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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 26.03.2013

Maia Vidal - Spaces
Julia Lorenz

Was tun nur all die Indie-JüngerInnen, wenn im Club die letzten Takte verklungen sind? Am besten, sie lassen sich von eigenwilligem Mitternachts-Folkpop durch die Straßen in den U-Bahn-Halbschlaf...



... begleiten.

Lautstärke auf Maximum und um Himmels Willen kein Kuschelpop: Hole, Nirvana, Elastica, The Distillers und The Clash nennt Maia Vidal auf der Website ihrer ehemaligen Band Kievan Rus als einige ihrer Lieblingsgruppen. Wer bereits durch ihr hochgelobtes Debut "God Is My Bike" auf die gebürtige Kalifornierin aufmerksam wurde, wird zumindest überrascht sein - und Indie-Folk-Größen wie Stina Nordenstam und CocoRosie auf der rock- und grungelastigen Liste ihrer All-Time-Favourites suchen. Tatsächlich startete die Künstlerin nach ihrer Zeit in der eben erwähnten Riot-Grrrl-Formation die Coverband Your Kid Sister, die ausschließlich Songs der Punkgruppe Rancid interpretierte und dabei den harten, schroffen Titeln ein neues, bisweilen gespenstisches Gewand schneiderte.

Jedoch macht bereits das von Vidal selbst kreierte, schillernde Artwork ihrer beiden jüngsten Veröffentlichungen deutlich: Der Aufstand muss fürs Erste ohne sie weitergehen. Für ihre Solokarriere lässt die Musikerin die scheppernden Gitarren im Probekeller und bezirzte bereits auf ihrem ersten Album mit Akkordeon und chansonesken, leichten Melodien. Ihr neues Werk "Spaces" erkundet nun die lichte Seite der Nacht: In elf versponnenen Liedern erzählt sie von Siedlungen auf anderen Planeten, Schnee im Sommer und Paaren, die nicht im selben Raum schlafen können, weil sie sonst ihre Alpträume teilen würden ("Francis and Fleur").

Von Violine und Audioharp bis hin zu Kontrabass und Trompete bedient sich die Künstlerin verschiedenster Stilmittel, um ihre sphärischen, luziden Klanggerüste zu konstruieren - und zwar fast im Alleingang: Die meisten Instrumente spielte sie selbst und brachte sich im Zuge der Aufnahmen ganz nebenbei Klavier und Banjo bei. Trotz Xylophonklimpern und fragilem Gesang besteht jedoch keine Gefahr, sich nach zwei Tracks genervt abwenden zu müssen: Dem Verdacht des süßlichen Schätzchen-Gestus setzt Maia Vidal mal düstere, mal schräge Lyrics entgegen. Zitathaft verweist die Sängerin und Multiinstrumentalistin auf den radikalen Anspruch ihrer früheren Projekte: "I could have been a pretty girl but my body disagreed", deklariert sie in "Disaster Body", einem schmerzhaft-schönen Song, der die Bedeutung des Alterns in einer lookistischen Gesellschaft thematisiert.

Brüche in den klassischen Songstrukturen generieren Vielschichtigkeit im Klangkosmos von "Spaces" und stehen schlichten Kompositionen wie "Wander" gegenüber, das auf Zehenspitzen durch die Dunkelheit zu schleichen scheint. Der Schlusstrack "Comets + Stars" beginnt als behutsame Lo-Fi-Spielerei und erzeugt Wärme und Intensität, während "The Big Shift" liebenswert-naive Euphorie und berückenden Pop miteinander verschmelzen lässt. "Everything was beautiful" schließt mit einem Zitat aus Kurt Vonneguts Roman "Schlachthof 5": "And everything was beautiful/ and nothing hurt", heißt es am Ende der vier bittersüßen Minuten - ein großartiges, hintergründiges Résumé für die ambivalente Grundstimmung des Albums, das Wohlgefühl und Wehmut zugleich zu wecken vermag.

AVIVA-Tipp: In Momenten, in denen die Luftigkeit der Songs von Alternative-Folk-InterpretInnen wie Taken By Trees der eigenen Melancholie nicht gerecht wird, die düstere Schwere von Soap & Skin jedoch zu sehr aufs Gemüt schlägt, dürfte Maia Vidals LP "Spaces" in Zukunft in Dauerschleife laufen: Charmant und doch wunderbar exzentrisch lässt die Künstlerin ihre poetischen Texte mit verspielter Instrumentalisierung in höhere Sphären abdriften, ohne dabei auf Effekthascherei zu setzen und den Bezug zur Intimität des klassischen Singer-Songwriter-Sounds zu verlieren.

Zur Künstlerin: Maia Vidal wurde 1988 in Santa Barbara/Kalifornien geboren. In jungen Jahren zog sie mit ihren Eltern - die französischer und japanisch-deutscher Abstammung sind - nach New York, wo sie erst in Brooklyn und später in Ithaca lebte. Sie studierte in Montreal, zog im Jahre 2009 nach Barcelona und pendelt heute zwischen der katalanischen Hauptstadt und Paris.

Mehr Infos zu Maia Vidal unter: www.maiavidal und auf Facebook

Maia Vidal
Spaces

Label: Crammed Discs
Vertriebe: Indigo (CD)/ PIAS (digital)
VÖ: 5. April 2013

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Maia Vidal - God Is My Bike

Taken By Trees – Open Field




Music Beitrag vom 26.03.2013 Julia Lorenz 

   




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