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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.11.2008

Rokia Traore - Tchamantche
Karolin Korthase

Mal einfühlsam, mal fordernd, zart dahingehaucht und raumeinnehmend – die Stimme der aus Mali stammenden Sängerin ist vielseitig und auf ihrem neuen Album das wichtigste Instrument.



Rokia Traoré passt in keine Schublade. Obwohl sie fast alle Lieder auf ihrem neuen Album in Bambara singt, eine der Landessprachen Malis, und die traditionell afrikanischen Musikelemente unüberhörbar sind, sträubt sich alles in ihrer Musik gegen eine rigide Einordnung in die Ecke der sogenannten Weltmusik. So ist auf dem Album beispielsweise eine Gretsch-Gitarre zu hören - viele der Rockabillie-Größen benutzten sie und hauchten ihrer Musik damit die besondere Bluesnote ein. Zugunsten der Gretsch-Gitarre verzichtete Traorè auf typisch afrikanische Instrumente, wie das Balafon (eine Art Xylophon). Als einziges heimatliches Instrument auf dem Album erklingt die N`Goni (eine gitarrenähnliche Art der Laute), die speziell dem Stück "Kounandi" einen sehnsuchtsvollen und zugleich verspielten Ton verleiht.

Das besonders Reizvolle an "Tchamantché" ist die Leichtigkeit, mit der Traoré ihren afrikanischen Background mit Einflüssen verschiedenster Kulturen vermischt. Ein Konzept oder eine Philosophie gibt es dabei nicht. Die Künstlerin selbst betont, dass sie nicht wisse, welches Genre sie bediene. Der Spaß am Musikmachen sei das Wichtigste. Und das spiegelt sich sowohl in den Texten als auch in den Melodien ihrer Tracks wieder. Traurige Liebeslieder, wie "Aimer", eines der zwei französischen Stücke der Platte, finden sich neben verspielten Reflexionen über das Nichtstun ("Zen") und sozialkritischen Anklängen ("Tounka", "Dounia"). Gerade bei Letzteren wird klar, dass sie sich, obwohl als Diplomatentochter in vielen unterschiedlichen Regionen der Welt aufgewachsen, vor allem als afrikanische Liedermacherin begreift, die auf soziale Missstände, aber auch auf die Schönheit des Kontinents aufmerksam machen will.

"Tchamantché" ist das bisher vierte Album der Musikerin. Nach den Erfolgen der Platten "Mouneissa" (1998), "Wanita" (2000) und "Bowmboi" (2003), gilt sie inzwischen als eine der vielversprechendsten Künstlerinnen Afrikas. Den Durchbruch erlangte sie mithilfe der Förderung durch den malischen Musiker Ali Farka Touré ("Bluesman of Africa") im Jahre 1997: Mit nur 24 Jahren erhielt sie den "Prix Découvertes" in Frankreich. Es folgten weitere Auszeichnungen, unter anderem 2003 der "World Music Award" der BBC für das Album "Bownboi".
Rokia Traoré besticht als eine äußerst wandelbare und innovative Musikerin, wie sie zuletzt auf "Tchamantché" bewiesen hat, die nicht in festgefahrenen Genrekategorien agiert, sondern es immer wieder schafft, etwas Neues zu kreieren.

Anspieltipps: Ein besonderes Highlight der Platte ist der auf Französisch gesungene Song "Zen". Verspielt, leicht, kokettierend, mehr gehaucht, als gesungen und unterstützt von nur wenigen Klangelementen, unter anderem der minimalistischen Human Beat Box von Sly Johnson, hat "Zen" ein interessante, eigenwillige Rhythmik und einen großartigen Text. Bei dem berührenden Stück "Kounandi" steht die Schönheit ihrer Muttersprache Bambara im Vordergrund, die von Traoré so einfühlsam vorgetragen und auch ohne die sparsamen musikalische Begleitung der N`Goni in den Ohren nachklingt. Als Hidden Track verbirgt sich eine Coverversion von Billie Holidays "The man I love" (geschrieben von George und Ira Gershwin), in der Traoré die Klangwelten ihrer Stimme eindrucksvoll unter Beweis stellt.

MySpace

Weiterhören: Rokia Traoré im Netz: www.rokiatraore.nethref="http://aviva-berlin.de/aviva/content_Music.php?id=7765" target="_blank">Susheela Raman und Simphiwe Dana

AVIVA-Tipp: Spielerisch nimmt Rokia Traoré die ZuhörerInnen mit auf eine Reise, die beim traditionellen Afrikasound beginnt, über europäische Rockelemente führt und einen Abstecher in amerikanische Blueslandschaften macht. Ein absoluter Hörgenuss.

Rokia Traoré
Tchamantché

Label: Out Here (Indigo), VÖ November 2008

Music Beitrag vom 27.11.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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