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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.01.2009

Anke Helfrich - Stormproof
Silvy Pommerenke

Die gebürtige Deutsche zählt zu den wenigen Jazzpianistinnen des ansonsten sehr männlich besetzten Musikgenres. Nun präsentiert sie ihr drittes Album als Leaderin und verspricht ...



... experimentelle bis swingende Klänge.

Anke Helfrichs Biografie liest sich ebenso so spannend wie abenteuerlich: geboren 1966 im beschaulichen Horb am Neckar, wuchs sie in Windhoek (Namibia) und Weinheim auf und studierte schließlich in Deutschland, den Niederlanden und in den USA. 1993 hat sie das Anke Helfrich Trio ins Leben gerufen, und 1999 produzierte sie ihre erste CD als Leaderin. Seitdem wurde sie vielfach mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem gewann sie 1996 mit ihrem Trio die "European Jazz Competition" und 2003 den Jazzaward der Stadt Worms, außerdem hat sie eine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim inne.

Die 42-Jährige wird häufig mit Thelonious Monk verglichen, weswegen sie nicht selten als "blonder Monk" betitelt wird, was unter anderem an ihrer "etwas kantigen Art der Klavierbearbeitung" liegt. Allerdings sieht die Pianistin ihre Wurzeln eher bei ihrem großen musikalischen Vorbild, dem US-Amerikaner Les McCann. Ihm hat sie denn auch mit "Swiss Movement" einen Song auf ihrer CD gewidmet, der starke Bezüge zu den siebziger Jahren aufweist und sehr lässig und melodisch daher kommt. Etwas experimenteller geht es auf dem Titelsong "Stormproof" zu, bei dem sie in die Tasten der Fender Rhodes greift und sich von Nils Wogram auf der Posaune begleiten lässt, wie auf vier weiteren Stücken des Albums. Einen anderen Song, "Little Giant", hat sie Johnny Griffin gewidmet, dem der Ruf als schnellster Saxophonist der Welt vorausging, und der leider im letzten Jahr verstarb. Dementsprechend dramatisch und bedächtig ist dieser Song angelegt, und Anke Helfrich präsentiert sich hier von einer sehr sentimentalen Seite. Ebenso ruhig und romantisch greift sie bei "Circles" in die Klaviertasten, während es sehr stürmisch und unkonventionell auf "After The Rain" zugeht, wobei die Ruhe und das Rauschen nach dem Sturm hier sehr eindrucksvoll musikalisch umgesetzt ist. Für ihren Sound sind des Weiteren Henning Sieverts am Bass und am Cello und Dejan Terzic an den Drums maßgeblich verantwortlich.

Anke Helfrich im Netz: www.anke-helfrich.de und auf MySpace

Weiterhören: Myriam Alter und Ulrike Haage

AVIVA-Tipp: Anke Helfrich ist als Pianistin aus dem Modern Jazz nicht mehr wegzudenken. Mit ihrem dritten Album als Leaderin unterstreicht sie ihren manchmal etwas kantigen Anschlag, ihre swingende Kreativität und nicht zuletzt ihr Händchen für intelligente Kompositionen.

Anke Helfrich
Stormproof

Label: Enja Records, Januar 2009

Music Beitrag vom 23.01.2009 Silvy Pommerenke 

   




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