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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.12.2012

Julia Holter - Ekstasis
Claire Horst

Der Titel ihres zweiten Albums zeugt von Selbstbewusstsein, und das weckt schon mal Interesse an dem Werk der jungen Kalifornierin. Und der Name ist nicht schlecht gewählt: Denn es gelingt...



... dem Album, die Hörerin hinwegschweben zu lassen, erfüllt mit einem Hochgefühl, wie es vielleicht noch die Cocteau Twins und Stereolab auslösen konnten oder auf einer ganz anderen Linie eine Sängerin wie Kate Bush. Diese Bezüge mögen verwundern – was hat eine Kate Bush mit den Cocteau Twins zu tun?

Doch das Aufregende an Holters Musik ist genau diese Verbindung von ungewöhnlichen Einflüssen. Synthesizer-Pop? Dream-Pop? Das trifft es nicht ganz, dazu sind die Tracks zu ausgefeilt, ihre Texte zu elaboriert. Auch in ihren eigenen Verweisen ist sie nicht gerade bescheiden. So bezieht sich der Track "Marienbad" auf den französischen Arthouse-Film "Letztes Jahr in Marienbad", der selbst überschäumt von Bezügen auf verschiedene Epochen, Gemälde und literarische Werke. In anderen Songs sind es Texte von Virginia Woolf oder Frank O´Hara, die sie heranzieht.

Erst im November 2012 erschien "Ekstasis" in Europa – in den USA war es bereits im Frühjahr herausgekommen und wurde von der Musikkritik in den höchsten Tönen gelobt. Damit hat die 28jährige Musikerin einen weiten Weg zurückgelegt. Ihre erste EP "Eating the Stars" hatte sie 2007 noch selbst produziert, der Erstling "Tragedy" war 2011 schon auf offene Ohren gestoßen. Dass die Veröffentlichung in Europa auf den Winter fällt, passt genau. Mit ihrer Mischung von Synthesizer-Klängen, Harmonium und Cembalomelodien kreiert Holters Musik eine dunkle und mysteriöse Stimmung, die sich am besten zu Hause genießen lässt, während sich der Himmel draußen zuzieht, Regen an die Fensterscheiben klopft und die Hörerin abwechselnd dem verschwurbelten ʺBoy in the Moonʺ in verträumte Höhen folgt oder in den langsamen Tiefen von Songs wie dem abschließenden "Ekstasis" versinkt.

Sie arbeite sehr intuitiv, denke aber auch viel über Form nach, sagte die Künstlerin in einem Interview. Für ihren Stil sei ihr frühes Interesse an klassischer Musik und Pop verantwortlich. Das ist herauszuhören – trotz der experimentellen Instrumentierung folgen die Songs einem klassischen Aufbau. So vermeidet Holter, was vielen MusikerInnen unterläuft, die ähnlich sphärische Musik machen: An keiner Stelle werden ihre Songs zu reinen Soundteppichen, hören sie sich an wie New Age-Gewäsch, in dem sich verliert, wer sich nur berieseln lassen will. Selbst mit Vocoder verzerrte Gesangspassagen wie in dem großartigen "Goddess Eyes II" (Goddess Eyes war ein Track auf dem ersten Album) sinken niemals in den Kitsch ab – dafür sorgen die ausgefeilten, für reines Pathos viel zu elaborierten Melodien.

Es ist nicht überraschend, dass Holters experimenteller Ansatz mit Größen wie Laurie Anderson verglichen wird – ähnlich wie Anderson legt auch sie ihre Stimme über eine verwirrende Vielfalt von akustischer und elektronischer Instrumentierung. Dass ihr das gelingt, liegt nicht zuletzt an ihrer professionellen Ausbildung in elektronischer Musik an der kalifornischen Kunsthochschule CalArt – sowie an der Zusammenarbeit mit KünstlerInnen wie Ramona Gonzales, der seit den 1970er Jahren aktiven Folkmusikerin Linda Perhacs und Cole M. Greif-Neill, dem ehemaligen Gitarristen von Ariel Pink´s Haunted Graffiti, der für die Produktion von "Ekstasis" verantwortlich zeichnet.

AVIVA-Tipp: Die euphorischen Kritiken, die Holter in amerikanischen und britischen Medien bereits erhalten hat, hat sie mehr als verdient – Zeit, dass sie hierzulande auch entdeckt wird. "I can see you but my eyes are not allowed to cry..." – Zeilen wie diese aus "Goddess Eyes II", die aus dem Drama "Hippolytus" von Euripides stammen, machen auch die Texte hörenswert. Musik zum Träumen und Denken – großartig!

Julia Holter
Ekstasis

Domino Records
VÖ: 30. November 2012

Zur Künstlerin: Julia Holter wurde in Los Angeles geboren, wo sie auch lebt. Sie wuchs in einer MusikerInnenfamilie auf und hat elektronische Musik an der Kunsthochschule CalArts studiert. Seit ihrem Schulabschluss ist sie als Musikerin aktiv. So hat sie 2008 Tracks zu verschiedenen Compilations beigetragen (4 Women No Cry, Vol. 3 bei Monika, Human Ear) und das CD-R-album Cookbook herausgebracht. Ihr erstes Studioalbum "Tragedy" erschien 2011. Zurzeit arbeitet sie an ihrem dritten Album mit dem Arbeitstitel "Gigi". Neben ihrer musikalischen Karriere arbeitet sie ehrenamtlich für eine Non-Profit-Organisation, die Kindern aus schwierigen Verhältnissen Musikunterricht gibt. (Quelle: MTV.com, Wikipedia)

Julia Holter im Netz:

juliashammasholter.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

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Little Annie and Paul Wallfish - Genderful

Music Beitrag vom 27.12.2012 Claire Horst 

   




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