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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 04.03.2010

Amit Erez - Last night when I tried to sleep I felt the ocean with my fingertips
Nadja Grintzewitsch

Schwebende Gitarrenklänge und anspruchsvolle Folklyrik sind die Hauptmerkmale seiner Musik. Die aktuelle Platte versieht Altbewährtes mit neuen Klangfarben wie Klavier, Streichern und Keyboards...



...und ist das erste Konzeptalbum des sympathischen Tel Aviver Sängers.

In Israel ist Amit Erez längst bekannt, als Solokünstler und auch als Gitarrist der Indie-Rock-Band Eatliz. Hierzulande gilt er immer noch als Geheimtipp für alle LiebhaberInnen der Singer-Songwriter-Sparte - und das, obwohl er mit "Last night when I tried to sleep I felt the ocean with my fingertips" weltweit sein fünftes Album auf den Markt bringt, in Deutschland immerhin bereits das zweite.
Aus nicht weniger als 14 Worten bestehend, ist der Titel der Scheibe zwar der unbestrittene Albtraum einer jeden Suchmaschine – aber er passt. Erez´ Musik klingt wie ein Tag unter wolkenverhangenem Himmel, ein Spaziergang im Regen - oder wie eine Nacht am Meer.

In Insiderkreisen wird Amit Erez als eine Art melancholischer Jack Johnson beschrieben. In dieser Hinsicht birgt das neue Album kaum Überraschungen. Wie auf der vorangehenden Platte Summer Conquered By Rain wurden einige Stücke leicht rockig in größerer Besetzung arrangiert, die deutlich den musikalischen Einfluss seiner Band erkennen lassen. Der durchgehende Tenor bleibt jedoch Erez´ unverkennbare Stimme in Verbindung mit Gitarrenspiel in vollendeter Perfektion.

Gleich das erste Stück des Longplayers zeugt von dieser Erfolgsmischung. In "Pretty things" fällt er schwanenartig ins Falsett, zaubert ein formvollendetes Picking auf die Gitarre und singt: "Clouded in white / We shine in the night / And all earthly things / Are below us". Zeilen, die in Verbindung mit einem knisternden Kaminfeuer und einem Glas Rotwein unter Garantie besser wirken als jede Verjüngungskur.

Lied Nummer Sechs, "Coming Down", überzeugt durch eine elysische Streicherbegleitung, zarte Violinenhöhenflüge in Kombination mit einem dunkleren Timbre, letzteres eingespielt von Cellistin Yael Shapira, mit der Amit Erez für den Shortplayer "Paper Cuts" fünf seiner Stücke für Cello und Gitarre neu arrangierte und aufnahm.

Das wässrige Element ist auf der Platte mit dem langen Namen allgegenwärtig, sei es in den Texten oder im instrumentalen Aufbau der Stücke. Die Songs tragen Titel wie "The water received" oder "Whales danced for me", die Melodien beginnen meist leise plätschernd und bauen sich auf, rauschen in Wellen heran, um wieder abzuschwellen und erneut durch den Gehörgang zu brausen.

Bestes Beispiel hierfür ist das vorletzte und gleichnamige Stück der CD, welches ruhig beginnt, seicht dahin tröpfelt, durch Pianountermalung zu einem kleinen Bach und schließlich mit dem Einsatz mehrerer Instrumente zu einem reißenden Strom wird. Die Stimme des Sängers, künstlich verzerrt, beschwört zusammen mit elektrischen Gitarren, tosenden Streichern und einem peitschendem Schlagzeug vor dem geistigen Auge der Hörerin/des Hörers quasi das Bild eines tobenden Leviathans in der Brandung. Passend dazu sind auch die für Erez´ ungewöhnlich düsteren Zeilen: "It takes so fucking long for anything to happen / I could have died and started over again / The choking throat seems to enjoy the way you strangle / As the colors fade away". Das abrupte Ende des Siebenminüters tut dieser makaber-apokalyptischen Vision keinen Abbruch, im Gegenteil.

Gut, dass die Platte mit "Paper Cuts" doch noch einen ruhigen Ausklang in gewohnter Folkmanier findet. Das längste Stück der CD ist wieder ganz Amit Erez, ein lyrischer Text mit ruhiger Gitarrenbegleitung, untermalt von Streichern. Es endet, wie es angefangen hat und hinterlässt einen leicht melancholischen, brausepulverartigen Nachgeschmack auf der Zunge.

AVIVA-Tipp: Man merkt, dass die zehn Songs in Hinblick auf Abfolge und Komposition genauestens aufeinander abgestimmt wurden und ein übergeordnetes Thema verfolgen. Dies wirkt jedoch in keinster Weise angestrengt oder konstruiert, sondern eher gut durchdacht. "Last night when I tried to sleep I felt the ocean with my fingertips" ist genau das richtige für ein entspannendes Schaumbad nach einem harten Arbeitstag. Es würde auch nicht verwundern, wenn das bei der Konzeption des Albums gleich mit eingeplant worden wäre.

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Amit Erez - Summer Conquered By Rain

Eatliz - Violently Delicate

Amit Erez
Last night when I tried to sleep I felt the ocean with my fingertips

Anova Records, VÖ Februar 2010


Music Beitrag vom 04.03.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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