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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 17.02.2013

Adam Green & Binki Shapiro
Julia Lorenz

In Einsamkeit vereint: Zwei verlassene Indie-Seelen vertonen nach schmerzhaften Trennungen das Produkt ihrer gemeinsamen Liebeskummerbewältigung und wärmen ihre gebrochenen Herzen am sonnigen...



... Sound der späten Sechziger.

"Was hat dich bloß so ruiniert?" fragte sich nicht nur die Hamburger Band Die Sterne in den 1990ern, sondern auch Adam-Green-Fans in jüngster Vergangenheit. In Bezug auf den eigenwilligen Künstler, der noch vor zehn Jahren im Robin-Hood-Kostüm mit seiner ehemaligen Band The Moldy Peaches durch den New Yorker Underground turnte und der Mehrheit vor allem für seine schrägen Texte bekannt sein dürfte, ist dies leicht zu beantworten: Die Liebe war´s. Bereits mit seiner letzten Soloplatte "Minor Love" wagte er die Abkehr vom Cabaret-inspirierten Sound seiner Erfolgswerke "Gemstones" und "Jacket Full of Danger" und verarbeitete seine gescheiterte Ehe mit der Fotografin Loribeth Capella in einem ehrlichen, tieftraurigen Songwriteralbum.

Auch hinter Binki Shapiro liegen harte Zeiten: Die Beziehung der kalifornischen Multi-Instrumentalistin und Sängerin der Allstar-Band Little Joy zu Freund Fabrizio Moretti, Schlagzeuger der US-Gruppe The Strokes, ging in die Brüche.

Im Zuge ihrer Trennungen begannen die beiden MusikerInnen, sich gegenseitig – quer durch die Vereinigten Staaten – Texte zu schicken. Aus dieser Korrespondenz ist nun ihr erstes gemeinsames Album entstanden: Eine intime Sammlung zehn berückender Lieder über verlorene Liebe, die nach Abschied, Wehmut und dem Ende des Sommers klingen. Verlassene seien vorgewarnt: Zum frustrierten Teller-an-die-Wand-Werfen sollte mensch auf die Break-Up-Alben anderer InterpretInnen zurückgreifen. Statt nach dem nächsten Whiskey an der Bar suchen Green und Shapiro nach dem letzten Tageslicht in der Wohnung, in der sie ab jetzt allein leben werden.

Die Kollaboration der Indie-Lieblinge trägt klar die Handschrift beider Mitwirkenden: Binki Shapiro hat jede Menge Westküsten-Leichtigkeit im Gepäck, die sich mit Adam Greens lässigem Songwriting zu einem Sound verwebt, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Ob im beinahe schüchtern daherkommenden Opener "Here I am", dem leichten "Pleasantries" oder im Song "What´s the reward", der mit Stimmungs- und Tempowechseln spielt: Die Kombination aus simplen Akkorden, viel Hall und dem Zusammenspiel von Shapiros glasklarem Gesang und Greens charakteristisch tiefer, intensiver Stimme funktioniert auf Albumlänge, ohne zu langweilen und wartet immer dann mit einem musikalischen oder lyrischen Twist auf, wenn das große Schmachten Überhand zu nehmen droht. Bei aller Retro-Seligkeit lohnt es sich nämlich auch, den Texten genauer zu lauschen: Adam Green-KennerInnen dürfte bereits bekannt sein, dass entspannte Harmonien und bitterböse Lyrics keinen Widerspruch darstellen müssen, aber auch Binki Shapiro gönnt sich die eine oder andere Spitze gegen ihren Verflossenen: "I can´t be the first who says you´re the worst" reimt sie zuckersüß.

Im Musikvideo zur Singleauskopplung "Just to make me feel good" strapazieren die beiden MusikerInnen das "Gemeinsam allein"-Thema dann doch etwas zu arg und wandern, in Splitscreen-Optik getrennt, über einsame Strände und Straßen. Obwohl die bissige Attitüde von Songs wie "Pity Love" dem Duo eindeutig besser steht, seien ihnen kleine Anflüge von Pathos verziehen: Im Gegensatz zu den meisten Liebeskummer-PatientInnen ist Binki Shapiro und Adam Green deutlich mehr als ein neuer Haarschnitt eingefallen.

AVIVA-Tipp: Nancy Sinatra und Lee Hazlewood, Jane Birkin und Serge Gainsbourg – der Feuilleton scheut keine großen Namen, um den Sound des ersten gemeinsamen Werks von Binki Shapiro und Adam Green zu beschreiben. Die beiden Underground-HeldInnen setzen dem Hype-Verdacht ihr vereintes Talent entgegen und haben zehn elegante und klassisch schöne, ehrliche und verletzliche Lieder zum ver- und entlieben geschaffen. Bittersüße Medizin für gebrochene Herzen und eine wahre Offenbarung für alle, die Shapiro vor allem als kalifornische Stil-Ikone und Green als clownesken Entertainer kannten.

Zu den KünstlerInnen:
Adam Green
wurde 1981 in New York geboren und bis zum Eintritt in die High School zu Hause unterrichtet. Ende der 1990er Jahre gründete er mit Kimya Dawson die Band "The Moldy Peaches", die das Genre "Anti-Folk" prägte. Seit 2002 ist Green, dessen Crooner-Bariton ihm des Beinamen "Frank Sinatra des Underground" einbrachte, als Solokünstler aktiv und veröffentlichte bisher sechs Studioalben ("Adam Green" (2002), "Friends of Mine" (2003), "Gemstones" (2005), "Jacket Full of Danger" (2006), "Sixes and Sevens" (2008) und "Minor Love" (2010)) sowie den Gedichtband "Magazine" im Jahre 2005. Darüber hinaus malt er Öl- und Acrylbilder, veröffentlicht Fotoserien und schloss zuletzt seinen ersten, mit einem iPhone gedrehten Spielfilm "The wrong Ferrari"ab. Adam Green, der seine größten kommerziellen Erfolge bisher in Deutschland feierte, ist ein Urenkel von Felice Bauer, der ehemaligen Verlobten Franz Kafkas.

Binki Shapiro stammt aus Los Angeles und dürfte mittlerweile nicht nur Mode-, sondern auch MusikliebhaberInnen bekannt sein. Im Jahre 2006 machte sie erstmalig durch ihren Auftritt in einer Videoserie auf sich aufmerksam, die von Beck Hansen zur Promotion seines Albums "The Information" produziert wurde. Ein Jahr später lernte sie die beiden Musiker Rodrigo Amarante, Sänger der Band Los Hermanos, und Fabrizio Moretti kennen und gründete mit ihnen die Gruppe "Little Joy", die ihr bisher einziges Album 2008 veröffentlichte. Multitalent Shapiro war darauf als Sängerin und Gitarristin sowie an Glockenspiel und Percussion zu hören. In einer weiteren Zusammenarbeit mit Beck trat sie als Leonard-Cohen-Interpretin in Erscheinung: Im Rahmen des Cover-Projekts "Record Club" steuerte sie unter anderem "ihre Version" des Songs "One of us cannot be wrong" des kanadischen Singer-Songwriters bei.

Adam Green & Binki Shapiro
Label: Universal Music, VÖ: 29. Januar 2013
14,- Euro

Weitere Infos unter:
www.adamandbinki.com

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Music Beitrag vom 17.02.2013 Julia Lorenz 

   




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