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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 08.05.2015

Colleen - Captain of None
Clarissa Lempp

Die Multi-Instrumentalistin Colleen ist mit ihrem nunmehr sechsten Album zur├╝ck. Mit "Captain of None" schafft sie eine genial subtile Verbindung zwischen Barock-Instrumenten und jamaikanischen..



... Dub.

Die Viola da Gamba ist ein Saiteninstrument aus dem Barock, ├Ąhnlich dem Cello, das die franz├Âsische Musikerin Cecile Schott - aka Colleen - bereits in ihren Teenager-Jahren entdeckte. Schon auf fr├╝heren Alben, wie dem 2007 erschienenen "Les Ondes silencieuses", griff sie in eher traditionellen Kompositionen auf barocke Kammermusik zur├╝ck. Auf ihrem neuen Album "Captain of None" macht sie die Viola jetzt zum post-modernen Star. Statt es wie vorgesehen als Streichinstrument einzusetzen, zupft und schl├Ągt Colleen aber die Saiten. Beeinflusst von afrikanischer und jamaikanischer Musik, funktioniert sie die Viola da Gamba zum Percussion-Instrument um. Songs wie "Soul Alphabet" bauen auf dieser Vorgehensweise auf und schaffen einen ganz eigensinnigen Klang, der hier und da an Joanna Newsoms Harfenspiel erinnert.

"Captain of None" ist das erste Album, das Colleen im Alleingang aufnahm und produzierte. Der jamaikanische Einfluss, den Colleen aus ihrer Liebe zu Lee "Scratch" Perry zieht, ist auch vor allem in der Produktion h├Ârbar. So ist unverkennbar auf "Eclipse" ein Hall-Effekt zu vernehmen, der an Reggae und Dub Songs erinnert. "This Hammer Breaks" ist wiederum auf die Percussion-Elemente konzentriert, die in einem immer schneller werdenden Rhythmus an Afrobeats ankn├╝pfen. Wie auch schon auf den Vorg├Ąnger-Alben, spielen Samples und Loops eine wichtige Rolle im Aufbau der Songs. Da wird auch Cecile Schotts Stimme zu einem eigenen Instrument, das nicht immer Worte braucht, um sich auszudr├╝cken. Die ├╝berhaupt sehr reduzierten Texte werden oft fast trance-artig wiederholt, bis sie sich im Rhythmus aufl├Âsen.

"This Hammer Breaks Illusions. This Hammer BreaksÔÇŽ"

Auch wenn die ungew├Âhnliche Mischung von Barock und Reggae nur sehr subtil daherkommt, sind die Einfl├╝sse doch un├╝berh├Ârbar. Das Ergebnis ist ein ebenso spannendes wie angenehmes Album, das vom Pizzicato der Viola in den Rhythmus der Dub-Beats dr├Ąngt.

AVIVA-Tipp: Colleen schuf mit "Captain of None" ein experimentelles Album, das immer gut h├Ârbar bleibt. Auch wenn einige Songs besonders hervorstechen, ist es doch als Ganzes ein abgerundetes, kleines Meisterwerk, das sich zwischen sph├Ąrischem Gesang, Electro und sonnigen Beats bewegt.


Colleen
Captain Of None

Label: Thrill Jockey (Rough Trade)
ASIN: B00VQYW4VC

www.colleenplays.org


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Music Beitrag vom 08.05.2015 Clarissa Lempp 

   




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