Katriana - Aber klar doch - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

etage7
Aviva-Berlin > Music
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.03.2013

Katriana - Aber klar doch
Nele Herzog

Noch eine die auf Deutsch über Gefühle singt? Um ein besseres Bild von der Hamburgerin zu bekommen, lohnt sich genaues Hinschauen und vor allem -hören, denn gleichzeitig erfolgreiche Chanteuse ...



... und selbsternannte Stewardess sein, das schaffen nur wenige.

Allein der Dunstkreis der 37-Jährigen ist vielversprechend: Katriana steht beim Label Pussy Empire unter Vertrag. Dieses wurde im Jahr 2001 von der Musikerin Catharina Boutari gegründet und hat sich auf die Fahnen geschrieben, ausschließlich Frauen zu signen. Das zehnjährige Bestehen des Projekts wurde im letzten Jahr mit der Aufnahme eines Samplers gefeiert, für den sich alle Künstlerinnen zum zunächst nur temporär bestehenden Musikprojekt The Stewardesses zusammenschlossen und ihre Lieblingslieder neu arrangierten. Das Album "The Stewardesses - Pussy Empire hebt ab", für das Katriana Songs von unterschiedlichsten Bands wie Element of Crime, und Juli neu interpretierte, wurde so erfolgreich, dass die fünf "Flugbegleiterinnen" nun neben ihren jeweiligen Solokarrieren zusätzlich auch mit der Gruppe auf Achse sind.

Katriana fand mit 13 das erste Mal auf die Bühne eines kleinen Hamburger Festivals, probierte sich im Laufe ihrer Jugend in verschiedenen Bands aus und nahm nach einer Ausbildung zur professionellen Sängerin und Pianistin ihre erste EP mit der Unterstützung der Cellistin Krischa Weber auf. Die anschließend produzierte Live-CD "In meinem Kopf" brachte ihr regionale Aufmerksamkeit ein und Katriana galt als Geheimtipp im Norden, bis ihr zweites Album "Jeden Tag" auch ein einüberregionales Publikum für sich gewinnen konnte. Die Intro schrieb, dass sie es schaffte mit ihren ausgefeilten Herzschmerzsongs "emotional-poetisch rüberzukommen, ohne kitschig zu sein (...)". Die Sängerin tourte fortan nicht nur alleine, sondern auch mit den Stewardesses durch Deutschland und Österreich.

Im vergangenen Jahr wagte sie nun mit der Produktion ihres dritten Albums "Aber klar doch" den Aufbruch aus dem Herzschmerzland. Die zwei Vorgänger "Jeden Tag" und "In meinem Kopf" sind eher zurückhaltend und simpel produziert, enthalten ruhige Pianoballaden und Cello-Arrangements. Diese Elemente machen noch einen entscheidenden Teil der Klangfarbe des aktuellen Werkes aus, nun peppen aber experimentierfreudigere Posaunen-, Drum-, Gitarren- und Akkordeonparts das harmonische Gesamtbild auf. Vor allem die Thematiken der Texte haben sich erfreulicherweise geweitet: Katriana ist jetzt offener und direkter, bleibt dabei aber hoffnungsvoll und einfühlsam. Im Song "Nicht cool genug" bedauert die Sängerin auf ironische Art Andere und sich selber um die fehlende Coolness, die es bräuchte um "Teil einer Szene zu sein" .
In "Heute keine Hoffnung" gesteht sie sich eine Mini-Depression ein, die für den Tag unüberwindbar scheint und will einfach nur in Ruhe gelassen werden, "Die Entdeckung der Müdigkeit" ist ein Song über diese nervige Art selbstmitleidiger Antriebs- und Motivationslosigkeit, die jede/n manchmal überkommen kann.
"Und wieder mal stundenlang rumgehangen/Und wieder mal wenig Spaß trotz der vielen Zeit"

Dass sie letztlich aber keine Pessimistin sein möchte, beweist dann die Titelhymne des Albums. Sie ist ein fröhlicher Appell an Missmutige und rüttelt mit Posaunenklängen wach, die von Johnny Johnson (Mitglied in Jan Delays Band) eingespielt wurden. Ganz leise schnurrt sie im langsamen Chanson "Ich singe dir ein Lied" ihrem Geliebten das Versprechen ins Ohr, dass für eine Nacht alles egal sein wird und sie ihm den Kummer singend aus den Gedanken vertreiben kann:
"Du würdest gerne mal verstehen warum die Welt ist, wie sie ist/ Doch das schaffst du heut´ nicht mehr, irgendwann ist auch mal Schicht."

Im souligen "Erwachsen" versucht die Künstlerin schließlich, sich selber inmitten eines Trennungsschmerzes daran zu erinnern, dass sie schon alt genug ist. Von der Entstehungsgeschichte des Liedes ist auf ihrer Homepage zu lesen:
"Dieser Song ist mir von irgendwoher geschenkt worden, da kamen Strophe, Bridge, Refrain und der CPart einfach angeflogen. Er ist so schön und hat mich von Anfang an so berührt."
Die Tatsache, dass mensch Katriana bereitwillig jedes ihrer, manchmal drastisch gewählten, Worte abnehmen möchte, mag an dieser Art liegen, hinter der eigenen Arbeit zu stehen, oder aber an der selbstbewussten Zielsicherheit, mit der sie immer noch Pop und Poesie mixt.
Eine gelungene Überraschung aufgrund der ungewöhnlichen Instrumentierung ist der letzte Song "Himmel im Kopf". Kurz vor Ende der Produktionsarbeit experimentierte Katriana im Studio gemeinsam mit ihrem Produzenten Florian Sommer mit rückwärts abgespielten Klavierklängen und einem eingängigen Drumloop. Dabei entstand ein Lied über Momente, in denen auf einmal alles zusammenpasst.
"Wenn mir in schönster Einsamkeit im Kopf ein leises Lied hängen bleibt, dann bin ich glücklich/ Und wenn wann wie gerad´ bestellt, der Text dazu vom Himmel fällt, mehr braucht es nicht"

Es freut eine/n, dass Katriana sich über das Liebesgerede hinaus entwickeln konnte, es sogar schafft, einen Song über das Songschreiben hörenswert zu machen und sich auf bestem Wege zum vierten Album befindet.

AVIVA-Tipp: Katriana versteht ihre eigene Musik als perfekte Mischung aus Pop-Chanson, Tom Waits und Amanda Palmer. "Aber klar doch" bräuchte einen Tick mehr großspurigen Tiefgang um sich mit der Musik von Größen wie Palmer und Waits vergleichen zu lassen, die Beschreibung Pop-Chanson ist aber durchaus eine passende. Zu viel pathetisches Gehabe würde Katrianas Musik auch nicht stehen. Alltagsprobleme charmant in musikalische Päckchen verpacken, das kann sie, das wirkt authentisch: Aber klar doch.


Katriana
Aber klar doch

VÖ: 01.03.2013
Pussy Empire Recordings

Weitere Informationen unter:

www.katriana.de

Katriana auf Facebook

Katriana auf YouTube

www.pussy-empire.de

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Puder - Puder

The Stewardesses – Pussy Empire hebt ab

Amanda Palmer – Theatre is evil


Music Beitrag vom 06.03.2013 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken