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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.01.2013

Jessie Ware - Devotion
Nele Herzog

Das Artwork des Debutalbums, die meisten ihrer Video Clips, selbst das Kleid für den roten Teppich und anschließenden Auftritt bei der diesjährigen Brit-Awards Launch Party: Alles ist Schwarz-Weiß..



... Mensch könnte Jessie Ware nun unterstellen, dass ihre gesamte öffentliche Erscheinung einem Farbschema folgend konzipiert ist.

Oder sich darüber im Klaren werden, was diese Einheitlichkeit bewirkt: Oberflächliches wie Kleidung oder effekthaschende Bilder sind nebensächlich, im Fokus soll hier vor allem die Musik stehen. Eine nähere Beleuchtung des musikalischen Werdegangs der Britin macht deutlich, warum ihr diese Gewichtung so bedeutsam zu sein scheint.

Zunächst wirkt es ungewöhnlich, dass eine Künstlerin, die durch ihre Ausbildung auf der renommierten Londoner Künstlerschmiede Alleyn´s School (ebenfalls von Florence Welch von Florence and the Machine besucht) prädestiniert für kommerziellen Erfolg ist, sich so durch die Hintertür auf die öffentliche Bühne schleicht wie Jessie Ware es tat. Zu Beginn ihrer Karriere half sie als Background Sängerin in kleineren Projekten aus. Es folgten eine Kollabo mit dem gefeierten Post-Dubstep Pionier SBTRKT und ihr Mitwirken an einer der ersten der berüchtigten Live-Stream-Sessions im Londoner "Boiler Room". Zunächst war jedoch lediglich Wares Stimme vor allem bei HörerInnen elektronischer Musik bekannt. Unter den Produzenten ihres Debutalbums "Devotion" findet sich nun unter anderem auch der international bekannte britische House-DJ Julio Bashmore.

Die elektronischen Wurzeln sind Jessie Ware anzuhören. Ihren Songs liegen ausgefeilte, sphärische Klangteppiche zugrunde. Ernste, romantische Texte plätschern unbeschwert neben tiefgehenden, metallischen Basslines her. Trotz ihrer eher kommerziellen Stimme, die in ein konventionelles SoulPop-Konzept einflussreicher Musikgrößen gepasst hätte, arbeitete Ware mit im Mainstream weitestgehend unbekannten Produzenten zusammen und hegt privat eine Vorliebe für außergewöhnliche Indie-Musik:

"But I love aspects of left-field indie music, too; I love people like Beach House and the National and CocoRosie, and I like interesting production, like Clams Casino. I wanted to experiment with that."

Einer der größten Momente auf dem Album, das bombastisch aufgemachte "Wildest Moments", reißt aber aufgrund von Wares sanft eingehenden Vocals auch in einer Akustik-Version, die Ware für den Youtube-Channel "WatchListenandTell" aufnahm, mit. Während die meisten Stimmen elektronischer Musik gemeinhin gesichtslos bleiben, gelingt es ihr, sich mit diesem Album eine eigene KünstlerInnenidentität zu schaffen: "Devotion" definiert Elemente von Soul und RnB ungewöhnlich anders, übersetzt sie in eine moderne Sprache. Dem Sound hinter der Stimme wird mehr Raum gelassen, dieser raubt ihr aber im Umkehrschluss nicht den Vordergrund.

An die Hauptrolle im Rampenlicht musste sich die 27-Jährige erst einmal gewöhnen. Ware dachte über ein Jura-Studium nach, bevor sie sich auf Anraten ihrer Mutter für das professionelle Singen im Hintergrund anderer KünstlerInnen entschied. Bei der Arbeit an "Devotion" musste sie schließlich Selbstzweifel überwinden, fragte sich häufig, ob sich überhaupt jemand für das interessieren würde, was sie als ehemalige Backgroundsängerin zu sagen hatte. Auch heute bringt sie das nötige Selbstbewusstsein für ihre divenhaften Auftritte noch mit einem Trick auf:

"I´m just having fun and trying to pretend I´m a pop star, really. Most of it is theater because I always have to pretend I´m somebody else to give the best performance. It kind of feels like I´m acting; it´s definitely an exaggerated version of me."

In diesem Hinblick ist es als glücklicher Verlauf der Dinge zu kategorisieren, dass sie ihre eigene Nische füllt und nicht als neue Amy Winehouse oder Adele gehandelt wird. Aufgrund der ungewöhnlichen musikalischen Wurzeln und dem Mut, dort eine Lücke zu lassen, wo andere britische Soul-Sternchen wie Leona Lewis oder Pixie Lott in den letzten Jahren im Schatten der Großen versuchten die Retrowelle mitzunehmen, hatte sie den langen Weg aus einem jener Schatten nicht mehr anzutreten. Obwohl Ware ihre großen Vorbilder Chaka Khan und Whitney Houston anzuhören sind, hat sie ihren ganz eigenen Weg zu stimmlicher Eleganz gefunden.

Die bisherigen Erfolge zeigen, wie gut Jessie Wares Arbeit beim Publikum ankommt: "Devotion" kam in den britischen Albumcharts unter die Top 5 und gewann einen angesehenen Mercury Prize. Ware wurde außerdem von Lady Gagas amerikanischem Label gesigned und am 10.Januar 2013 für zwei Brit-Awards in den Kategorien "British Breakthrough Act" und "British Female Solo Artist" nominiert. In letzterer tritt sie ausgerechnet gegen den mächtigen Geist von Amy Winehouse an. Am 20. Februar wird sich während der Verleihung des prestigeträchtigen, mit dem amerikanischen Grammy vergleichbaren Preises zeigen, ob die Musikindustrie reif für diesen neuen Sound ist.

AVIVA-Tipp: Während elektronische Einflüsse in moderner Popmusik sich meistens auf nervtötende Drops und gewollte Tanzbarkeit beschränken, steht Jessie Ware mit ihrem Debutalbum für einen mutigen Schritt in eine sehr viel angenehmere Richtung. Die elf Songs taugen nicht nur als Soundtrack für eine Partynacht, sondern auch für den Ausflug in den Park am sonnigen Tag danach.

Jessie Ware
Devotion

VÖ: 20.8.2012
Label: PMR/ Island

Jessie Ware im Netz:

www.universal-music.de/jessie-ware

www.facebook.com

www.youtube.com

Music Beitrag vom 16.01.2013 AVIVA-Redaktion 

   




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