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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 05.01.2010

ER FRANCE - Pardon My French, Chéri
Claudia Amsler

Ein verrauchter Keller, der in rotes Licht getaucht ist, aus der staubigsten Ecke erklingt ein französisches Chanson, aber nur beinahe, denn die romantische Atmosphäre wird...



... jäh durch das Aufkreischen der Gitarren durchbrochen.

"Pardon My French, Chéri!" ist das dritte Album der aus Düsseldorf / Lyon stammenden Band ER FRANCE. Und der erste Schein bei diesem Silberling trügt nun wirklich, so will frau nach "Pardon", der ein Hauch von "Parisienne" versprüht, nicht nur zur Zigarette greifen, sondern auch zum roten Lippenstift und sich zurücklehnen. Nach diesen romantisierenden 50 Sekunden wird die Hörerin ohne jegliche Vorwarnung aus diesem Schwelgen herausgerissen - ein Weckruf durch eine Gitarre. Die Zigarette und der rote Lippenstift dürfen zwar bleiben, doch die Beine werden in Bewegung gebracht und das zu rotzigen Gitarrenklängen.

Doch nicht nur die Riffs sind rau, sondern auch die Stimme der Frontsängerin Isabelle. Mit ihrem Gesang wird ein Goldkehlchen assoziiert, das jedoch gern hier und da mit Whiskey balsamiert worden ist und bei diesem Gedanken ist frau auch schon bei dem Song "In the Cheapo Bar" gelandet. Mit "This Is Not A Test" steuert die vierköpfige Band geradewegs einen Ohrwurm an, der jedoch nicht popig wirkt. Zu sehr sind die Songs mit Rock´n´Roll Beats getränkt und tauchen hier und da in den Swinging-Sixties-Style ein.

Somit ist es ganz unmöglich die Klänge von ER FRANCE in eine Schublade zu stecken, denn die MusikerInnen bedienen sich verschiedenen Genres und lassen so nichts unberührt. Dies wird durch die Kombination von Französisch-Englisch-Deutschen Songtexten untermalt, so taucht die androgyne Frontsängerin vom schönsten Französisch in akzentfreies Englisch und schließlich noch in reines Hochdeutsch. Dennoch trägt nicht nur die Bilingualität zur Vielfältigkeit des Albums "Pardon My French, Chéri!" bei, sondern auch das abwechslungsreiche Zuspiel von Gitarre und Drums - einmal ein harmonisches Zusammensein und dann ein kriegerisches Gegenspiel.

Je mehr die Platte dem Ende zuspielt, desto mehr nimmt ER FRANCE Garage-Punk-Elemente auf, die Gitarren können kaum mehr Pausen einlegen - ein musikalisches Aufglühen. Doch dann läutet "Danse avec moi" beinahe ein neues Musikzeitalter ein - sanft haucht die Sängerin der Hörerin ungewohnte ruhige Klänge ins Ohr, die elektronische Gitarre klingt wie ihre hölzerne Schwester und das Schlagzeug liebkost nahezu ihre Drums, doch bevor es schleppend wirken könnte, greift Isabelle in die hohen Stimmlagen und bringt so die ruhigen Klänge erneut in Fahrt.

"Pardon My French, Chéri!" ist jedoch nicht eine bloße Ansammlung von universellen Klängen, denn mit dem Song "Sing Song Girl" macht die Band der Hörerin klar, dass sie nichts von dem neuen "cleanen" Kunst Hype hält - "I am so creative, I am an artist, Ah faithful in art, ah ah ah" - mit diesen ironisierenden Zeilen will ER FRANCE sich als eine authentische Band statuieren. So zeigen die Aufnahmen einen großen Live-Charakter. Diese lockere, luftige Stimmung ist für das Album entscheidend und hebt sich so von anderen Produktionen ab, welche diese Lebendigkeit durch sterile Aufnahmen auslöschen. Die Dynamik von ER FRANCE gefällt jedoch nicht nur frau, sondern auch dem Filmemacher Fathi Akin, und daher spielten die MusikerInnen von ER FRANCE den Filmsoundtrack zu "Soul Kitchen" ein. So erübrigt sich wohl auch die Antwort auf die Frage von "Sing Song Girl" "Was hältst du denn, was hältst du denn von mir".

ER FRANCE im Netz: www.erfrance.de

AVIVA-Tipp ER FRANCE zeigt mit "Pardon My French, Chéri!" wie vielfältig ein Album sein kann und sein darf. Die Band verschreibt sich keinem Musikstil und zigeunert so in verschiedenen Genres herum, ohne jedoch heimatlos zu wirken - die MusikerInnen demonstrieren jedoch nicht nur, wie frau drei Sprachen vereinen kann, sondern wie "feminine" hohe Klänge mit "maskulinen" Tiefen in einer Person - in einer Band - vereint werden können und zeigt so allen herumwütenden Pauschalisierungen rotzfrech den lackierten Mittelfinger.

ER FRANCE
Pardon My French, Chéri!

Label: lolila (LC 09513), VÖ: 22. Januar 2010

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

The Raveners - Ravenous

Saint Lu - Saint Lu

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Soul Kitchen - Ein Film von Fatih Akin



Music Beitrag vom 05.01.2010 Claudia Amsler 

   




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