Melody Gardot - My One And Only Thrill - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

etage7
Aviva-Berlin > Music
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.04.2009

Melody Gardot - My One And Only Thrill
Adler, networking

Mit ihrem Nachfolgealbum übertrifft die entspannte Verführerin, intime Interpretin und kluge Komponistin mühelos die Erwartungen, die sie mit ihrem beachtlichen Debüt "Worrisome Heart" auslöste



Die Lorbeeren wurden großzügig verteilt, anlässlich Melody Gardots grandiosem Debütalbum "Worrisome Heart" im letzten Jahr. Wie auch in ihren faszinierenden Live-Shows zieht sie die ZuhörerInnen auf "My One And Only Thrill" mit jedem Ton immer weiter in ihren Bann. Mit einer Mischung aus brasilianischen Rhythmen, fingerschnippendem Blues und sinnlichen Balladen, scheint es, als würde sich das Album aus den Emotionen eines langen, schweren Lebens voller Liebe, Leid und Sehnsucht nähren - dabei ist die Frau dahinter erst Anfang zwanzig. Möglicherweise hat die neue, spürbare Reife mit dem enormen Tempo zu tun, mit dem Melody und ihre Band aufgrund des überwältigenden Erfolges von Gig zu Gig hetzen mussten. Fans in London, Berlin oder New York und überall dazwischen wollten diese unglaubliche Performerin unbedingt live sehen und hören.

"Wir waren neun Monate lang auf Tour, wobei ich mit Glück manchmal auch zwischendurch eine Woche lang an ein und demselben Ort war", erzählt Melody beim Sushi-Lunch. "Allerdings habe ich dort nicht wirklich entspannen können, weil ich ja die ganze Zeit am neuen Album gearbeitet habe. Es war anstrengend, aber auch faszinierend, weil es mir die Gelegenheit gab, inmitten dieser unterschiedlichen Arbeitsprozesse über den jeweils vorhergegangenen zu reflektieren, anstatt nur von einer Blitzentscheidung zur nächsten zu leben. Es war sehr interessant."

Die Aufnahmen zu "My One And Only Thrill" entstanden nicht etwa zwischen Hoteltür und Mikrophonangel, sondern wurden sorgfältig und exakt geplant.
"Als wir ins Studio gingen, waren alle Songs perfekt notiert und arrangiert, was mir wichtig war, um einen Sinn dafür zu bekommen, wie das Album letztendlich klingen soll. Vorher hat man eine Idee, arbeitet sie gemeinsam mit den Musikern aus und macht sich dann an das rhythmische Gerüst. Dann erst kann man entscheiden, welche Songs Streicher brauchen und welche ohne auskommen können. Es ist, als würde man alles auf die Essenz reduzieren um Raum für etwas anderes zu machen, als würde man es halbieren, damit das Orchester genug Platz bekommt."

Dieser Ansatz bedeutete natürlich, dass sich Melodys Band-Drummer Charles Staab, Bassist Ken Pendergast, Trompeter Patrick Hughes und Saxophonist Bryan Rogers - noch mehr zurückhalten mussten, als man es ohnehin schon von ihnen gewohnt ist. Dass das so reibungslos (und ohne Ego-Verletzungen) vonstatten ging, ist sicher auch den vielen gemeinsamen Tour-Terminen zu verdanken. "Ich habe meinen Musikern gleich von vornherein gesagt: ´Ich weiß, dass ihr wer-weiß-was spielen könntet, aber ich möchte eigentlich, dass ihr so gut wie gar nichts macht!´" erzählt Melody lachend. "Aber weil sie ja nun mal meine Band sind und sowieso immer wissen, was ich und meine Musik brauchen, war das überhaupt kein Problem. Diese Jungs haben lange genug mit mir zusammengespielt um genau zu wissen, was ich denke." Genau diese Zurückhaltung und spielerische Sparsamkeit, die die Musiker in den gemeinsamen Konzerten auszeichnet, finden sich jetzt auch auf den Aufnahmen.

Für Melodys neues Album spannen die einfühlsamen Orchesterarrangements von Vince Mendoza den Bogen von sanften, geschmeidigen brasilianischen Rhythmusgeflechten bis zu eleganten, spannungsvollen Orchesterdramen. Ein Highlight ist dabei "Our Love Is Easy", eine Ode an eine verbotene Liebe, in der Melodys Stimme, wie es im Text heißt, "wie Wasser über die Felsen eilt". Es ist wohl kein Zufall, dass das an Peggy Lee und Frank Sinatra zu "Only The Lonely"-Zeiten erinnert. "Wir haben in den Capitol-Studios aufgenommen und Vince scherzte einmal: Wenn du nicht bald anfängst, fröhlichere Lieder zu schreiben, wirst du nie Karriere machen!", erzählt Melody lachend.

