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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 01.08.2015

A seated craft - Of birds
Jenny Oliveira

Alexia Peniguels zweites Album erfüllt jeden Raum mit Harmonie und Ruhe. Mit ihrer faszinierenden Stimme singt sie über die Enttäuschungen und die Erfolge im Leben, wobei ihr Vögel in allen...



...Farben als Musen dienen, und zu philosophischen Gedanken inspirieren.


Einem ihrer Musen, dem Laubvogel Bowerbird, widmet die Sängerin, Songwriterin und Arrangeurin ein Lied: "Bowerbird Bacchanal". Peniguels besingt, wie er nur den schönsten Tand zusammensucht, um während der Balzzeit die Weibchen zu beeindrucken. Sie vergleicht die Liebesmühe des Vogels mit der Erfahrung, sich ein neues Leben von Grund auf neu aufzubauen und sie erinnert ihre Hörer_innen, nur die "blue and shiny things" zu benutzen und sich ein Zuhause zu schaffen.

Als sie im Jahre 2004 Australien mit abgeschlossenem sozialwissenschaftlichen Studium und zweijährigem Diplom in Jazz-Improvisation in der Tasche verließ, machte sie sich ohne festes Ziel nach Europa auf – in der vagen Absicht, nach Frankreich zu ziehen, dort Musik zu machen und zu ihren französischen Wurzeln zurückzukehren, doch es kam anders. Sie legte einen Zwischenstopp in Berlin ein, um ihre Schwester zu besuchen – und blieb. Nicht die hiesige Musikszene verführte sie zum Bleiben. Es ist die Aura von Berlin als Zufluchtsort für Außenseiter. "Ich habe mich in einer kleinen Wohnung verkrochen, mir einen miesen Job gefunden, mir selbst Deutsch beigebracht und wieder ganz von vorne angefangen."

Das gelingt Peniguels selbst ausgezeichnet, sie hat das Album "Of birds" in ihrer Berliner Wohnung aufgenommen. Dafür hat sie diese in ein Tonstudio umgewandelt, verschiedene Berliner -, wie auch internationale Künstler_innen zu sich eingeladen und gemeinsam in der Küche "a wondrous carpet-bag of orchestral sounds: trumpet, drums, clarinet, cello, treble recorder and piano (...)" geschaffen. Unter anderem sind mit dabei die britische Folktronica Künstlerin Cajita, der US-amerikanische Troubadour Ian Fischer und der renommierte, australische Produzent und Multiinstrumentalist Tony Dupé, der Ende 2007 erstmals mit Peniguels Kontakt aufnahm.

Dupé hatte verschiedene Aufnahmen gehört, die Peniguel ins Netz gestellt hatte, und war von ihrer hellen und glasklaren Stimme begeistert, weswegen er dann auch 2008 nach Berlin zog und sie gemeinsam das erste Album "The Savage and the Small" produzierten, das 2011 erschien. Auch dieses Album war reichhaltig instrumentiert und brachte die Hörer_innen, wie nun auch das zweite, zum Träumen.

"Of birds" erinnert an einen kleinen Bach, der einen Hügel hinunterläuft und dabei von einem Stein zum nächsten plätschert. Die Lieder beginnen sanft mit Gitarrenklängen und Peniguels klarer Stimme, dann fällt verspielt ein Xylophon mit ein, plötzlich klimpert Jemand auf dem Klavier und die Melodie wird mit dem Bassdrum unterlegt. Dieser komplexe Aufbau und die Vielfalt an verschiedenen Instrumenten ist mit Liebe zum Detail organisiert. Trotz der etwas schwermütigen Atmosphäre wird in ihren intimen und sehr poetischen Songtexten klar, dass es ums Ankommen geht, um das Finden und Schaffen des eigenen Zuhause.

"There I go on days like these, I find geese in the strangest corners, all is still, I have needles for eyes stitching up to the open skies, there I go, so quietly standing still, demanding beauty as ducks brush the surface as dusk shrugs the dirt off there I go again."

AVIVA-Tipp: Glücklicherweise hat es Alexia Peniguels nach Berlin verschlagen und festgehalten, an den "Zufluchtsort für Außenseiter", wie sie selbst sagt. Nun kommen wir in den Genuss ihrer Lieder, die frau/man ins Hier und Jetzt katapultieren und die Leichtigkeit des Moments, die Schönheit der Vögel und ihres Gezwitschers genießen lassen.

A seated craft
Of birds

Label: Revolver Distribution Services | LC 18485
Vertrieb D: Rough Trade
Katalognr.: RDSCD039
VÖ: 20. Februar 2015
Formate: CD, MP3

Mehr zu A seated craft unter: aseatedcraft.com


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Music Beitrag vom 01.08.2015 AVIVA-Redaktion 

   




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