Ana Moura - Leva-me aos Fados - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

etage7
Aviva-Berlin > Music
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 26.03.2010

Ana Moura - Leva-me aos Fados
Nadja Grintzewitsch

Mit ihrem inzwischen vierten Album hat die portugiesische Fadista in ihrem Heimatland bereits Platinstatus erreicht, über 20.000 Alben gingen dort über die Ladentische. Auch dieses Mal setzte sie...



...auf ihre Erfolgsmischung: klassische Arrangements in Verbindung mit ihrer dunklen, sehnsuchtsvoll-seufzenden Altstimme.

Es gibt Worte, die kommen nur in bestimmten Sprachen vor und gelten als unübersetzbar. Beispiele hierfür sind das bekannte deutsche Wort "Torschlusspanik" - die Angst, ein bestimmtes Ziel aus Altersgründen möglicherweise nicht mehr zu erreichen - oder das jiddische "Shlimazl". Letzteres steht für eine Person, die chronisches Pech hat.

In der portugiesischen Sprache kennt frau/man das Wort "Saudade", welches sich mit Ausdrücken wie "Weltschmerz" oder "Sehnsucht" nur unzureichend beschreiben lässt. Von "Saudade" handeln jedoch die Lieder der Stilrichtung Fado, welche ähnlich dem amerikanischen Blues oder dem argentinischen Tango in den urbanen Armenvierteln erfunden wurde und inzwischen salonfähig geworden ist.

Fado wird traditionell auf der "Guitarra Portuguesa" begleitet, einem birnenförmigen Zupfinstrument, auf dem sechs Doppelsaiten angeordnet sind. Dadurch klingt die Begleitung besonders voll und virtuos. Meist kommt noch eine Bassgitarre hinzu, die einen ordnenden Rhythmus vorgibt, sehr selten weitere Instrumente. Die begleitenden Musiker sind ausschließlich männlich, in den Kompositionen herrschen Molltöne vor.

Von diesem Konzept weicht Ana Moura auf ihrem neuen Album kaum ab – aber das muss sie auch nicht, denn allein ihre Stimme hat hohen Wiedererkennungswert. Mal wehmütig und melancholisch hauchend, mal mit einer frischen Leichtigkeit erzählt sie von tiefem Gefühlskummer und schwelgt in vergangener Liebesfreud. Dazwischen immer wieder die zwölfseitige portugiesische Gitarre, deren Stahlseiten einerseits die melancholische Grundstimmung wie nebenbei auflockern, auf der anderen Seite einen metallischen Gegenpart zu den luftig-beschwingten Lyrics bilden. Gitarrist Custódio Castelo brilliert auf diesem Instrument, kommuniziert, flirtet und streitet mit der Sängerin: Es ist ein ständiger, ganz aus dem Leben gegriffener Dialog zwischen "Guitarra Portuguesa" und Moura´s Altstimme, dem frau/man gerne zuhört.

Wie bei den vorangegangenen drei Platten ließ sich Moura auch diesmal von Jorge Fernando produzieren, einem der erfahrensten portugiesischen Fado-KomponistInnen und MusikerInnen überhaupt. Er war es auch, der die meisten der Stücke auf dem neuen Album komponierte. Für die Fadista erfand er klassische Arrangements, in denen ihr Gesang und die erzählten Geschichten im Vordergrund standen.

Nur mit dem letzten Lied der CD, "Nao é um fado normal", zu Deutsch passenderweise "Dies ist kein richtiger Fado", erlaubt sich Moura einen winzigen Ausbruch aus dem traditionellen Schema. Neben den klassischen Gitarren mischen sich andere Klangfarben wie Holzblasinstrumente, Streicher und gar ein ganzer Männerchor in das Stück.

AVIVA-Tipp: Frau/Man muss der portugiesischen Sprache nicht mächtig sein, um diese Musik zu verstehen, denn sie geht nicht nur ins Ohr, sondern direkt ins Herz. Ana Moura meinte einst hierzu: "Fado ist so besonders, weil er vor allem von Emotionen und Gefühlen handelt. Dafür braucht es keine Übersetzung." Mit rudimentären Spanisch- oder Lateinkenntnissen und der Nase im Booklet gelingt es einer/m dennoch einigermaßen, den Versen zu folgen.


Weiterhören auf AVIVA-Berlin

Ana Moura – Para Além da Saudade

Mariza – Terra

A Tribute to Amália Rodrigues

Sara Tavares – Alive in Lisboa


Ana Moura
Leva-me aos Fados

Label: Universal Music, VÖ März 2010

Music Beitrag vom 26.03.2010 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken