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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 10.01.2013

Inga Rumpf & NDR Bigband - Radio Love
Katarina Wagner

Sie gilt als erste große deutsche Rocksängerin. Die Kultbands "City Preachers" und "Frumpy" wäre nichts ohne ihre Reibeisenstimme. In dieser CD-Box bringt sie nicht nur zwei Bigband-Aufnahmen neu



...in die Läden, sondern offenbart ihren Fans auch nie veröffentlichte Stücke mit der Philharmonie des Norddeutschen Rundfunks.

"Man muss erst mal gelebt haben, um manche Dinge überzeugend singen zu können." Das erklärt die 67-Jährige Sängerin aus der Hansestadt zum Erfolgsrezept im Blues und Gospel – und zeigt auf ihren neuen Veröffentlichungen auch gleich, wie es sich dann anhört. Denn gelebt und viel erlebt hat Inga Rumpf.

Alles begann, als sie sich 1965 den City Preachers anschloss. Die Band wird oft als erste deutsche Folk-Rock-Gruppe gepriesen und war das Sprungbrett für die Karrieren von Udo Lindenberg, Dagmar Krause und der Sängerin Alexandra (die später bei einem tragischen Autounfall starb).

Aus den Sechzigern finden sich im Internet außerdem noch TV-Aufnahmen, wie Inga für ein gutbürgerliches Publikum beim Deutschen Schlagerwettbewerb ihr Lied Schade um die Tränen singt – wobei damals schon klar ist, dass diese Stimme für mehr geschaffen ist.

1969 brach die Musikerin mit den Preachers und wandte sich mit ihrer neuen Formation Frumpy dem Progressive Rock zu. Zusammen mit Jean-Jacques Kravetz am Keyboard, Carsten Bohn am Schlagzeug und Karl-Heinz Schott am Bass feierte sie nicht nur in Deutschland große Erfolge, sondern konnte sich auch im Ausland einen Namen machen. Als Bohn drei Jahre später die Band verließ, wurde die Gruppe in Atlantis umbenannt und bespielte in verschiedenen Zusammenstellungen noch bis 1976 die Bühnen der Welt. Mit Procul Harem ging es quer durch England und mit Lynyrd Skynyrd durch die USA, wo Inga mit ihrem blues-igen Gesang viele neue AnhängerInnen gewann.

Trotz großer Beliebtheit wurde Rumpf nie zum Weltstar des Formats einer Nina Hagen. Vielleicht war es die Unbeständigkeit ihrer Bands. Vielleicht auch die strategische Fehlentscheidung im Jahr 1975, ihr Soloalbum Second Hand Mädchen in deutscher Sprache statt dem gewohnten Englisch aufzunehmen. Zu diesem kehrte sie mit ihren folgenden LPs dann wieder zurück, ohne jedoch diesen Imageverlust wieder gutmachen zu können.

In den Achtzigern widmete sich die Künstlerin einer neuen Aufgabe: sie wurde Dozentin an der Hamburger Musikhochschule. Das konnte sie jedoch nicht lange von der Bühne fortreißen und bald bekamen die Fans ihre ersehnte Reunion von Frumpy mit zwei neuen Studio- und einem Live-Album: Now! (1990), News (1991) und Live Ninetyfive (1995).

Radio Love

Die aktuelle Veröffentlichung beinhaltet Aufnahmen von 1993 und 1995. Es ist wahrscheinlich die erste, titelgebende CD der Box, welche die Herzen der langjährigen AnhängerInnen und SammlerInnen höher schlagen lässt. Es sind Recordings mit der NDR Radiophilharmonie, die endlich aus den Archiven des Senders herausgeholt wurden und zum ersten Mal über die Ladentheke gehen.
Hier kommen wir zu den Songs, die mensch nach Meinung der Künstlerin nur mit ausreichend Lebenserfahrung singen kann. Es sind Klassiker wie George Gershwins The Man I Love, und andere Standards wie How Deep is the Ocean oder In my Solitude.

Inga kann hier zeigen, dass sie auch von rockigem auf rauchig-souligen Gesang umsatteln kann, womit sie wahrscheinlich in jedem Jazzclub willkommen wäre. Es ist eine schöne Playlist zum abendlichen Entspannen, allerdings nicht so fesselnd wie andere Stücke der Künstlerin. Zu empfehlen ist da etwa der Frumpy-Song How the Gypsie was born. Im direkten Vergleich kann Inga doch eher in der Rockmusik punkten als im Blues.

Der Titel der zweiten CD The Spirit of Jimi Hendrix ist etwas irreführend. Ja, es sind die Kompositionen und Texte der Gitarren-Legende, sein Spirit findet sich hier jedoch selten. Es sind eher Neuinterpretationen als Coverversionen. Durch die Umstellung auf eine Bigband erhalten die Lieder natürlich eine ganz neue Note. Hierbei zieht sich die Sängerin auch oft zurück und überlässt das Rampenlicht den MusikerInnen: Die Songs Hey Joe und auch Ain´t no Telling sind komplett in der Instrumentalversion der Bigband zu hören. Wobei es manchmal schwierig ist, die Stücke ganz ohne Lyrics wieder zu erkennen. Wenn Rumpf dann wieder ans Mikrofon tritt und beispielsweise Foxy Lady oder Purple Haze singt, sollte mensch nicht in einen bloßen Vergleich mit dem grundverschiedenen Original abdriften. Schließlich ist es kein Album für Hendrix-, sondern für Inga-Fans. Ohne die Erwartung, wirklich den Geist von Jimi zu hören, können die swingenden und funkigen Tunes eineN dann schon begeistern und zum Tanzen bringen.

Auf der dritten Playlist It´s A Man´s World hören wir dann endlich den Spirit of Inga Rumpf. Wenn die Stücke hier wieder rockiger, funkiger und schneller werden, etwa bei den Eigenkompositionen Way to Heaven und The Good Things scheint die Sängerin erst so richtig zu aufzuleben. Coverversionen finden sich hier von James Browns It´s a Man´s World, Jumping Jack Flash der Rolling Stones und Gary Moores Still Got the Blues. Letzteres ist definitiv ein, vielleicht das Highlight dieser CD. Die Sängerin beweist, wie viel Blues tatsächlich in ihr steckt und lässt ihn dramatisch – nicht kitschig – zur Begleitung durch Bigband und E-Gitarre aus sich heraus.

AVIVA-Fazit: Mit ihrer tollen Stimme sichert sich Inga Rumpf ihren Platz in der deutschen Rockgeschichte. Hier zeigt sie, dass sie sich auch gut für Jazz eignet. Die Interpretationen bekommen durch das Reibeisen, das hier und da durchkommt, eine besondere Note. Mit der Ausdruckskraft einer Etta James oder Billie Holiday kann die Hamburgerin allerdings nicht mithalten. "Radio Love" ist vor allem für SammlerInnen und die langjährigen Fans der Künstlerin ein Muss – allen anderen ist zu empfehlen, die Klassiker der Künstlerin bei Frumpy und Atlantis (wieder-) zu entdecken.

Inga Rumpf & NDR Bigband
Radio Love

Label: Edel
VÖ: 16.11.2013

Weitere Infos unter:

www.ingarumpf.de
/www.edel.com

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Holly Cole – Night

Alony - Dismantling Dreams

Diana Krall – The very best of

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Alexandra - Die Legende einer Sängerin



Music Beitrag vom 10.01.2013 Katarina Wagner 

   




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