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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 12.06.2013

Austra - Olympia
Natalie Siehr

Queerer, elektronischer Sound steht derzeit hoch im Kurs, nicht nur in Berlin. Was aber hier aus dem fernen Kanada kommt und alle gängigen Kategorien sprengt, ist speziell und unbedingt hörenswert!



Das zweite Album ist ja immer so eine Sache. Da hat sich eine Band im besten Fall mit ihrem Debut eine Fangemeinde erspielt und dementsprechend sind die Erwartungen an die Folge-Veröffentlichung. Austra ergeht es da nicht anders. Ihr 2011 erschienenes erstes Album "Feel it break" stieß auf große Resonanz, ohne dass das der Band einen Durchbruch im klassischen Sinne beschert hat. Sie wurde zwar für den Polaris Music Prize nominiert, wo sie sich jedoch nicht gegen Arcade Fire durchsetzen konnte. Dennoch findet sich "Feel it break" auf diversen Listen der besten Alben des Jahres 2011.

Entsprechend wurde von der Musikpresse versucht, den Sound von Austra in die gängigen Genre-Schubladen zu stecken. So liefen sie unter dem Motto "Goth-Electro" oder auch unter dem Etikett "Witch-House". Zudem werden sie meist in einem Atemzug mit Zola Jesus oder auch Fever Ray genannt, mit denen sie durchaus einige Gemeinsamkeiten haben. Aber Austra ist eine Band, bei der gängige Genres nicht wirklich passen und auch Vergleiche mit anderen Bands zu kurz greifen. Zu speziell ist der Sound, den die KanadierInnen kreieren. Die treibende Kraft dahinter ist Katie Stelmanis, die 2009 zusammen mit Maya Postepski und Dorian Wolf die Band in Toronto gründete. In den letzten drei Jahren, in denen Austra fast ununterbrochen auf Tour waren, ist die Gruppe inzwischen auf sechs Mitglieder gewachsen.

Mit dem Erscheinen von "Olympia" geht die Band das Wagnis ein, den eingeschlagenen Weg zu verlassen und sich musikalisch deutlich weiterzuentwickeln. Da leidenschaftliche Musikfans mitunter eher konservativ gestrickt sind, sorgt das in den entsprechenden Internetforen schon für rege Diskussionen. Dabei hat sich beim genaueren Hinhören das Alleinstellungsmerkmal und das Besondere, das bei "Feel it break" mitschwang, erhalten.

Fast alle Tracks zeichnen sich durch intensiven Synthie-Einsatz aus. Dabei sticht eine deutlich größere Variation in den Stücken heraus und es schimmert eine fast schon luftige Spielfreude durch. Nach wie vor erhalten die Songs ihren ganz besonderen und unverwechselbaren Charakter durch die prägende, klassisch ausgebildete Stimme von Katie Stelmanis. Eben diese sorgt auch dafür, dass bei aller Verspieltheit und dem eher in den Dance-Bereich schwingende Tendenz des Albums eine gewisser Hauch von Melancholie und Dunkelheit erhalten bleibt. Ergänzt werden die Soundstrukturen durch den Backgroundgesang, der pointiert die Stücke unterstreicht. Es ist dem Album anzumerken, dass mehr Augenmerk auf einen ausgefeilteren Sound gelegt wurde. Zudem hat Katie Stelmanis die Freude am Textschreiben für sich entdeckt. Während die Lyrics des Vorgängeralbums eher kryptisch gestrickt waren, sind nun in enger Zusammenarbeit mit der Backgroundsängerin Sari Lightman sehr persönliche Texte entstanden, die Geschichten erzählen.

So beschreibt die erste Single "Home" das schmerz- und sehnsuchtsvolle nächtliche Warten auf die Rückkehr der Geliebten, was durch den eher auf das Piano reduzierten Sound berührend umgesetzt wird. Der Opener "What we done" und "Forgive me" knüpfen eher noch an den Klang des ersten Albums an. Aber spätesten bei "Painful like", der zweiten Single-Auskopplung, gewinnt der Dance-Rhythmus die Oberhand. Die beiden eher auf den Gesang fokussierten Stücke "You changed my life" und das fantastische "Hurt me now" nehmen die Dynamik wieder zurück und runden das Album so perfekt ab.

Auch live sind Austra in jedem Fall lohnenswert. Leider ist das Konzert in Berlin schon ausverkauft, aber sie sind auf dem Melt! Festival am 19.07. zu erleben.

AVIVA-Tipp: Mit "Olympia" dürfte Austra noch für Gesprächsstoff bei den eingefleischten Fans sorgen und hoffentlich neue begeisterte Hörerinnen für sich gewinnen. In jedem Fall haben sie sich damit erneut eine Anwartschaft für das Album des Jahres 2013 erspielt!

Austra
Olympia

VÖ: 14.06.2013
Label: Domino Records/GoodToGo

Austra im Netz:

www.austramusic.com

www.facebook.com

www.myspace.com/austra


Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Zola Jesus – Stridulum II



Music Beitrag vom 12.06.2013 Natalie Siehr 

   




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