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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 20.03.2015

LoneLady - Hinterland
Christina Mohr

Ganze f├╝nf Jahre musste frau nach "Nerve Up" auf ein zweites Album von Julie Campbell alias LoneLady warten. Nun ist es da: "Hinterland" hei├čt es und kommt durchaus vertraut daher ...



LoneLady mag keinen ├╝bertrieben hohen Output haben, aber einen guten Sinn f├╝rs Timing: Ihre zweite Platte "Hinterland" erscheint fast auf den Tag genau f├╝nf Jahre nach ihrem Deb├╝talbum. "Nerve Up" brachte der rothaarigen Multiinstrumentalistin aus Manchester zwar keinen Riesenerfolg, aber viel Beachtung seitens Kritik und Fans. Die k├╝hlen Synthies und Campbells schneidende Gitarre erinnerten an Postpunk-Bands wie Gang of Four, A Certain Ratio und Joy Division (die wie Campbell aus Manchester kamen): Die Musik wirkt k├╝hl und distanziert, gleichzeitig leidenschaftlich und emotional. Campbell/LoneLady arbeitete sich auf "Nerve Up" am Verfall ihrer Heimatstadt ab, stilistisch stimmig inklusive schwarz-wei├čem Plattencover: Depressiv, aber tanzbar ÔÇô diese Mischung ist in den 2010er-Jahren genauso griffig und g├╝ltig wie in den 1980ern.

Beim H├Âren von "Hinterland" stellt frau zun├Ąchst fest, dass LoneLady an ihrem Konzept kaum etwas ge├Ąndert hat: Die wavigen Beats aus der Drum-Machine pluckern und knallen, der Bass federt dynamisch und schiebt nach vorn, LoneLady setzt mit Cello und Keyboard klare Akzente in minimalistischen Arrangements, im Zentrum der neun Tracks stehen ihre melancholisch klagende Stimme und die "ins Leben schneidende Gitarre", wie Musikjournalist Paul Morley mal ├╝ber sie schrieb.

Der Albumtitel evoziert einen Umzug respektive R├╝ckzug aus der Stadt ins L├Ąndliche, was im konkreten Fall bedeutet, dass sich LoneLady f├╝r die Aufnahmen ins Hinterland von Detroit begeben hatte: Im Keyclub Recording Studio in Michigan werkelte LoneLady mit antiken Synthies und einem Drumcomputer, der mal Prince geh├Ârt hatte: "Wer wei├č, welch magischer Staub, was f├╝r Gen-Partikel daran haften geblieben sind?", freute sich Campbell ├╝ber die Chance, dieses mystische Ger├Ąt benutzen zu d├╝rfen. Ob es der magische Staub historischer Technik ist oder LoneLadys musikalische Vision: Die ersten vier St├╝cke von "Hinterland" gehen so derma├čen fiebrig und unwiderstehlich in Beine und H├╝ften, dass sich die geneigte H├Ârerin umgehend auf die Tanzfl├Ąche begeben muss ÔÇô und sei diese im heimischen Wohnzimmer. Die Singles "Bunkerpop" und "Groove It Out", das schon seit einigen Monaten durch Netz und Clubs t├Ânt, sind mit den repetitiven Beats und Hooks Dance-Hits par excellence. ├ťberhaupt g├Ânnt LoneLady ihren Tracks Ausdehnung in L├Ąnge, Tiefe, Breite: Jedes St├╝ck dauert mehr als f├╝nf Minuten, klare Absage an Radiotauglichkeit und Mainstreamkonventionen. Am verst├Ârendsten ÔÇô und interessantesten ÔÇô ist "Flee!" geraten, das mit knisternden Streichern und frickeligem Elektrosound eine kalte, ratlose ├ľdnis schafft: "Where to go?" fragt LoneLady und "neither man nor beast could answer me" ÔÇô d├╝stere Postapokalypse wie in Filmen von John Carpenter. LoneLadys konkrete Aufenthaltsorte Manchester und Detroit als Ruinen der Industrialisierung, klanggeworden auf "Hinterland".

Um noch einmal mehr einen Bezug zu den Achtzigern herzustellen: Auch wenn LoneLadys Musik diffiziler und weniger chartorientiert wirkt, l├Ąsst sich eine Parallele zu Wave-Ikone Anne Clark nicht verleugnen (die ├älteren werden sich erinnern). Auch Clark schuf und schafft mit ihren Songs wie "Sleeper in Metropolis" eine dystopische Vision von Einsamkeit, K├Ąlte und Verlorenheit in einer entfremdeten Welt und verfestigte mit jedem ihrer Alben diesen Eindruck. K├Ânnte gut sein, dass LoneLady diesen Weg weiterf├╝hrt.

AVIVA-Tipp: Wenig Ver├Ąnderung, daf├╝r Manifestierung ihres Stils: LoneLadys neues Album schlie├čt bruchlos an ihr Deb├╝t an und hat einige Hits f├╝r die Ewigkeit im Gep├Ąck.

LoneLady
Hinterland

9 Tracks
Label: Warp. V├ľ: 20.03.2015

LoneLady im Netz: lonelady.co.uk

Weiterh├Âren auf AVIVA-Berlin:
Anne Clark - The Very Best Of


Music Beitrag vom 20.03.2015 Christina Mohr 

   




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