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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 17.04.2009

The Do - A Mouthful
Silvy Pommerenke

Independent trifft auf Jazz, Finnland auf Frankreich, Frau auf Mann. Das Debutalbum des ungleichen Duos besticht durch ausgefeilte und ungewöhnliche Kompositionen, die sich ...



... nicht sofort erschließen. Der Vergleich mit den Sugarcubes kommt sofort in den Kopf, denn auch Björk hatte früher mit ihrer Band die HörerIn manches Mal herausgefordert.

Das kosmopolitische Duo, bestehend aus Olivia Merilathi und Dan Levy, hält genau die Balance zwischen schrägen Tönen und eingängigen Melodien, zwischen großer Orchestrierung und unplugged-Gefühl, zwischen schnellen Nummern und Balladen. Von allem bieten sie etwas, ohne dabei beliebig zu klingen. Ganz im Gegenteil, denn hintergründig ziehen sich die Streicher durch dieses ungewöhnliche Album, die mit Sicherheit dem französischen Jazz- und Filmkomponisten Levy zuzuschreiben sein dürften. Ein wunderbares konzeptionelles Debutalbum, das große Ansprüche and die HörerInnen stellt und gleichzeitig alle Erwartungen erfüllt.

Anspieltipps: Vor allem die erste Singleauskopplung "On my shoulders" entpuppt sich als absoluter Ohrwurm, der in bester Indie-Manier mit schrammelnden Gitarren und einer melancholischen Leadsängerin aufwartet, wenngleich die Streicher eher ungewöhnlich erscheinen. Ein absolut cooler Song! Richtig melodramatisch und in Form einer klassischen Ballade lassen es die beiden MusikerInnen auf "Song For Lovers" sehr ruhig zugehen und mit akustischer Gitarre und den Streichern wird die gehörige Portion Romantik hineingebracht. Sehr komplex ist "Stay (Just A Little Bit More)" geraten, das mit einer Ukulele aufwartet, einen schmalzigen Hintergrundchor einbaut und letztendlich extrem fröhlich rüberkommt. Doris Day lässt grüßen. Mit finnisch-kubanischen Rhythmen besticht "Unissassi Laulelet" und dann bauen die beiden auch noch Balkanrhythmen gepaart mit Hip-Hop-Einlagen auf "Queen Dot Kong" ein. Nichts scheint das länderübergreifende Duo auszulassen, in allen Musikgenres sind sie scheinbar zuhause, ohne, dass sie unentschieden klingen. Genau dieser Schmelztiegel aus unterschiedlichsten Stilen macht dieses Album zu einem kleinen Hörabenteuer.

The Dø im Netz: www.thedo.info und auf MySpace

Weiterhören: Yeah Yeah Yeahs und Rupa & The April Fishes

AVIVA-Tipp: Das bizarre Duo The Dø hat etwas scheinbar Unmögliches vollbracht, nämlich die Paarung von Jazz und Independent, von Pop und Rock, von Folk und Chanson mit einem Spritzer Elektro und Klassik. Die melancholische, manchmal auch etwas schrille Stimme der finnischen Sängerin Olivia Merilathi erinnert dabei bisweilen an Cerys Matthews von Catatonia oder auch an Björk. Ein individuelles und überzeugendes Album, in jeder Hinsicht!

The Dø
A Mouthful

Label: Ministry of Sounds Recordings / edel, VÖ April 2009

Music Beitrag vom 17.04.2009 Silvy Pommerenke 

   




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