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AVIVA-BERLIN.de im November 2017 - Beitrag vom 14.08.2012

Melody Gardot - The Absence. Konzert am 29. Oktober 2012 im Tempodrom
Susanne Schwarz

Die Jazz-Sängerin wusste bereits mit den Alben "Worrisome Heart" und "My One And Only Thrill" zu begeistern. Ihr neues Album ist stilistisch anders als die alten Werke – und ebenfalls großartig.



Zart und leise, wie auf Tatzen geschlichen, kommen die ersten Töne auf "The Absence" daher. Es sind charmant gewisperte Lautimprovisationen, und zwar a capella. Erst ein paar Sekunden später setzt die Instrumentierung ein: Leichte Akustik-Gitarren, lateinamerikanische Rhythmik und untermalende Streicher erzeugen das, was viele wohl mit Urlaubsstimmung assoziieren. Beim Genießen der vorherigen Alben Gardots kommen Gedanken an gemütliche, verrauchte Jazz-Kneipen auf. Diesmal entführen die elf Titel auf eine Reise zu sonnigen Stränden Südamerikas, Straßen-Cafés in Lissabon und lauen Sommerabenden in aller Welt.

Das kommt nicht von ungefähr. Zwischen "My One And Only Thrill" und "The Absence" liegen drei Jahre, die Gardot unter anderem auf Welttournée verbracht hat. Dabei besuchte sie auch Argentinien, Brasilien, Portugal und Marokko. Das neue Album enthält – wohl davon inspiriert – den einen oder anderen Tango-, Bossanova- und Sambarhythmus.

Das Album ist in intensiver Zusammenarbeit mit Heitor Pereira entstanden, der ehemalige Gitarrist der britischen Band Simply Red. Der aus Brasilien stammende Musiker spielt die Gitarren auf "The Absence", ist Koautor einiger Lieder sowie der Produzent des Albums.

Durch den Tag mit Melody Gardot

Ruhige, noch verträumte, erwartungsvoll fröhliche Klänge beginnen das musikalische Portfolio mit "Mira". Schon der zweite Titel, "Amalia", ist etwas aufgeweckter – wie ein in die Gänge kommender Vormittag. Bald wird die Stimmung schon etwas getragener, die Mittagshitze bringt den alten Herzschmerz wieder zum Vorschein – "So We Meet Again My Heartache" singt Gardot im gleichnamigen Lied.

Mit "Goodbye" sind wir am Abend und außerdem dem Highlight des Albums angekommen – sowie in der musikalischen Welt, die wir von Melody Gardot kennen: Das Arrangement vermittelt den Eindruck, die Sängerin und ihre Band seien gerade einem Film Noir entsprungen. Die Atmosphäre ist hier kraftvoll, sinnlich und etwas weniger leichtfüßig. Der Song zeichnet sich weniger durch lateinamerikanische Einflüsse, als durch Blasinstrumente, Streicher und das von Gardot selbst wunderbar eingespielte Klavier aus. Nicht zu vergessen ist die Reibeisenstimme, zu der das Jazz-Talent von ihren sonst so klaren Tönen offenbar problemlos wechseln kann.

Auch lyrisch fällt "The Absence" auf. Thematisch sind die Texte – wie auch auf den Alben zuvor - der Liebe gewidmet:

"So we meet again my heartache
Like two lovers torn apart
Bound together by the breaking
Of a tired and torrid heart"

(aus "So We Meet Again My Heartache")

Besonders ist diesmal, dass Gardot nicht nur englischsprachig singt. Es mischen sich spanische, französische und portugiesische Wortfetzen unter. "Se Voce Me Ama", ein Duett mit Heitor Pereira, präsentiert sich sogar komplett in portugiesischer Sprache.

