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AVIVA-BERLIN.de im August 2017 - Beitrag vom 17.06.2017

JEWISH MONKEYS - High Words
Sharon Adler

Ende April 2017 erschien das neue Album der ber├╝hmt-ber├╝chtigten Kultband mit den grandiosen satirischen Texten und den mitrei├čenden Beats. Die Alten Kacker, slicha, obercoolen Jungs sind: Assaf Pariente (Vocals), Jossi Reich (Vocals), Gael Zaidner (Vocals), Ran Bagno (Akkordeon), Omer Hershman (Gitarre), Moran Baron (Posaune), Yoli Baum (Bass) und Henry Vered (Schlagzeug).



Die ersten musikalischen Aktivit├Ąten unternahmen Bandgr├╝nder Roni Boiko und Jossi Reich in den 1970er Jahren in der gr├Â├čten Synagoge in Frankfurt am Main, der Westend-Synagoge. Als einzige der ehemals vier Frankfurter gro├čen Synagogen in hat die 1910 eingeweihte Synagoge an der Freiherr-vom-Stein-Stra├če, obwohl schwer besch├Ądigt, das Novemberpogrom 1938 und die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs ├╝berstanden. Dort - im Knabenchor - legten Roni und Jossi den Grundstein f├╝r ihre nunmehr mehrere Jahrzehnte andauernde Zusammenarbeit und Freundschaft. Seitdem hat sich das Duo von einst einen kometenhaften Aufstieg erspielt, der l├Ąngst ├╝ber die Kuppel der Synagoge hinaus wirkt. Ihre enthusiastische Fangemeinde findet sich in allen Teilen der Republik, und dar├╝berhinaus in Israel, wo die ehemaligen Chorknaben inzwischen leben.

Hier trafen sie mit Gael Zaidner auf einen ├Ąhnlich Verr├╝ckten. Mit Hilfe des renommierten Theater-, Ballett- und Filmmusikkomponisten Ran Bagno (Akkordeon, Keyboards) fassten sie ihre Ideen in Musik. Andere Musiker, u.a. von der Middle-Eastern-Surfband Boom Pam, halfen ein Album einzuspielen, das international von der Presse mit hymnischen Kritiken gefeiert wurde: Mania Regressia verr├Ąt schon im Titel, wohin die musikalische Reise der Band geht. Mit an Bord kam der Bassist und Betreiber des Tel Aviver Underground-Clubs Tahat, Yoli Baum, der dann eine Liveband aufbaute.

In der aktuellen Formation sitzt Henry "The Rose" Vered am Schlagzeug, der im Hardrock wie auch im Jazz zuhause ist. Gitarrist Omer Hershman, ein angesehener Produzent sowie Mitglied der Indieband Panic Ensemble, macht mit seiner Gitarre schon seit jeher rockige Zirkus- und Kabarettmusik. Ebenfalls f├╝r Power steht Posaunist Moran Baron, der wegen seiner Vielseitigkeit - von Jazz bis Funk ÔÇô auf den Alben der wichtigsten israelischen Rock- und Pop-Ensembles vertreten ist.


A wacky burlesque punky Rock band
Yiddish music meets the Marx Brothers



Die Jewish Monkeys sind Meister im Spiel mit Identit├Ąten, Ritter des Absurden, Musiker und Kom├Âdianten. Gerne brechen sie ethnisch-religi├Âse Tabus und holen zu satirischen Befreiungsschl├Ągen aus. Ihre neo-jiddische Klangfusion pendelt zwischen zirkushaftem Chanson und punkig-energetischem Pop, ihre Sprache zwischen Englisch und Jiddisch. Ihr Publikum bringen sie so gut wie immer zum Tanzen: ob syrische Fl├╝chtlinge im Dresdner ├ťbergangslager oder Anti-Pegida-Demonstrant_innen, ob in deutschen, d├Ąnischen, israelischen, tschechischen, franz├Âsischen oder East Londoner Clubs.

Sie machen keine Witze auf Kosten anderer, sondern sehen sich in einer Linie mit den gro├čen j├╝dischen Kom├Âdianten, die die hohe Kunst des sich selbst auf die Schippe Nehmens beherrschten. Sie erinnern an die Marx Brothers und deren Faible f├╝r absurd-aggressive Komik.

