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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 24.02.2008

elegy for jewish villages
Annegret Oehme

Mit Werken Ravels, Laks, Ullmanns und Weisgalls entführen die französische Sopranistin Valérie Suty und russischstämmige Pianist Vladimir Stoupel die HörerInnen in die verlorene Welt des Schtetls.



Das Leben in den jüdischen Siedlungen im Osten Europas, genannt Schtetls, war geprägt von bitterer Armut und Not. Dennoch wurde es verklärt, besungen, beschrieben und zu einem wichtigen Teil jüdischer Geschichte.
Die Sprache der BewohnerInnen dieser Ortschaften war Jiddisch. Von ihrer nichtjüdischen Umwelt im besten Fall verachtet, waren sie häufig die ersten Opfer der Pogrome. Aber nicht nur in der unmittelbaren Umgebung erfuhren sie Geringschätzung, sondern auch vom westeuropäischen Judentum des 19. Jahrhunderts. In einer Welt von Aufklärung und Assimilation, stieß die Lebensweise der tief in Tradition und Religion verwurzelten GlaubensgenossInnen im Osten auf Unverständnis.

Immer wieder wurde das Leben im Schtetl von KünstlerInnen auf unterschiedlichste Weise bearbeitet und dargestellt, unter anderem im Musical "Anatevka" und in Joseph Roths Roman "Hiob".
Unterstützt von Deutschland Radio Kultur ist nun eine CD erschienen, die vier Komponisten mit ihren Klageliedern auf das Schtetl vereint. Maurice Ravels "Zwei hebräische Melodien", Simon Laks "Acht jüdische Volkslieder", Hugo Weisgalls "Der goldene Pfau" und Viktor Ullmanns "Jiddische Lieder" setzen der untergegangen Welt von heiter bis tief traurig ein Denkmal.

Dabei ist die Geschichte der Werke und Komponisten ebenso interessant wie die des Schtetls. Schuf Ravel seine Lieder 1914 am Vorabend des ersten Weltkrieges, so waren die schrecklichen Geschehnisse der darauf folgenden 30 Jahre bereits Geschichte, als der amerikanische Komponist deutsch-tschechischer Abstammung, Hugo Weisgall 1967 seine Reminiszenzen verfasste.
Die drei jiddischen Lieder Viktor Ullmanns entstanden 1944 in Theresienstadt. Wenig später wurde er ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Musik war für ihn die letzte Möglichkeit aufzubegehren, Versuch und Wille, zu überleben.

Die Verschiedenartigkeit der Biographien und Entstehungsgeschichten kommt in der Vielfältigkeit der Werke zu tragen, welche wunderbar harmonierend von der französischen Sopranistin Valérie Suty und dem in Russland geborenen Pianisten Vladimir Stoupel interpretiert wurden.
Die beiden verbindet schon länger eine enge Zusammenarbeit. Sie gaben unter anderem einen französischen Liederabend und brachten gemeinsam Schostakowitschs Jüdische Lieder zu Gehör.

Valérie Suty: Die gebürtige Pariserin kam 1993, nach einem Studium der Musikwissenschaft in ihrer Heimatstadt, nach Berlin um ihre Gesangsausbildung zu vertiefen. 1997 debütierte sie als Mezzo-Sopran in der Komischen Oper Berlin und wechselte 2004 das Fach, hin zum jugendlich-dramatischen Sopran, welcher sie für ihr erstes Engagement an die National Opera Zagreb führte. In der Spielzeit 2007/08 ist Valérie Suty am Dortmunder Opernhaus unter anderem als Richard Strauss´ Salome zu erleben.
Vladimir Stoupel: Der in Russland geborene Pianist und Dirigent beschäftigt sich vor allem mit Kompositionen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und zu Unrecht vergessenen KünstlerInnen.
Als Konzertpianist war Vladimir Stoupel bereits mit dem Berliner Philharmonischen Orchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Deutschen Sinfonieorchesters und vielen weiteren renommierten Klangkörpern zu erleben. Seine Engagements führten in unter anderem in die USA, Frankreich, Großbritannien und Finnland. Im September 2006 dirigierte er Aufführungen der Oper "Rothschilds Geige" von Benjamin Fleischmann. Weitere Informationen zu Vladimir Stoupel finden Sie auf seiner Homepage www.vladimir-stoupel.com.

AVIVA-Tipp: Mit "elegy for jewish villages" wird ein Stück der untergegangen osteuropäischen Schtetl-Kultur wieder zum Leben erweckt und dem Vergessen entrissen. Einziges Manko: das an Hintergrundinformationen sparende Booklet.

Elegy for the Jewish Villages
Lieder von Ravel, Laks, Weisgall, Ullmann

Valérie Suty, Vladimir Stoupel
Edition Abseits (EDA), erschienen Oktober 2007
EAN 4012476000305

Music Beitrag vom 24.02.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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