La vie en Rose

Wie Gardots musikalischer Stil hat sich mit "The Absence" auch die Gestaltung des Albumcovers entwickelt. Wo früher Melody Gardot mit Brille und Mantel vor einem schlichten Hintergrund zu sehen war, räkelt sie sich nun nackt und nur an jugendschutzrelevanten Stellen mit einem Kettengewinde bedeckt auf dem Boden. Den Hintergrund schmückt ein blau-lila Traum aus Farbverläufen und floralen Mustern. Das Setting regt eine verträumte Atmosphäre an, die gut zum Album passt

Dennoch ist es etwas schade, dass sich auch Melody Gardot offenbar in den Reigen der Künstlerinnen einreiht, die neben einer aufregenden Stimme und beachtlichen weiteren musikalischen Fertigkeiten auch noch eine nymphomanische Körperhaltung auf dem CD-Cover zum Verkauf einsetzen.
Die Fotografie hat zwar einen hohen ästhetischen Wert, wäre eventuell aber besser als eines der Bilder innerhalb des Booklets aufgehoben gewesen, um sich dem "Sex sells"-Vorwurf zu verwehren.

Mit von der Partie ist auf den Bildern von "The Absence" übrigens auch immer die Piaget-Rose in Form verschiedener Schmuckstücke. Die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Uhren- und Schmuckhersteller besteht aber nicht nur aus Product Placement, vielmehr hat die Sängerin auch extra für ihren Hauptsponsor Edith Piafs Klassiker "La vie en rose" adaptiert. Auf der Deluxe-Version des neuen Albums ist diese gelungene Interpretation enthalten, ansonsten ist Lied inklusive Video auch auf myvideo zur Verfügung gestellt.

Melody Gardot und ihre Band kommen für ein Konzert nach Berlin. Am 29. Oktober 2012 um 20 Uhr werden sie im Tempodrom das neue Album live präsentieren.
Ticket gibt es ab 58,40 Euro.

Melody Gardot live
Montag, 29. Oktober 2012, 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr)

Tempodrom
Möckernstraße 10
10963 Berlin

Zur Künstlerin: Melody Gardot wurde 1985 in New Jersey/USA geboren. Mit 19 Jahren war sie in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem sie schwere Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen erlitt. In der folgenden Zeit musste das Jazz-Talent, das zuvor neben einem Modestudium in einigen Bars in Philadelphia als Pianistin aufgetreten war, zunächst das Laufen und Sprechen wieder erlernen. Im Zuge der dazu eingesetzten Musiktherapie fand Gardot zu ihrer Freude am Musizieren zurück und machte es zu einer Karriere – mit Erfolg: Ihr Debütalbum "Worrisome Heart" (2008) sowie die Nachfolgeplatte "My One And Only Thrill" (2009) erhielten jeweils hervorragende Kritiken und waren in den internationalen Charts gut platziert.

Die Künstlerin fühlt sich durch das Schaffen von Musik, zuletzt durch die Adaption von "La vie en rose", daran erinnert, was sie alles erreichen kann:

"Wenn man morgens aufwacht und weiß, dass man sich nicht bewegen und nicht sprechen kann, so wie es bei mir in der Zeit nach meinem Unfall der Fall war, dann ist das schwierig und schmerzvoll. Aber die Phantasie wird von allem beflügelt, was in der Zukunft geschehen kann. Wir alle benötigen von Zeit zu Zeit neuen Schwung im Leben."

AVIVA-Tipp: Melody Gardot schafft es ein weiteres Mal, ein durch und durch stimmiges Album abzuliefern. Wer ihre bisherigen Erfolge kennt, benötigt vielleicht ein paar Minuten, um sich stilistisch einzugewöhnen. Dann macht "The Absence" aber unglaublich viel Spaß. Es besticht durch zeitlos schöne Arrangements und Gardots grandiose wandlungsfähige Stimme, die sie zielsicher einsetzt. Das dreijährige Warten auf das neue Album dieser Künstlerin hat sich gelohnt!

Melody Gardot
The Absence

Decca (Universal), VÖ: Mai 2012

Mehr Informationen: www.melodygardot.de

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Melody Gardot – My One And Only Thrill (2009)

Melody Gardot – Worrisome Heart (2008)

Norah Jones – Feels Like Home

Madeleine Peyroux - Bare Bones

Jane Monheit - Taking a Chance on Love

Diana Krall – The Girl In The Other Room

Sara Gazarek - where time stands still

Rebekka Bakken - I Keep My Cool

Esperanza Spalding - Radio Music Society. Verlosung

Nanne Emelie – Once Upon A Town

Music Beitrag vom 14.08.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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