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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.06.2017

Joanne Pollock - Stranger
Lisa Baurmann

Das Debutalbum der Kanadierin ist von kühler Schönheit und Ruhe. Es erzählt mit vielschichtigen Klängen vom kanadischen Winter, von Sehnsüchten und Abgeschiedenheit.



Obwohl Joanne Pollock mit "Stranger" ihre erste Langspielplatte veröffentlicht, konnten wir bereits Bekanntschaft mit ihrem musikalischen Schaffen machen: Mit "Poemss", dem gemeinsamen Projekt mit dem Breakcore-Produzenten Aaron Funk, besser bekannt als Venetian Snares. Und mit "Optimist", ihrer im Selbstverlag veröffentlichten EP von 2015. Nun erscheint endlich ihr Solo-Debutalbum. Aufgenommen hat sie es in Aaron Funks Studio im kanadischen Winnipeg.

Eisige Winter, gläserne Klänge

Winnipeg in Manitoba gehört im Winter zu den kältesten Städten der Welt. Von November bis März liegen die Durchschnittstemperaturen im Minusbereich und -30°C sind keine Seltenheit. Trotzdem tauschte die Künstlerin ihre Wohnung im wärmeren – und belebteren – Toronto gegen das abgeschiedenere Landesinnere ein, wo die Mieten niedrig sind und viel Zeit für kreatives Schaffen bleibt.

Und so ist es vielleicht kein Zufall, dass "Stranger" nach einsamen Winterlandschaften klingt. Seine elektronischen Staccato-Klänge, mal metallisch, mal gläsern, erinnern an bizarre Eisformationen, die sich Tropfen für Tropfen auskristallisieren. Darüber schwingen nachdenkliche, sphärische Synthesizermelodien – und Pollocks Vocals. Die Sängerin beherrscht eine eindrucksvolle Spanne von Oktaven und Klangfarben: Im Opener "Carnival" geht sie von einem entrückten Wispern in kräftig-erdiges Raunen über – und umgekehrt. "You Know I Would Do Anything" schwingt sich zu schwindelerregenden Höhen auf und das Titelstück "Stranger" gleicht einem tragischen Klagegesang.

Maximalismus im Detail

Pollock selbst bezeichnet ihre Musik in einem Interview mit Stylus Magazine als "Maximalist, electro pop". Die Beschreibung mag Hörer_innen zunächst irritieren. Elektronischer Pop, ja – für Pop sprechen ihre schönen, bezaubernden Melodien, von denen die Stücke getragen werden, obwohl sie sich nicht in herkömmlichen Songstrukturen bewegen. Aber maximalistisch? Zu delikat klingen hierfür die Percussionelemente, zu kontrolliert die Arrangements, zu gelassen die Synthesizer.

Erst genaues Hinhören offenbart die Bedeutung. Die Möglichkeiten, die elektronisches Musizieren bietet, um die vielfältigsten Klänge zwischen zu erschaffen, reizt die Künstlerin maximal aus. In Kleinarbeit schichtet sie ihre Aufnahmen von Vocals, Synthesizern und sogar akustischen Instrumenten am Computer übereinander, um außergewöhnliche Texturen zu schaffen. Präzise und fast fragil klingt das Gesamtergebnis der so entstehenden Kompositionen – der Maximalismus liegt im Detail:

"You have to honour the songs with your time and you have to dedicate yourself to the music," sagt sie gegenĂĽber Beatroute im Interview.

AVIVA-Tipp: Joanne Pollocks elektronischer Pop ist nicht tanzbar oder ohrwurmtauglich, sondern bedächtig, ausgefeilt und idiosynkratisch. Das macht ihn ausgesprochen langlebig. Bei jedem Durchlauf von "Stranger" offenbaren sich neue Feinheiten, neue Schichten im komplexen Klanggewebe: Es ist ein Album, das sich immer und immer wieder hören lässt.

Joanne Pollock
Stranger

Label: Timesig / TIMESIG007
VĂ–: 16.06.2017
planet.mu

Joanne Pollock im Netz:

joannepollock.com

joannepollock.bandcamp.com

www.facebook.com/joannepollockmusic

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Music Beitrag vom 16.06.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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