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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 04.10.2012

Nedry - In A Dim Light
Katarina Wagner

Ihre Musik passt wahrscheinlich am besten zu einem Glas Whiskey um vier Uhr morgens über den Dächern Tokios. Mit atmosphärischen Vocals und abwechslungsreichen Beats erzeugt das Trio auf ihrem...



... zweiten Album eine Dramaturgie, die nie langweilig wird und David Lynch wahrscheinlich zu einem tollen Soundtrack dienen würde.

Die zwei britischen Musiker Chris Amblin und Matt Parker sind große Fans des Films. Jurassic Park. Der Computerspezialist darin heißt Dennis Nedry. Damit ist das Rätsel um den Bandnamen schonmal gelöst. Dinosaurier haben mit ihrem Sound jedoch reichlich wenig zu tun. Eher noch Computerspezialisten. Schließlich entsteht ihre Musik vorwiegend am Laptop und an Synthesizern. Nur hier und da darf auch mal eine elektrische Gitarre mitspielen.
Sie kreieren eine Mischung aus Trip-Hop, Ambient und Electronica, die durch Dubstep und Drum and Bass Elemente angetrieben wird. Darüber legt sich Ayu Okakitas weiche, raumfüllende Stimme, um Nedry perfekt abzurunden.

2008 gründete sich das Trio in London. Über Myspace hörten sie von den Arbeiten der jeweils anderen und nahmen miteinander Kontakt auf. Parker war unter dem Namen Earthkeptwarm und Amblin als Ekocam musikalisch tätig. Ayu Okakita wuchs in Japan auf, wo sie schon in ihrer Jugend Gesangs- und Gitarrenunterricht nahm und später einige Soloalben aufnahm. Beim Umzug nach England eröffnete sich ihr die vorher nicht gekannte Welt der bassgeladenen, vibrierenden elektronischen Musik und zog die Japanerin sofort in ihren Bann.

Amblin und Parker bezeichnen sich selbst eher als die Techniker der Band und lassen sich von Okakitas kreativer Energie leiten und inspirieren. Vor dem Hintergrund einer geteilten Liebe für die Musik von Radiohead, Massive Attack, Björk und den Pixies ergänzen sie sich perfekt in der Suche nach einem eigenen Sound zwischen elektronischer Musik und (Post-)Rock, zwischen Live-Band und DJ-ing.

Sehr wohlwollend wurde Nedry 2009 mit ihrem ersten Longplayer Condors (2009) in der Szene aufgenommen und als die Zukunft des Trip-Hop gefeiert. Einem Gerücht zufolge soll dieses Album sogar (nach Pink Floyd / Zauberer von Oz – Art) gut als Soundtrack auf dem Film Jurassic Park passen.

In A Dim Light würde mit seinem düster schwebenden Grundton wohl eher zu einer David-Lynch-Produktion passen. Den Tracks ist außerdem die neue Herangehensweise anzuhören. Während für das Debut die Instrumentals weitgehend fertig waren, als Okakita die Vocals dafür kreierte, hat sich das Trio für den Nachfolger zusammen ins Studio gesetzt und gemeinsam Songs komponiert.
Die Stimme der Sängerin wird so perfekt in Beats und Bässe gehüllt, fügt sich ein oder wird auf ein Podest gehoben.

Der Eröffnungssong mit dem beschreibenden Titel I would rather explode legt mit einem spürbaren Drängen in Gesang und Beats die Stimmung der LP fest. Bis es zum Ausbruch kommen kann dauert es jedoch noch eine Weile. Zuvor werden die ZuhörerInnen weiter in Melancholie, Mystik, Traum und Verschwörung hineingezogen. In Violaceae wird Okakitas Stimme nach und nach von Keyboard und hallenden, geisterhaften Klängen eingekreist. Es ist der schaurig-schönste Song des Albums.
Zur Explosion kommt es dann im dreiminütigen TMA. Auf einem Gitarrentrack schreit die Sängerin mit teils verzerrter Stimme alles heraus "Can´t you see, can´t you see I´m burning fire!". Der Song sticht nicht nur durch seine laute Intensität heraus, sondern auch formal. Mit seiner vergleichsweise kurzen Dauer und einer Art Refrain nähert sich das Trio hier an den klassischen Popsong an. Nedry hat also gute Chancen, sich auch in die Herzen der eher dem Mainstream anhängenden Indie-Fans zu spielen.
Mit Home kommt das Album zu einem sehr entspannten Ausklang. Der Konflikt ist aufgelöst und Band und Zuhörende kommen zur Ruhe. Trotzdem lässt es sich das Trio nicht nehmen, auf treibenden Drum and Bass Beats zu enden. Hoffentlich ist es eine Ankündigung auf viele weitere Reisen mit Nedry.

AVIVA-Tipp: Nedry bietet sehr zugängliche elektronische Musik auch für noch ungeübte Ohren. Auf einen Trip-Hop / Ambient-Grundton legen sie Elemente des Dubstep, Drum and Bass und Electronica. Entstanden ist ein Album, das sich gut zum Nebenbei-Hören eignet, aber am besten in seiner vollen Entfaltung mit Kopfhörern und geschlossenen Augen genossen werden sollte.

Nedry
In A Dim Light

Label: Monotreme Records / Cargo
VÖ: 9.3.2012

Weitere Infos unter:

www.nedrymakesmusic.com

www.earthkeptwarm.com

Ayu Okakita bei Myspace

Chris Amblin bei Myspace

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Björk - Biophilia

Morcheeba - Blood Like Lemonade

Portishead – Third

Barbara Morgenstern - Sweet Silence

Music Beitrag vom 04.10.2012 Katarina Wagner 

   




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