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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 07.03.2013

Irma - Letter To The Lord
Lou Zucker

Kraft, Gefühl und Gänsehaut sind die Zutaten dieser großartigen Gesamtkomposition. Das Soul-Pop-Debut der gebürtigen Kamerunerin zeugt von authentischem Charme und beeindruckendem Talent.



Eine junge Frau steht alleine in einer weiten, sonnenverbrannten Landschaft. Strickmütze, schlichte Kleidung, nur sie mit ihrer Gitarre im Arm. Das Cover von "Letter To The Lord" sagt alles: Es geht um Sehnsucht, um warme, leuchtende Farben. Show und Selbstinszenierung hat diese Künstlerin nicht nötig, im Mittelpunkt steht allein ihre Musik. Die trifft uns mit voller Wucht, sobald wir die unprätentiös gestaltete Hülle öffnen und uns von dem in Bann nehmen lassen, was uns da aus der Anlage entgegenstrahlt. Die Gänsehaut der ersten Töne trägt die Hörer_innen bruchlos von einem Lied zum nächsten und kreiert ein so rundes Gesamtwerk, dass mensch sich fragt: Wer ist diese Frau und warum habe ich noch nichts von ihr gehört?

Irmas Sound ist der erste warme Tag im Frühling, der, an dem die Straßen plötzlich voller Menschen sind, die alle langsamer gehen, lauter reden und buntere Kleidung tragen als noch zwei Tage zuvor. Ihre Musik schmeckt nach Erde, nach Erdbeereis und nach Sommerwind auf dem Land.

Mitreißende Tracks wie ihr Hit "I Know", der es auf Platz Zwei der französischen Single-Charts schaffte, ergänzen sich perfekt mit getrageneren Stücken, in denen sich Irma selbst auf dem Klavier oder der Gitarre begleitet.
Der Titelsong "Letter To The Lord" ist eine gut gewählte Einleitung in das Album: der beschwingte Beat und die Steigerung von einem ruhigen Intro zu einem powervollen Ende geben einen vielversprechenden Überblick über das, was Irma zu bieten hat. Ihre soulige Stimme und die poppigen Harmoniewechsel setzten gleichzeitig ein klares Statement zu ihrem Stil, der an Alicia Keys´ weniger kommerzielle Anfänge erinnert. Auch thematisch ist das Lied eine Einführung in das Werk der Künstlerin, da sie darin den Entstehungsprozess ihrer Stücke reflektiert, ebenso wie die Rolle, die ihr Verhältnis zu G´tt dabei spielt. "He sent an A minor groove/ the size I like it/ something smooth/ that doesn´t hurt at all". Diese Zeilen beschreiben treffend, womit wir es zu tun haben.

Besonders deutlich kommen Irmas Singer-Songwriter-Qualitäten in "Your Guide" zum Vorschein: Nur von ihrer Gitarre und sparsamer Percussion begleitet, schafft sie hier eine sehr intimere Atmosphäre ohne dabei etwas von dem ihr eigenen, animierenden Rhythmus einzubüßen.
Eine originelle, unpathetische Liebeserklärung mit Ohrwurmpotential liefert "Watching Crap On TV":

"You got me waiting, running, crying/ watching all kind of crap on tv/ and I still want you around me"

Ob es sich um Liebeserklärungen handelt, an einen Menschen, an "the Lord" oder an die Musik, oder ob sie von zerbrechenden Beziehungen singt – eins haben Irmas Lieder gemeinsam: Sie stecken voll jugendlichem Ziehen in der Brust und vor allem voller Hoffnung. Der 24-jährigen Künstlerin gelingt es, dass ihre Hörer_innen selbst aus der traurigsten Ballade gestärkt und optimistisch hervorgehen.

An poetischer Tiefe fehlt es ihren Texten dabei manchmal, dennoch fügen sie sich reibungslos in Irmas stilsicheren Soul-Pop ein und schaffen es sogar, haarscharf an der Gefahr des Kitsches vorbeizuschrammen, die von diesem Genre ausgeht. Von Irmas fesselnder Stimme getragen und in Begleitung ihrer Gitarren- und Klavierkünste, geht das Ganze in jedem Fall direkt unter die Haut.

Zur Künstlerin:

Beinahe noch ehrlicher und hoffnungsstiftender als ihre Lieder ist die Geschichte ihres Erfolgs. Keine Connections, keine Castingshow – allein das musikalische Talent der jungen Wirtschaftsstudentin und ihre aufrichtige Freude daran, es zu teilen, sind es, die zur Veröffentlichung ihres ersten Albums geführt haben.

1988 in Douala, Westkamerun in eine Musiker_innenfamilie hineingeboren, zog Irma mit fünfzehn Jahren nach Paris, um ihren Schulabschluss zu machen.
Mit Youtube-Videos, auf denen sie Coverversionen ihrer Lieblingssongs interpretierte, begann ihre Graswurzel-Karriere über das Internet. Von Hörer_innen mit begeisterten Kommentaren überhäuft, fühlte sie sich bestärkt, auch eigene Lieder ins Netz ins Netz zu stellen, bis sich 2007 schließlich das französische Label "My Major Company" an sie wandte, das CDs auf der Basis von Fan-Spenden produziert. In nicht mehr als 48 Stunden kamen die erforderlichen 70.000 Euro zusammen – gespendet von 416 Privatpersonen. Das so entstandene Album, das in Frankreich bereits 2011 erschienen ist, wurde dort mit einer Platinauszeichnung geehrt.

Stolz erzählt Irma in einem Video von den Aufnahmesessions in New York mit Henry Hirsch, der schon Lenny Kravitz produzierte. Doch der Glamour bliebt für sie nebensächlich. Ihr ganz persönlicher, authentischer Sound steht nach wie vor im Mittelpunkt und den, so die Newcomerin, habe sie in den professionellen Studioaufnahmen nicht wiedergefunden. Zurück in Paris zieht sie es vor, in einem Kellerraum, in dem sie sich selbst ein kleines Studio eingerichtet hat, ihre Songs eigenständig einzuspielen und zu produzieren. "Finally it felt like me", erklärt sie ihre Arbeitsweise. "It just felt naturally to me to record them just as I did when I was in Cameroon in my bedroom".

Mit dem ihr eigenen natürlichem Charme erzählt das junge Talent, sie vermisse es, Videos auf Youtube zu posten und habe deshalb einige ihrer Lieblings-Künstler_innen gefragt, ob sie mit ihr zusammen vor ihrer Webcam singen wollten. Und sie wollten! Auf diese Weise entstanden bereits Home-Made-Duetts mit Patrice und Will.i.am von den Black Eyed Peas. Mic Donet ("The Voice of Germany"), mit dem Irma ihre erfolgreiche Single "I Know" aufnahm, erklärt, er habe sich sofort in sie verliebt und Zaz, die ebenfalls auf "Letter To The Lord" zu hören ist, zählt sich zu Irmas engsten Freundinnen.

AVIVA-Tipp: Ein überraschend abgerundetes Debut mit Soulpop von höchster Qualität. Kraftvoll und geerdet wie die Künstlerin selber sorgt "Letter To The Lord" für Zuversicht und Gänsehaut.

Irma
Letter To The Lord

Label: My Major Company
VÖ: 08. März 2013

Weitere Infos unter:

www.universal-music.de

www.facebook.com/irmarockstar

www.mymajorcompany.com/irma

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

ZAZ – ZAZ. Album-Review und Konzert-Impressionen





Music Beitrag vom 07.03.2013 AVIVA-Redaktion 

   




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