Robyn - Body Talk Pt. 1 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

etage7
Aviva-Berlin > Music AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 17.06.2010

Robyn - Body Talk Pt. 1
Lisa Erdmann

Die Königin der Metamorphose ist zurück, um all den farblosen Pop-Prinzessinen den Kampf anzusagen. Mit einem Hofstaat aus Elektro-Punks, Fembots und Dancehall Queens läutet Robyn den ersten Teil...



... ihrer Albumtrilogie "Body Talk" ein und erobert prompt sämtliche Klanggebiete.

Robin Miriam Carlsson ist der lebende Beweis dafür, dass Skandinavierinnen ein Gen für musikalisches Gespür haben müssen. Die Schwedin hat nämlich, im Gegensatz zu vielen anderen Solokünstlerinnen, das Talent, sich einerseits immer wieder neu zu erfinden und sich andererseits musikalisch treu zu bleiben. Diesen Spagat zwischen kreativem Wandel und konstantem Widerkennungswert scheint Robyn mit Leichtigkeit zu vollziehen - und das ist auch auf ihrem neuesten Album unüberhörbar.

Die ersten musikalischen Schritte der 1979 in Stockholm geborenen Klangexpertin waren weniger überzeugend: im Altern von 16 Jahren veröffentlichte sie bei einem Major-Label ihr Debütalbum, welches zum Leid der Künstlerin im Mainstream-Meer unterging. Seit 2005 macht Robyn jedoch, unterstützt von Punkband-Mitglied Klas Ahlund, mit ihrem eigenen Label endlich auch ihren ganz eigenen Sound. Dass sich dieser als akustischer Hochgenuss entpuppte, bewies im selben Jahr ihr erstes selbst produziertes Album "Robyn". Der Longplayer schoss zielstrebig auf Platz Eins der schwedischen Hitlisten und wurde in ihrem Heimatland mit Platin, in England mit Gold ausgezeichnet. In Deutschland kam "Robyn" erst zwei Jahre später, 2007, in die Plattenläden.

Nun, fünf Jahre später, versorgt die 31-Jährige ihre Fans endlich mit Klang-Nachschub. Warum die Musikerin in Zeiten von Download-Piraterie und Itunes-Shop dennoch auf physische Alben setzt und sich gar die Produktion einer ganzen Album-Trilogie vorgenommen hat, kann frau nur mutmaßen. Freuen kann sie sich jedoch umso mehr - spätestens nach dem ersten Hören von "Body Talk Pt. 1" - auf den Rest des Jahres 2010, welches neben allerlei Chartgedudel endlich auch wieder jede Menge guter Musik bereit zu halten scheint.

Eröffnet wird das Kurzalbum, welches mit acht Titeln irgendwo zwischen EP und LP liegt, mit einem angriffslustigen Minimaltitel in Robyn-Manier. "Don`t Fucking Tell Me What To Do" heißt der synthetische Elektropop-Song, der mit anheizenden Bässen im Dubstep-Bereich anläuft. Unabhängiger und freier denn je spricht sich die Sängerin in diesem clubtauglichen Opener den Frust von der Seele und erzählt der Hörerin ungeniert, welche alltäglichen Laster sie quälen: "My TV is kiling me, My drinking is killing me, My smoking is killing me" - und noch etliches mehr macht der Künstlerin zu schaffen.

Der zweite Titel ist zugleich das Album-Highlight. Hier leiht die Skandinavierin den Fembots, einer Fusion aus Frau und Roboter, ihre wunderbare Stimme - "In fact i´m a very scientifically advanced hot mama" - und rappt mit burschikosem Charme über die emotionalen Bedürfnisse der künstlichen Geschöpfe. Auch der von dem aus Philadelphia stammenden Club-DJ "Diplo" unterstütze Titel "Dancehall Queen" hat es in sich: eine digitalisierte Reggae-Pop-Nummer, die zugleich als halbsatirische Hommage an den europäischen Chart-Rave und Rap der 90er Jahre und dessen Acts wie Dr Alban, Leila K und Neneh Cherry daherkommt. "Dancing Queen" ist der ideale Song, um tanzfreudigen Hörerinnen zukünftig die lauen Sommernächte bis zum Morgengrauen zu verlängern. Robyns somnambule Version des schwedischen Volksliedes "Jag Vet En Delig Rosa (zu Deutsch: "Ich kenne eine liebliche Rose") kann mit infantiler Anmut, Retro-Mikrophon und zartem Glockenspiel punkten und rundet das Minialbum gelungen ab.

Robyn im Netz: www.robyn.com

AVIVA-Tipp: Trotz der geringeren Titelanzahl ist "Body Talk Pt. 1" ein durchgängig facettenreicher Trilogieauftakt, welcher der Hörerin gewissermaßen als Konzeptalbum ins Ohr geht. Von feinstem Elektrosound über bassreiche Dancehallklänge und akustischen Balladen bis hin zu nostalgischen Volksliedern - bei der geneigten Hörerin bleibt kein Klangwunsch offen, mehr noch, der fast-Longplayer hält sogar noch einige wohltuende Überraschungen bereit.


Robyn
Body Talk Pt. 1

Label: Konichiwa Records / Ministry of Sound Germany, VÖ: Juni 2010


Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Robyn - Robyn

Lady Sovereign - Public Warning

Cibelle - Las Vênus Resort Palace Hotel

Kelis - Flesh Tone


Music Beitrag vom 17.06.2010 Lisa Erdmann 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken