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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 17.02.2011

Cesária Évora - Cesária & ...
Kristina Auer

Am 27. August 2011 wird die berühmteste Sängerin Kap Verdes 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass wird Cesária Évora von ihrer Plattenfirma mit einer Compilation geehrt, die all ihre Begegnungen mit...



...anderen KünstlerInnen und die daraus entstandenen Duett-Aufnahmen Revue passieren lässt.

Cesária Évora wird oft "die barfüßige Diva" genannt, weil sie traditionell ohne Schuhe und Strümpfe auftritt. Ihre Lebensgeschichte ist überwältigend: Im Jahr 1941 in Mindelo auf den Kapverden geboren, sang sie ihr Leben lang in den Bars ihrer Heimatstadt, die sie nie verließ. Sie lebte zurückgezogen in ihrem Haus zusammen mit ihren zwei Kindern und ihrer Mutter. Nach einigen Affären hatte sie sich für ein Leben als Single entschieden, weil sie nicht ständig einen Mann unter ihrem Dach haben wollte: "Ich kenne viele Frauen, die ihr Schicksal nicht in den Griff bekommen und wo die Männer das Sagen haben. Darum habe ich das Übel bei der Wurzel gepackt."

Nachdem ihr im Jahr 1985 eine kapverdische Frauenorganisation zu einer ersten Auslands-Reise nach Lissabon verholfen hatte, ging sie zwei Jahre später mit dem Sänger Bana auf Tournee nach New Jersey. Auf dem Rückweg machte Évora abermals Station in Lissabon, wo sie schließlich von dem in Frankreich lebenden Produzenten José Da Silva entdeckt wurde, der sie nach Paris einlud. Mit 47 Jahren erhielt Cesária Évora ihren ersten Plattenvertrag und wurde wenig später zunächst in Frankreich und später weltweit zum Star. Mittlerweile hat sie zwölf Studioalben veröffentlicht und zahlreiche Preise, unter anderem den Preis der deutschen Schallplattenkritik und den Grammy, gewonnen.

Cesária Évoras musikalisches Genre sind die traditionell kapverdischen "Mornas", das sind Lieder in Moll und langsamem Tempo, als deren Königin Évora gilt und die sie meist in kapverdischem Kreol singt. Die Texte dieser schwermütigen Mornas handeln von Heimweh, Sehnsucht und verlorener Liebe. Hintergrund der melancholischen Verse ist dabei immer die Geschichte Kap Verdes, die von Sklaverei, Isolation und Emigration geprägt ist. "Morna'', sagt Cesária, "ist unsere Religion und Therapie, nur sie kann unsere Leiden lindern und unsere Schwierigkeiten vergessen lassen: unsere Traurigkeit ist erlöst."

Durch die Kolonialherrschaft Portugals über die Inselgruppe westlich des afrikanischen Kontinents haben sich die Musikkulturen Kapverdes, Portugals und nicht zuletzt Brasiliens gegenseitig beeinflusst. Da Kap Verde einstmals einen wichtigen Handelsstützpunkt darstellte, machten viele Schiffe in den Häfen der Inselgruppe Station. Dies führte zu einem kulturellen Austausch, der sich auch in den Ähnlichkeiten zeigt, die die kapverdischen Mornas mit dem portugiesischen Fado, aber auch der brasilianischen und kubanischen Musik aufweisen.

Diese musikalischen Bezüge lassen sich an "Cesária &..." durch die Duette mit unterschiedlichsten KünstlerInnen unverkennbar ablesen, so auch an "Lagrimas Negras", das in Zusammenarbeit mit dem inzwischen verstorbenen Compay Segundo (Buena Vista Social Club) entstand oder dem Titel "Negue", den Évora gemeinsam mit dem kubanischen Jazzpianisten Chucho Valdes aufnahm. Die Verwurzelung in der brasilianischen Musikkultur kommt wiederum durch die Duettaufnahmen mit Marisa Monte ("É Doce Morrer No Mar") und Caetano Veloso ("Regresso") zum Tragen.
Da sich Cesária Évora in erster Linie als afrikanische Künstlerin sieht, finden sich auf dem Album viele Duette mit MusikerInnen aus Afrika, wie Ismaël Lô aus dem Senegal und Salif Keita aus Mali. Außerdem hat Évora für das heitere "Quelo Casinha" mit der Italo-Pop-Ikone Adriano Celentano zusammengearbeitet.

AVIVA-Tipp: Durch 19 Lieder mit MusikerInnen aus 14 Ländern ist "Cesária &..." eine eindrucksvolle Dokumentation des Lebenswerkes der Ausnahmekünstlerin Cesária Èvora. Aus jedem ihrer Lieder sprechen dabei zugleich Lebensfreude und Weltschmerz, Sehnsucht und Erlösung. Die Gefühle und Themen, von denen Èvora singt, sind so wahr und so tiefgründig, dass sie von allen HörerInnen verstanden werden, auch ohne ihre Sprache verstehen zu können. Es ist schlichtweg unmöglich, von ihrer Musik nicht berührt zu werden.

Cesária Évora
Cesária &...

Label: Lusafrica/RCA/Sony Music, VÖ 18.02.2011

Weitere Infos finden Sie unter:

www.cesaria-evora.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Cesária Évora und Lura

(Quellen: Lusafrica, Tropical Music)

Music Beitrag vom 17.02.2011 Kristina Auer 

   




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