Auch im Deutschland der Weimarer Republik war j├╝dische Komik auf Schellackplatten oder im Kabarett popul├Ąr, darunter die Melodien des j├╝disch-russischen Komponisten Mischa Spoliansky, der mit seinen Songs f├╝r Anita Berber, mit Revuen und Revue-Operetten Star der Unterhaltungsbranche seiner Zeit war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung und Ermordung der j├╝dischen K├╝nstlerinnen und K├╝nstler nahm Mickey Katz ("The Most Mishige" und Vorbild von Entertainern wie Mel Brooks, Jerry Lewis, Woody Allen und sp├Ąter Jerry Seinfeld und Larry David) mit pr├Ągnantem Akzent und seinen ┬┤jinglishen┬┤ Schlagerparodien die Assimilierungsbestrebungen amerikanischer Juden aufs Korn.

"I wonder if I┬┤m human
Or if I┬┤m animal
I wonder if my funeral will be a carnival

I wonder why this chicken sandwich taste so fucking good
I wonder why we kill so many animals for food"


Die englischsprachigen Texte ihres Albums setzen sich mit Gier nach Erd├Âl, Klimaerw├Ąrmung, pr├╝gelnden V├Ątern oder obsessiver Reinlichkeitssucht auseinander. Die Jewish Monkeys besingen allzu m├Ąnnliche Frustrations-Phantasien im Angesicht eines spie├čigen Wochenend-Grillnachmittags im h├Ąuslichen Garten des langweiligen Vororts oder karikieren wie im allerersten Jewish Monkeys-Song "Hava Nagila vs. Banana Boat" den Streit zwischen Juden und Arabern um das eine, einzige Heilige Land.

Auf ihrem neuen Album sind mindestens zwei hitverd├Ąchtige St├╝cke zu finden, darunter der Song "Alte Kacker", der zynisch-trocken und mitleidlos-selbstbemitleidend auf die Beschwerlichkeit des Alterns anspielt und uns dabei, "Alte Kacker" skandierend wild herumh├╝pfen l├Ąsst. Der Song "High Words" ist eine w├╝tende Anklage, gerichtet an korrupte Politiker unserer Zeit.

Ihre jiddischen Lieder sind voller Chuzpe und Sozialkritik zugleich. Balkan-Klezmer-Rock-Punk vom Allerfeinsten. M├╝helos bewegen sich die JEWISH MONKEYS zwischen Stilen, Traditionen und Moderne.

"We are the Jewish Monkeys, we are anxious
We are the Jewish Monkeys, we are pretentious
We are Darwin┬┤s final delusion
We are the Jewish missing link of evolution"


Auf die Frage: Was soll das mit diesem nicht leicht zu verdauenden Band-Namen, der in einigen arabischen L├Ąndern gar als arges Schimpfwort im Umlauf ist? Da zucken die Monkeys nur mit den Achseln: "Wir Juden d├╝rfen das! Dass wir uns trauen, politisch unkorrekt zu sein und uns selber als Juden verarschen ist seit jeher unser ├ťberlebensrecht gewesen. Aber am Ende suchen wir das Gemeinsame und nicht das Trennende. Wir wollen Gr├Ąben einrei├čen und Br├╝cken bauen ÔÇô deshalb auch unsere gro├če Freude, f├╝r Menschen aus Syrien oder Afghanistan zu spielen."

AVIVA-Tipp: Kein Superlativ zu enthusiastisch, keine Lobhudelei auf das Album der JEWISH MONKEYS zu hoch. "High Words" ├╝bertrifft alle Erwartungen, macht Spa├č, und Lust auf die Revolution auf den jewish Dancefloors dieser Welt. Kadima, alte Kacker!

JEWISH MONKEYS
High Words

V├ľ: 28.04.2017
Label: Greedy for Best Music
Vertrieb CD und LP: Indigo
Vertrieb digital: Believe
Katalognummern: GBM 003
EAN CD: 4015698010671
Labelcode: 13406
Mit Collagen von Naomi Shalev

Die Band: Assaf Pariente: Vocals // Jossi Reich: Vocals // Gael Zaidner: Vocals // Ran Bagno: Akkordeon // Omer Hershman: Gitarre // Moran Baron: Posaune // Yoli Baum: Bass // Henry Vered: Schlagzeug

Tourdaten:

14.07.2017 D├╝sseldorf / Asphalt Festival
12.08.2017 HU-Budapest // Sziget Festival
19.08.2017 I-Ariano // Ariano Folkfestival
23.09.2017 Ottersberg // Kukuc
24.09.2017 Emsdetten // Stadtfest
02.10.2017 Reutlingen // Franz K
17.11.2017 M├╝nchen / J├╝dische Kulturtage

Videos, Sounds, Liedtexte, Presse, Ger├╝chte:

www.jewishmonkeys.com und www.facebook.com/JewishMonkeys


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Quelle: Greedy for Best Music

Music Beitrag vom 17.06.2017 Sharon Adler 

   




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