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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 23.09.2009

Mari Boine - Cuovgga Airras, Sterna Pardisea
AVIVA-Redaktion

Auf ihrem neunten Soloalbum ist es Mari Boine auf wunderbar leichtherzige Weise gelungen, für sie reichlich neue musikalische Horizonte abzustecken, ohne ihre Wurzeln dabei auf der Strecke zu lassen



Mari Boine, geboren 1956 in der Kleinstadt Gámehisnjárga in Nord-Norwegen, arbeitete vor ihrer Gesangskarriere als Lehrerin. Ihre Heimat, das Samenland, einst von norwegischen Christen kolonialisiert und unterdrückt, wurde für Boine ab Mitte der 1980er Jahre zur besonderen Inspiration, das kulturelle Erbe ihres Volkes lebendig zu erhalten und in der Welt bekannt zu machen. Dabei erwies sie sich aber nie als engstirnige Puristin. Ihre auf der traditionellen samischen Volksmusik aufbauenden Lieder, die sie nicht selten auch in dem für die Samen typischen gutturalen Joik-Obertongesang vortrug, verband sie stets auch mit ein paar Elementen zeitgenössischer Musik, wobei das Spektrum im Laufe ihrer 25jährigen Karriere von Pop und Rock über Jazz und Weltmusik bis hin zu elektronischer Musik reichte.

"Sterna Paradisea", das neueste Album der Samin, beginnt mit einer perfekten Überraschung. Denn zunächst wird der Boine-Fan wahrscheinlich glauben, er habe sich im CD-Regal vergriffen. Erst nach ein paar Takten und den elegischen Tönen der Trompete von Ole Jørn Myklebust vernimmt die HörerIn endlich Mari Boines Stimme und wird verblüfft feststellen, dass sie tatsächlich ein Album der Sängerin in den Händen hält. Noch nie zuvor klang die Sängerin so sanft, beschwingt und melodienselig wie auf "Sterna Paradisea".

Ihr erste, an Pop und Rock orientierte, Platte "Jaskatvuoða Manná" veröffentlichte Boine 1985 auf dem kleinen, unabhängigen Label Idut. Heute gilt Mari Boine als feste Größe in der Weltmusikszene und legte, nach längerer Auszeit, 2006 mit "Idjagiedas/In The Hand Of The Night" ein Album vor, auf dem erstmals auch moderne elektronische Instrumente zum Einsatz kamen. Im Frühjahr 2008 erschien dann unter dem Titel "It Ain´t Necessarily Evil" ein zweites Album mit Remixen von Mari-Boine-Originalen.

Der Aufbruch zu neuen musikalischen Ufern, der sich 2006 auf "Idjagiedas" schon andeutet, wird nun auf "Sterna Paradisea" konsequent vollzogen. Das Album präsentiert unter anderem einen spannenden Nord-Süd-Dialog. Mal ist die Samin im Duett mit der legendären südafrikanischen Sängerin Lathozi Mpahleni Manquin Madosini zu hören, um dann in einem anderen Song mit den ebenfalls aus Südafrika stammenden Abaqondisi Brothers, einem zwölfköpfigen A-Cappella-Ensemble, zusammen zu arbeiten.

Der Großteil der Songtexte stammt aus der Feder der beiden samischen Autorinnen Rawdna Carita Eira und Kerttu Maarit Kirsti Vuolab, die sich unter anderem der samischen Mythologie bedienen, um zeitgenössischen Themen zu kommentieren. In dem Stück "Soria Moria Pálassa" beispielsweise wird die Legende eines Märchenkönigtums benutzt, um die oberflächlichen Versprechungen von modernen PolitikerInnen und der Konsumgüterindustrie in Frage zu stellen.

AVIVA-Tipp: Marie Boines Musik verzaubert mit, für mitteleuropäische Ohren, fremden Klängen und mitreißenden Rythmen, welche die HörerIn nicht mehr loslassen werden. Ein wirklich innovatives und beeindruckendes Album ist der Sängerin mit "Sterna Paradisea" gelungen.

Mari Boine
Sterna Paradisea (Cuovgga Airras)

Label: Emarcy Records (Universal)
VÖ: September 2009
Weitere Infos finden Sie unter: www.mariboine.no

(Quelle: Agentur FILM-MUSIC-VIDEO)

Music Beitrag vom 23.09.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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