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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 19.05.2014

Blondie 4(0) Ever - Greatest Hits Deluxe Redux / Ghosts of Download
Christina Mohr

Kann das wahr sein? Gibt es die New Yorker Band Blondie tatsächlich schon seit 40 Jahren? Hat frau nicht eben gerade "Heart of Glass" im Radio gehört und bei der letzten Party ausgelassen...



... dazu getanzt?

Doch, das hast du, liebe/r Leser/in, denn Blondie veröffentlichten – vor allem in ihrer ersten aktiven Schaffensperiode – eine ganze Reihe unsterblicher Welthits, die zum festen Repertoire der Radiosender und DJs aller Couleur gehören: "Sunday Girl", "Atomic", "Call Me", "The Tide Is High", "One Way Or Another", "Dreaming", "Rapture", bereits erwähnte Discohymne "Heart of Glass" und, zum Auftakt des zweiten Kapitels ihrer Karriere, der erfolgreichen Reunion ab 1999, "Maria".

Debbie Harry und Chris Stein gründeten Blondie 1974 in New York City, zunächst unter dem Namen Angel and the Snake, den die Band bald zugunsten des griffigeren Blondie* ablegten – dem Spitznamen ihrer wasserstoffblonden Sängerin. Zuvor hatten Harry und Stein in verschiedenen New Yorker Bands gespielt, Harry mit der Folktruppe Wind and the Willows bereits eine LP aufgenommen und mit dem Girltrio The Stilettoes erste Auftritte im legendären Bowery-Club CBGB´s absolviert. Doch erst die romantische und kongeniale künstlerische Beziehung von Stein und Harry brachte den Erfolg – zunächst als Aushängeschild der New Yorker Punkszene, dessen Zentrum das CBGB´s war und wo Blondie neben den Ramones, Television, Patti Smith, Richard Hell und anderen auftraten. Blondie waren Teil der Szenerie und doch anders: musikalisch orientierten sich Blondie in ihrer Frühzeit an den Sechzigern, der Bandsound wurde maßgeblich von Jimmy Destris Farfisa-Orgel und Clem Burkes Schlagzeugspiel geprägt.

Vor allem aber hatten Blondie Debbie Harry. Ihre spektakuläre Schönheit und ihr einzigartiger Gesangsstil sorgten dafür, dass Blondie rasch über East Manhattans Straßen hinaus bekannt wurden, führten aber auch zu Missverständnissen: weil alle JournalistInnen nur Debbie Harry interviewen und fotografieren wollten, ließ die Band T-Shirts mit der Aufschrift "Blondie is a Group" bedrucken. Ein weiteres Missverständnis: viele MusikkritikerInnen ignorierten, dass Mrs. Harry nicht nur das schöne Aushängeschild der Band war, sondern – gemeinsam mit Chris Stein - die maßgebliche Songschreiberin. Das Klischee der hübschen, aber hohlen Sexbombe traf auf Debbie nicht zu – was zur Folge hatte, dass ihre Errungenschaften zur Popgeschichte erst in jüngerer Zeit gewürdigt werden. Bob Stanley schreibt in "Yeah Yeah Yeah" sinngemäß, dass Debbie Harrys Talent als Song-Autorin von der Kritikerwelt möglicherweise eher ernst genommen worden wäre, wäre sie eine "häßliche Krähe" gewesen. War sie aber nicht – und quittierte sexistische Klischees seit jeher mit Coolness und nonchalanter Ironie. Harrys ikonischer Stil – in Haltung, Aussehen und Gesang – beeinflusste zahllose Künstlerinnen von Madonna über Courtney Love bis Lady Gaga.

1978 gelang Blondie mit "Denis", der Coverversion eines Songs von Randy and the Rainbows ein erster Hit und der Sprung über den großen Teich: von England aus begann Blondies Triumphzug, und die Hits kamen Schlag auf Schlag, siehe oben. Bruchlos verknüpften Blondie Punk und Disco: "Heart of Glass" machte die Band 1979 zu weltweiten Superstars, "The Tide Is High", der Filmsong "Call Me" ("American Gigolo") und "Rapture", erster Raptrack an der Spitze der US-Charts, manifestierten ihren Status.

