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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 17.05.2013

Randi Tytingvaag - Lights Out
Sabine Reichelt

"Life and death are twins" schreibt die norwegische Sängerin und Komponistin und singt in zarten Bluesballaden von der Verzweiflung und Trauer, die sie nach dem Tod ihres ungeborenen Kindes...



...überkommen haben.

Über fast alles wird viel zu oft und meist viel zu laut geredet, geschrieben und gesungen. Über Liebe, häufig die falsche, über Geld und über Erfolg sowieso. Und doch gibt es Themen, die öffentlich weniger Beachtung finden und die wir gern verdrängen, weil sie uns zwar alle betreffen, wir aber Angst vor ihnen haben oder sie uns peinlich sind. Tod und der Verlust eines Menschen gehören zu diesen Themen - und Randi Tytingvaag besingt sie auf ihrem neuen Album.

Die norwegische Sängerin ist bisher vor allem durch ihre beiden Jazz-Alben "Let Go" (2006) und "Red" (2009) bekannt, für die sie von der Kritik hoch gelobt und in eine Reihe mit Kolleginnen wie Silje Nergaard oder Rebekka Bakken gestellt wurde, sowie durch ihre 2012 erschienene poppigere CD "Grounding".
"Lights Out", die aktuelle Veröffentlichung, versammelt vier Blues- und Folkballaden, die inhaltlich um den Verlust des Kindes ihrer Komponistin kreisen.

"These songs have come from the hardest experience of my life", schreibt Tytingvaag im Begleitheft zur CD. Und die Hörerin wird hier Zeugin eines leisen und ehrlichen Trauerns. Nur von Gitarren und einem Banjo begleitet beschreibt die Künstlerin in "Blind Ignorance" eben jene Schwierigkeit, über die eigene Trauer zu sprechen, denn "sorrow has no textbook and people don´t really talk". Den Raum für die eigene Traurigkeit, aber auch Wut muss sich jede/r erst schaffen.

Mit "Today Was Cancelled" ist Randi Tytingvaag ganz bei sich. Im musikalisch schönsten Titel des Albums bekommen die Gitarren, die in allen Stücken zart den Ton angeben, Gesellschaft von einem reduziert eingesetzten Klavier. Wie geht mensch mit den eigenen Gefühlen um, mit der inneren Leere? Die Sängerin wünscht sich, sie wäre wie eine Maschine, und könnte sich selbst einfach wieder anschalten.

"Dark" hingegen richtet sich mit einfacher Melodie und klarem Text direkt an ihr Kind. Musikalisch erinnert es an ein Schlaflied. In ihm spricht die verzweifelte Mutter, die weder fassen noch verstehen kann, dass sie ihr Kind niemals kennenlernen wird: "Why did you have to go?"

Eine Antwort darauf gibt es wohl nicht, aber Randi Tytingvaag plädiert dafür, beides zu verbinden, Leben und Tod. Intellektuelles Kernstück des Albums ist deshalb ein Zitat des norwegischen Sozialmediziners Per Fugelli, der jene Kategorien ablehnt, die unsere Gesellschaft anbietet, um Menschen einzuteilen und daraufhin in die Gemeinschaft aufzunehmen oder von ihr auszuschließen: "We must work our way out of the misconception that sharply divides humans into the healthy and the sick, the normal and the abnormal, the winners and the losers. Instead, we should meet each other honestly as human blends."

AVIVA-Tipp: Nichts im Leben ist sicher, nichts einfach nur Schwarz oder Weiß, das weiß auch Randi Tytingvaag. Und nachdem mensch beim Hören ihrer Lieder virtuell neben der Sängerin gesessen und mit ihr eine Nacht der Trauer und Verzweiflung durchwacht hat, gibt der letzte Titel "Light Grey" mit der Erkenntnis, diese Ambivalenz zu akzeptieren und im Jetzt zu leben, einen tröstlichen Ausblick.

Randi Tytingvaag
Lights Out

Label: Songways/Ozella Music
VÖ: 17. Mai 2013
www.ozellamusic.com

Mehr Infos:

www.tytingvaag.no

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Randi Tytingvaag bei Myspace

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Randi Tytingvaag – Let Go

Tytingvaag Ensemble – Let Go Instrumentals

Randi Tytingvaag – Red

SILJE NERGAARD – Unclouded

Rebekka Bakken – I Keep My Cool


Music Beitrag vom 17.05.2013 Sabine Reichelt 

   




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