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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 07.04.2013

Louise Gold & The Quarz Orchestra - Debut
Lou Zucker

Zu dem Heimat-Jazz des Quintetts würden wir am liebsten einen verliebten Frühlingsspaziergang durch das Berlin der 20er Jahre machen – mit allen unvorhergesehenen Ereignissen, die wir...



... von dieser Stadt gewohnt sind.

"I can travel the world/ I might be smart and clever/ I might have a lot of money to burn/ but I´m gonna be lost forever/ if I don’t have love" - Mit diesem Refrain stellt sich uns Louise Gold auf ihrem ersten Album vor. Über der intellektuellen Vielschichtigkeit von Jazz- und Swingrhythmen, verschiedenen Instrumenten- und Themenwechseln erhebt sich ihre klare, elegante Stimme, ebenso golden wie ihr Name. Sie lässt sich jedoch nicht auf ein vordefiniertes Genre festlegen, sondern ist so frei, sich ein eigenes zu erfinden: Pop in Cinemascope. Zu Recht kann mensch die Frontfrau der Berliner Band als "smart and clever" bezeichnen. Doch vor allem geht es auf "Debut" um eins: um Liebe.

Während die lyrische Thematik auf einer Platte aus der Jazz-Abteilung nicht besonders überrascht, bleibt musikalisch auf dem Album nichts vorhersehbar. Die Billie-Holiday-Assoziationen, die das erste Lied vielleicht noch hervorgerufen hatte, werden gleich vom zweiten Song über den Haufen geworfen, der eine Folk/Country-Richtung einschlägt, Eisenbahn-Pfeifen inklusive. Auch zwei spannende instrumentale Stücke hat das Quarz Orchestra zu bieten: Der Titel "Lullaby for Moabit" lädt die Phantasie mit seinem einprägsamen Thema und spannungsvollen Tonlagen zum nächtlichen Streunen durch den Berliner Stadtteil ein. "Hush! Hush! Bolero" wiederum ist eine verführerische Aufforderung zum Tanz wenn die Lichter gedimmt und die meisten Gäste schon gegangen sind.

Mehr noch als die Abwechselung zwischen den Liedern überrascht die musikalische Vielfalt innerhalb der einzelnen Stücke. Jedes einzelne ist eine Schatzkiste voller Themen-, Rhythmus- und Tempowechsel, anspruchsvoller Soli und verschiedener, sich überlagernder instrumentaler Ebenen, die es zu entdecken gibt. Die besten Beispiele sind vielleicht "Footloose Fancy-Free" und "Any Human Heart", die uns zunächst in der Sicherheit eines sanft dahinschlendernden Jazz-Tracks wiegen, um urplötzlich Fahrt aufzunehmen in ein Fifties-Musical-Spektakel aufzugehen.

Lyrisch in die Tiefe geht vor allem das melancholische "Hush! Hush! Sweet Baby" und erscheint dabei wie ein schattiges Pendant zu dem Jazz-Klassiker "Summertime". Die Refrains ähneln sich stark, doch während der eine Song das weinende Kind beruhigen soll und ihm die Schönheit seiner Umwelt vor Augen hält, so zeichnet der andere ein wesentlich düstereres Bild von den Lebensumständen und vor allem von den Eltern des lyrischen Dus: "Your daddy is unable to protect you/ your mommy is unable to react". Zusammen mit dem schrägen Video im home-made-look bekommt der Song eine fast verstörende Note.

Neben all den Überraschungen kann mensch sich bei Louise Gold & The Quarz Orchestra auf eins verlassen: Authentizität. Nicht nur ihre Videos scheinen die sechs von jeglicher moderner Aufnahme-, Nachbearbeitungs- und Effekttechnik fern zu halten. Aufgenommen wurde das Album im Berliner Lightning Recorders Studio, das ausschließlich Equipment der Fünfziger und Sechziger Jahre verwendet und wo, genau wie damals, die Songs von der ganzen Band zusammen eingespielt und danach nicht mehr gemischt werden: Eine Platte wie ein Life-Konzert.

AVIVA-Tipp: Das Quintett und ihre Frontfrau laden das anspruchsvolle Jazzkenner_innen-Ohr mit "Debut" auf eine nostalgische Entdeckungsreise durch die Vielschichtigkeit ihres Könnens und ihrer Fantasie ein. Elegant, intelligent, inspirierend: Louise Gold & The Quarz Orchestra machen Lust, Lippenstift aufzulegen, eine Zigarette anzuzünden und in irgendeinem Café philosophische Diskussionen zu führen.

Zu den Musiker_innen: Für die Texte des Albums verantwortlich ist Singer-Songwriter und Autodidaktin Louise Gold. Geboren in Potsdam-Babelsberg kam sie 1994 nach Berlin, um Musikerin zu werden und sich in die Hauptstadt-Bohème zu stürzen. Die Arrangements sind Posaunist Hans Quarz zu verdanken, der eine Schwäche für Lippenstift und Mascara hat und der als jüngster von sieben Geschwistern neben einer Bahnstation aufwuchs. Das Geräusch der Züge hat, ihm zufolge, seine Liebe zur Musik mitgeprägt und findet sich auch auf "Debut" wieder. Zunächst Teil eines Swingquartetts, das in Berliner Jazz-Kneipen auftrat, bilden die beiden heute zusammen mit Pianist Thibault Falk, Gitarrist Florian Segelke, Schlagzeuger Daniel Lukenheimer und Bassist Hendrik Nehls die Band Louise Gold & The Quarz Orchestra.

Louise Gold & The Quarz Orchestra
Debut

Label: Skycap
Vertrieb: Rough Trade
VÖ: 26. April 2013
www.roughtrade.com

Mehr zu Louise Gold & The Quarz Orchestra unter:

www.goldquarz.com

www.facebook.com/GoldQuarz

www.myspace.com/goldquarz

www.skycap.de





Music Beitrag vom 07.04.2013 AVIVA-Redaktion 

   




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