"Natürlich war das ein Witz - schließlich waren wir umgeben von den Porträts von Frank Sinatra und Nat "King" Cole und Peggy Lee, die alle mit traurigen Liedern sehr glücklich geworden sind." Trotzdem entbehrte es nicht auch einer gewissen Ironie, weil die Stimmung von "Our Love Is Easy" eigentlich das Gefühl vermittelt, als wäre alles in wunderbarer Ordnung. Aber wenn man genau hinhört, erinnert das Arrangement anfangs beinahe an einen Trauermarsch. Das soll natürlich genau so sein, weil es in dem Song um den Verlust einer großen Liebe geht.

Das Titelstück ist eine eindringlichen Ballade, die im freien Raum zu schweben scheint, nur gehalten von Melodys zartem Klavierspiel und einer schimmernden "Fata Morgana" aus Geigen und Celli. Mittendrin nimmt das Orchester plötzlich einen dramatischen Umweg und windet sich spiralförmig himmelwärts, wie in den dramatischen Soundtracks, die Bernard Herrmann für Hitchcock verfasst hat. Auch die Träumerei "Deep Within The Corners Of My Mind" und der elegante Blues "Lover Undercover", inzwischen schon ein echter Publikumsliebling bei ihren Live-Auftritten, gewinnen durch die Streichereinheiten.

Ein immer wieder aufkommendes Motiv des Albums ist die brasilianische Musik, ein persönliches Steckenpferd von Melody Gardot. "Ich liebe die Bossa Nova-Jahre von Stan Getz, seine Aufnahmen mit Joao Gilberto, und natürlich Jobim und Caetano Veloso ... aus Brasilien kommt einfach so viel, so faszinierender Musik, die immer diese gewisse, sehr eigene Sentimentalität verbreitet. Die Musik ist sanft und gedämpft, aber ihre lyrischen Qualitäten sind wunderschön und poetisch."

Melodys Vorliebe für Brasilianisches kommt auch auf "If The Stars Were Mine" zum Ausdruck, einem einfachen Lied mit Gitarre und Percussion, zum Mitsummen und darin schwelgen. "Ich habe dieses Lied für das Kind geschrieben, das ich vielleicht irgendwann einmal haben werde oder auch nicht - auf jeden Fall werden da Kinder in meinem Leben sein und für die ist dieses Lied. Es ist ein einfaches, süßes, zärtliches Kinderlied. Und die letzten Zeilen machen mich jedes Mal fertig: "If the world was mine I´d paint it gold and green, I´d make the oceans orange for a brilliant colour scheme, I´d colour all the mountains make the sky forever blue, so the world would be a painting and I´d live inside with you". Ich habe es selbst geschrieben, aber ich finde es immer wieder verdammt süß!"

Melodys Kindheit verdanken wir die neue Version von "Somewhere Over The Rainbow", einem Klassiker, der noch nie so brasilianisch aufgenommen wurde. Die Großmutter, eine "gemischte Osteuropäerin, an der das meiste Polnisch war", passte auf die kleine Melody auf, wenn ihre allein erziehende Mutter bei der Arbeit war. "Sie war sehr herzlich, eine wirklich wunderbare Dame, und dem Anschein nach einer der wenigen Menschen in meiner Familie, dem ich ähnlich sehe. Gemeinsam mit ihr habe ich damals etwa eine Million Mal ´Der Zauberer von Oz´ gesehen. Viele Jahre später kam mir eine wunderschöne Akkordfolge in den Sinn, als ich einen neuen Song schreiben wollte - und auf einmal merkte ich, dass es dieses Lied schon gibt. Es war ´Somewhere Over The Rainbow´."

Auch diesen Song kombiniert Melody auf wunderbare Weise mit ihrer Leidenschaft für brasilianische Musik, mit ebenso erfrischendem wie überraschendem Resultat. Mendozas sonniges, reichhaltiges Arrangement fügt sich perfekt zu ihrem genüsslich entspannten Gesang.

Vor einem Jahr kreisten die Gespräche und Artikel über Melody Gardot noch zu oft um ihren Verkehrsunfall und darum, wie ihr die Musik zu einer therapeutischen Rettungsleine wurde, auch im Leben mit der Gehbehinderung, den Schmerzmitteln, der hypersensiblen Augen und dem Tinnitus.
Der beinahe tödliche Unfall, der die begabte Pianistin als Teenager ans Krankenbett fesselte und förmlich dazu zwang, sich all den Schmerz, die Sorgen und die Angst von der Seele zu schreiben und zu singen, rückt langsam in den Hintergrund.

AVIVA-Tipp: Sehnsüchtig hat die AVIVA-Berlin-Redaktion auf das Erscheinen dieses Albums gewartet und wurde nicht enttäuscht. Auch "My One And Only Thrill" wird nun für die nächsten Wochen täglich unsere Begleiterin sein.

Melody Gardot
My One And Only Thrill

Melody Gardot im Netz: www.melodygardot.de und www.myspace.com/melody und www.facebook.com/pages/Melody-Gardot
Label-Homepage: www.jazzecho.de
networking Media: www.networking-media.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:
Melody Gardot – Worrisome Heart

Music Beitrag vom 23.04.2009 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken