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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 13.11.2008

Lila Downs - Shake Away
Tatjana Zilg

Die Meisterin der schrägen Töne und der schweißtreibenden Rhythmen beglückt alle im Salsa-Takt schlagenden Herzen mit einem prall gefüllten, kunterbunten Studioalbum, ...



... mit dem sie zugleich ihre Premiere beim Major Label EMI Manhattan gibt.

Würden ihre Songs eine physische Gestalt annehmen, um zu diesem freudigen Anlass über den roten Teppich zu huschen, so wäre dies sicherlich ein äußerst lebhaftes und farbenprächtiges Spektakel, das eine Menge Publikum anziehen und die einzigartige Ausgelassenheit und Tanzfreude Mexikos ins regennasse, herbstliche Berlin holen würde. Zum Glück lässt sich die Signora des öfteren auf Berliner Konzertbühnen blicken, so dass das Hauptstadtpublikum ausreichend Gelegenheit erhält, den Wahrheitsgehalt des intuitiven Traumes in der Wirklichkeit zu überprüfen.

Als Tatorte für "Shake Away" wählte sie Studios in New York und Mexiko City und konfrontierte New Yorker Jazz-Ambiente mit dem übersprudelnden Charme mexikanischen Musik-Kulturguts. Natürlich zitiert sie wie gewohnt noch etliche Referenzen mehr herbei. Da weht mal ein frischer Country-Wind durch die Songs, dann öffnet fideler Klezmer die Herzen noch ein bisschen weiter, als es die Sonne Mexikos ohnehin schon tat. Blasinstrumente spielen eine große Rolle auf fast allen Songs von "Shake Away" und lassen kaum eine Ruhepause, jeder Moment ist gefüllt von funkensprühender Spannung, bereichert durch eine Unmenge origineller Raffinessen.

Unter die spanischsprachigen Songs drängeln sich diesmal welche, die in Englisch gesungen werden, so der Country-Swing "Minimum Wage" und das mysteriös schöne "Black Magic Woman". In dem Fleetwood Mac Cover treffen afrikanische Tribal Rhythmen auf jazzige Lässigkeit und begeben sich, geführt von einer soulgewaltigen Stimme, auf eine Entdeckungsreise zu archaischen femininen Energien, vergessen aber nicht, dabei einen Abstecher in jahrmarktähnliche Fröhlichkeit zu machen.
Mittelpunkt bleiben die spanischsprachigen Songs, in denen burleskes Kabarett mit Straßen-Moritaten und surrealer Comic-Kunst verschmelzen. Besonders empfehlenswert für ein erstes Hineinhören ist das Klezmer inspirierte "Perro Negro", das Djembe-berstende "Ojo de Culebra" und die Geflügel-Polka "Los Pollos".

So turbulent und talentiert wie ihre Musik erklingt, so gestaltet Lila Downs auch ihr Leben. Vor vierzig Jahren wurde sie im September im bergigen Oaxaca geboren. Ihre Eltern stellten ihr die künstlerische Muse mit an die Wiege: Sie ist die Tochter der mixtekischen Sängerin Anita Sanchez und des schottisch-amerikanischen Kunstprofessors Allen Downs. Als Kind unternimmt Lila erste gesangliche Gehversuche mit einigen Mariachi-Bands und als ihre Eltern sich trennen, beginnt sie zwischen Oaxaca, Kalifornien und Minnesota zu pendeln bis sie an der Universität von Minnesota ein Studium in klassischen Gesang und Anthropologie aufnimmt. Aber sie ist keineswegs eine brave Studentin. Sie setzt schon mal ein Semester aus, um ihrer damaligen Lieblingsband Grateful Dead hinterher zu reisen und "on the road" selbstgemachten Schmuck zu verkaufen. Zudem wird es ihr immer wichtiger, ihren indigenen Wurzeln nachzuspüren. Nach dem Studium wird sie eine Zeitlang wieder in Oaxaca sesshaft. Im Land ihrer mütterlichen Ahnen hat sie schließlich eine wegweisende Begegnung: Sie lernt den Exilamerikaner Paul Cohen kennen, einen Jazzmusiker und ehemaligen Zirkusclown, mit dem sie bis heute eine private und künstlerische Liaison eingeht. Nach und nach versammeln sie MusikerInnen aus Kanada, Latein- und Mittelamerika um sich, wodurch sich ihre Band La Misteriosa allmählich zu einem multikulturellen Ensemble exzellenter MultiinstrumentalistInnen formt.

Trotz ihrer extrovertierten Explosivität ist sie keine Musikerin, die einen Schnellschuss nach dem anderen von sich gibt. "Shake Away" ist ihr sechstes Studioalbum. In manchen Punkten bildet es einen Gegenpol zum vorangegangenen "La cantina - Entre Copa y Copa", denn während die Freude an mexikanischen Folk-Weisen 2006 teils sehr ungebändigt ihre Musik durchdrang, wirkt "Shake Away" durchdachter und die Allianzen der unterschiedlichen Stile wurden stark verfeinert, so dass der Hörgenuss nicht durch skurrile Eskapaden geschmälert wird. Allen, die ihre künstlerischen Talente visuell erleben möchten, sei zusätzlich die DVD "Lila Downs – Loteria Cantada" empfohlen.

Weiterhören: Rupa Marya

Lila Downs im Netz: www.liladowns.com/liladaSite/inicio.htm

AVIVA-Tipp: Es scheint, als habe der Esprit einiger weltberühmter Frauenpersönlichkeiten Einzug in die Seele Lila Down´s gehalten. Bunt und geheimnisvoll wie ein Gemälde von Frida Kahlo kommen ihre Songs daher und bilden die tragfähige Bühne für eine Stimme, die an Aretha Franklin erinnert und die raumgreifende Energie des Soul ebenso beherrscht wie die Tiefe des Blues, die Zartheit einer Ballade und die rebellische Kraft des Rock.

Lila Downs
Shake Away

Label: Blue Note, Emi, VÖ Oktober 2008


Music Beitrag vom 13.11.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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