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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 14.09.2015

Nerina Pallot - The Sound And The Fury
Clarissa Lempp

Der Start der Songwriterin in das Musikbusiness war eher holprig, sp├Ąter lief es ihr dann zu glatt. Jetzt kehrt sie mit einem Kaleidoskop an Songs zur├╝ck, das durch seine bunte Vielfalt begeistert.



Ihr neues Album "The Sound And The Fury" bezeichnet Nerina Pallot als ihr Midlife-Crisis-Album. Elf Lieder versammelt sie darauf, drei davon bisher unver├Âffentlicht, acht erschienen bereits als EPs. Das Album ist also irgendwie auch eine Neuordnung der Dinge.Ausschlaggebend waren aber die drei unver├Âffentlichten Songs, die 2013 entstanden. Darunter der Opener "There Is A Drum" und das sph├Ąrische "The Longest Memory", das auf dem Album als finaler Track zu h├Âren ist. Ein Jahr sp├Ąter, also 2014, war Nerina Pallot auf Tour. Die drei Lieder warteten in der Schublade und sie l├Ąutete das Jahr der EPs ein. Jeden Monat ver├Âffentlichte sie einen Song, wie das leichtf├╝├čige "Rosseau", in dem sie ├╝ber gezupften Gitarren die zwei wohl bekanntesten Namenstr├Ąger verquickt - den Naturforscher und Aufkl├Ąrer Jean Jacques und den tr├Ąumenden Maler Henri.

Jetzt f├╝hrten Pallot und ihr Produzent und Ehemann Andy Chatterley die Songs aus den beiden Jahren zusammen. Eine gute Idee. "The Sound And The Fury" ist ein fulminantes Sammelsurium an starken St├╝cken, das Nerina Pallots Vielf├Ąltigkeit auf den Punkt bringt. Aus der Serie von 2014 stammen auch der rotzige Gitarrensong "If I had A Girl", der als tanzbare feministische Polemik zu verstehen ist und das technoide Drama "Boy On The Bus". Im fragilen "The Handle" entfaltet sich Pallots Stimme ebenso wie im darauf folgenden bluesigen "Spirit Walks" auf G├Ąnsehaut-Niveau. Mit "Blessed" und "Big White House" deckt sie die Balladen-Fraktion mal im rauchig-warmen R┬┤n┬┤B-Beat, mal mit zuckers├╝├čer Country-Stimmung ab.

Der dritte bisher unver├Âffentlichte Song auf "The Sound And The Fury" ist "The Road". Er ist durch den gleichnamigen, dystopischen Roman von Cormac McCarthy und den Ereignissen um den Tod Margret Thatchers inspiriert. Ein verzerrter, irgendwie w├╝tender Beat, flirrende Schnipsel einer arabischen Fl├Âte und ein schleppender, fast sprechender Gesang erzeugen darin eine hypnotische Kraft. "No, he walks this road alone", hei├čt es im Refrain und obwohl Pallot sich zun├Ąchst nur auf den Romanhelden von McCarthy bezog, erkannte ein anderer das politische Potential. Der Regisseur Damian Weilers fragte den Song f├╝r seine Dokumentation ├╝ber die Situation von Refugees (Fl├╝chtlinge) in Calais an.
Nerina Pallot, deren indische Mutter in den 1960er Jahren selbst immigrierte, sagte zu und machte das Film-Material gleich zum offiziellen Video.

AVIVA-Tipp: Es macht Spa├č Nerina Pallots musikalischer Entfaltung beizuwohnen. Ein ├╝berraschend abwechslungsreiches Balladen- und Power-Spektakel, das gekonnt mit den Musikgenres spielt.

Nerina Pallot
The Sound And The Fury

Label: Idaho/INgrooves/Rough Trade
V├ľ: 11.09.2015
www.nerinapallot.com

Das Video zu "The Road" und ein Statement von Nerina Pallot gibt es bei youtube zu sehen.


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Music Beitrag vom 14.09.2015 Clarissa Lempp 

   




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