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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.12.2012

Noiseaux - Spectrum
Claire Horst

Als Musikerin ist sie bislang weniger bekannt als für ihre Texte und Vorträge zum Thema Rassismus: Noah Sow, die hinter dem Projekt "Noiseaux" steht, hat 2008 das Buch "Deutschland Schwarz Weiß"...



… geschrieben, das mittlerweile als Standardwerk zur Thematik des Alltagsrassimus in Deutschland gilt.

Schon die lange Liste ihrer publizistischen und aktivistischen Leistungen beeindruckt und lässt die Frage aufkommen, wann die Frau das alles schafft. Initiatorin des medienkritischen Portals "der braune mob", Moderatorin von Fernseh- und Radiosendungen, Bildungsreferentin etwa zu Empowerment von People of Color, Autorin und Aktivistin – das allein würde schon ausreichen, um mehr als ein Leben zu füllen.

Dass sie aber nicht nur Theoretikerin und Aktivistin, sondern auch Künstlerin ist, beweist Noah Sow seit 2008 mit ihrem musikalischen Projekt "Noiseaux". Der Bandname klingt ähnlich wie der der Künstlerin, und das ist kein Zufall. Obwohl sie mit wechselnden KünstlerInnen zusammenarbeitet, ist Sow eindeutig der Kopf und die treibende Kraft von "Noiseaux". Fast alle Titel des neuen Albums hat sie allein geschrieben, gesungen und performt.

Angesichts ihres Profils ist es kaum überraschend, dass auch ihre Songs zum großen Teil hochpolitisch sind. Ein Track wie "Bavaropeulhfrancohanseate" spielt schon im Titel mit Zuschreibungen und verweigert sich der Festlegung auf eine biografische Herkunft – eine Vorgehensweise, die Noah Sow auch musikalisch umsetzt. Auf allen Ebenen arbeitet sie dem Ziel zu, Stereotype zu brechen – ihren musikalischen Stil nennt sie "Elektro AfroPunk Chanson" – ein Stilmix, der Elemente ganz verschiedener Musikrichtungen vermischt. Elektronische Klänge wechseln sich mit sanften Trommelrhythmen ab, die Stimme changiert vom Rockigen zum Soul. Die Selbstbezeichnung "Transglobal Rock" ist wohl die passende Beschreibung dafür. Reclaim Rock – die Wiedereroberung der ursprünglich Schwarzen Rockmusik durch People of Color, das gelingt Noah Sow mit Bravour.

Anders als beim Debutalbum "Out Now!" (2009), das alle Tracks in doppelter Fassung, sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch, enthielt, sind die Texte dieses Mal ausschließlich Englisch. Explizit sind sie weiterhin: "Pink Gurl can´t be bothered", deutlicher kann die Absage an weiße Überlegenheitsansprüche nicht formuliert werden. Ihre Thesen aus Deutschland Schwarz Weiß, die Aufforderung, Verteidigungsstrategien abzulegen und sich mit den eigenen Rassismen auseinanderzusetzen, führt Noah Sow hier weiter. "You cannot tell me what to do", diese Verteidigungsstrategie weißer, vermeintlich nichtrassistischer SprecherInnen nimmt sie ironisch aufs Korn. "I can sing whatever I want, and everyone will listen to me. Please don´t be so angry", das singt sie mit überzogen niedlicher, hoher Mädchenstimme. Ich bin so unschuldig, ich kann doch keine Rassistin sein, heißt das.

Es sind aber nicht nur die Texte, die überzeugen. Die Wandelbarkeit von Sows Stimme macht Tracks wie "I have a loaded voice" möglich, der verhalten und melancholisch daherkommt, aber auch elektropoppige Songs wie "Nodemocracy" – dieser eignet sich sogar als Tanzflächenbeschallung. Noah Sow lässt sich nicht festlegen, was besonders deutlich wird, wenn das darauffolgende "There can be Home" mit einer schrammelnden Gitarre einsetzt.

AVIVA-Tipp: Gute Musik mit Verstand, keine Selbstverständlichkeit in Deutschland. Wer allerdings rockigere Klänge erwartet, wird mit diesem Album nicht allzuviel anfangen können.


Noiseaux – Spectrum
Label: Jeanne Dark Records
VÖ: 26.10.2012

Noiseaux im Netz

www.noiseaux.com

www.noahsow.de

www.deutschlandschwarzweiss.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Noiseaux - Out Now

Noah Sow - Deutschland Schwarz Weiß - Der alltägliche Rassismus


Music Beitrag vom 06.12.2012 Claire Horst 

   




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