mal keine realitätsnahe Welt, wenn man im Hotel wohnt und von vorne bis hinten bedient wird, man ist immer in einem Sonderzustand, den man auch braucht während der Dreharbeiten, weil man emotional so offen ist, eine extreme Situation. Ich finde es sehr wichtig für darstellende Künstler, zu denen ich Musiker und Schauspieler zähle, dass man einfach versucht zu leben, zu lieben, Freunde zu haben, einfach Situationen im Leben durchgeht, von denen man zehren kann als Inspiration.

AVIVA-BERLIN: Gäbe es für Dich eine berufliche Alternative?
Jasmin Tabatabai: Alles, was mit Computern zu tun hat, finde ich sehr interessant. Ich könnte auch zum Beispiel Ingenieurin im Tonstudio sein. Ich könnte auch Hausfrau sein. Kinder zu kriegen und sie zu vernünftigen Menschen zu erziehen, ist sowieso der schwerste Job. Eine gute Mutter zu sein, ist das schwierigste, was es gibt. Aber das kommt ja noch, hoffe ich. (Jasmin Tabatabai schaut sich im Bierhimmel um) Ich könnte mir auch vorstellen, eine Kneipe zu machen. Durch harte Arbeit in vielen Jahren habe ich es geschafft, von den beiden Sachen, die ich am meisten zu tun liebe in der Welt, sprich Musik und Schauspielerei, leben zu können. Das ist aber ein großer Luxus und dafür bin ich auch sehr dankbar, aber ich arbeite ja auch sehr hart dafür. Wenn das irgendwann mal nicht mehr so sein sollte, kann ich auch etwas anderes machen, ich kann auch Putzen gehen, um meine Familie zu ernähren. Ich kann mir auch vorstellen, nicht mehr aktiv Musik zu machen, sondern junge Künstler zu fördern und zu produzieren.

AVIVA-BERLIN: Mit welchem Instrument hast Du eigentlich angefangen?
Jasmin Tabatabai: Gitarre.

AVIVA-BERLIN: Mit welchem Instrument sollte ein Kind anfangen? Blockflöte?
Jasmin Tabatabai: Mit Blockflöte habe ich, glaube ich, auch angefangen. Mein Trauminstrument ist Klavier, das möchte ich demnächst auch noch lernen.

AVIVA-BERLIN: Du kannst aber keine Noten?
Jasmin Tabatabai: Nein. Das will ich noch lernen. Ein Freund von mir hat ein Klavier ins Studio gestellt, dort werde ich üben.



Jasmin Tabatabai
ONLY LOVE
Polytrash / chet records
Preis 19,99 EURO
ISBN/EAN 4019593809026000491788008"




Lesen Sie auch unsere CD-Besprechung ONLY LOVE...


Music Beitrag vom 04.02.2003 Sharon Adler 

   




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