Die Hochphase hielt nicht lange an: Harrys Soloalbum "Koo Koo" (1981) war ambitioniert, aber erfolglos, zeitgleich stiegen die Spannungen innerhalb der Band. Nach dem schwachen Album "The Hunter" lösten sich Blondie 1983 auf.
In den Jahren danach kümmerte sich Debbie Harry um den schwer erkrankten Chris Stein (als sie kein Paar mehr waren, wohlgemerkt), schauspielerte und nahm weitere Soloplatten auf. Sie hatte einige kleinere Hits ("French Kissin´", "I Want That Man") und erfuhr mit den Jazz Passengers eine neue Inkarnation als Jazzsängerin, aber die Erfolge von Blondie schienen nicht wiederholbar. Doch nach einigen halbherzigen Reunion-Versuchen formierten sich Blondie 1997 tatsächlich neu und stiegen wie Phoenix aus der Asche: Mit dem Song "Maria" aus dem Album "No Exit" und einer Welttournee begann das zweite Bandleben von Blondie – mit immerhin drei Originalmitgliedern: Debbie Harry, Chris Stein und Clement Burke.

Zugegeben: Die Musik von Blondie wurde nie wieder so gut wie sie es in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren war. Die Post-Reunion-Alben "No Exit", "The Curse of Blondie" und "Panic of Girls" können Meisterwerken wie "Parallel Lines" (1978) oder "Autoamerican" (´80) nicht das Wasser reichen.

Das neue Album "Ghosts of Download", das strategisch geschickt als Doppel- bzw. Deluxe-Dreifachpaket mit einem Best-of-Album und einer Live-DVD (Live at CBGB 1977) verkauft wird, präsentiert eine Band, die sich nicht damit zufrieden gibt, ihr Erbe zu verwalten. Die Songs sind up-to-date produziert, durchweg tanzbar und mit einem ansehnlichen Gaststar-Aufgebot: Beth Ditto ist Harrys Duettpartnerin beim Queer-Empowerment-Track "A Rose By Any Name", ferner sind die Hip Hopper Las Rakas und der kolumbianische Elektro-Künstler Systema Solar an Bord. Chris Steins neu entdeckte Liebe zu lateinamerikanischen Rhythmen und der ansonsten vorherrschende Disco-Fox machen "Ghosts of Download" eher zum Soundtrack für Kreuzfahrt-Abende anstelle cooler Clubs, aber andererseits: diese Leute sind fast siebzig Jahre alt. Kreuzfahrt geht also in Ordnung. Nur die Coverversion von Frankie Goes to Hollywoods "Relax" als Ballade (!) hätte ihnen jemand ausreden müssen. Dieser Song ist uncoverbar – auch nicht von Blondie.

AVIVA-Tipp: Souveränen Umgang mit ihren eigenen Hits beweisen Blondie auf der "Deluxe Redux"-Greatest Hits-Scheibe: die elf von der Band ausgewählten Songs wurden neu eingespielt und neu eingesungen – Harrys reife, noch immer messerscharfe Stimme gibt den Stücken neue Twists. Ganz nebenbei belegen die Songs (u.a. die Postpunk-Classics "One Way Or Another", "Hanging on the Telephone" und "Rip Her to Shreds") Blondies unschätzbar wichtigen Part in der Pophistorie.
Punk-NostalgikerInnen sei unbedingt die "Special Deluxe"-Paket empfohlen: Die beiliegende DVD beinhaltet einen kompletten Auftritt von Blondie im CBGB anno 1977.

Blondie im Netz: www.blondie.net

Blondie 4(0) Ever - Greatest Hits Deluxe Redux / Ghosts of Download (Special Edition: 2 CDs + DVD)
39 Tracks
Label Caroline/Universal, VÖ 16. Mai 2014





Music Beitrag vom 19.05.2014 Christina Mohr 

   




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