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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 10.01.2009

Mavis Staples - Live. Hope At The Hideout
Tatjana Zilg

Sechs Monate vor dem Wahlsieg Obamas konnte sich eine kleine Gruppe von Menschen glücklich schätzen, rechtzeitig eine Karte für das Hideout in Chigaco erstanden zu haben. Denn am 23. Juli 2008 ...



... gab hier eine Legende der jüngeren amerikanischen Musikgeschichte ein fulminantes Konzert.

Der Club, der von den LeserInnen des Chigaco Reader´s zum "Best Rock Venue" und "Best Dance Party" der Stadt gewählt wurde, konnte nur einen kleinen Teil der riesigen Fangemeinde von Mavis Staples einlassen. Dennoch entschied sie sich, in diesem Rahmen ein Konzert zu geben, das live aufgezeichnet werden sollte. Die Nähe zum Publikum war ihr extrem wichtig, um ihre Songs zur vollen Kraft erblühen zu lassen.

"I definitely wanted to do something in my hometown. I love playing at Symphony Hall, Millennium Park, Ravinia and places like that but for the live recording, I wanted to do something that was really intimate. I wanted to be able to feel the closeness of the crowd, see the smiling faces up close, you know, feel the spirit, and The Hideout is a perfect place for that", erzählt sie im Blog des Time Out Chigaco.

Mittlerweile 69 Jahre alt, blickt Mavis Staples auf ein bewegtes, erlebnis- und erfolgreiches Leben zurück. Zwei Faktoren bestimmten ihren Weg: Das musikalische Erbe ihrer Familie und die Rassendiskriminierung in den USA. Ihr Vater war ein begabter Gospel-Sänger und tourte mit seinen Kindern als Staples Singers durch das Land. Gemeinsam engagierten sie sich im Civil Rights Movement und forderten ihre ZuhörerInnenschaft auf, mutig für ihre Rechte einzutreten und Widerstand gegen jegliche Form der Diskriminierung zu leisten.

Ein funkensprühendes Soul-Feuer entfacht Widerstandsgeist und Lebensfreude

Auch in ihrer Solokarriere, zu der sie gegen Ende der Sechziger durchstartete, setzt sie mit ihren Songs deutliche Zeichen gegen Ungerechtigkeit.
Im Jahr 2007 gewann sie zudem Ry Cooder als Produzenten für ihr Studioalbum "We´ll Never Turn Back".
Zwischen den Zeilen der Setlist des Konzertes im Hideout liest Scott Smith in seiner Live Review für den Time Out Chigaco einen direkten Bezug auf den Kriegszustand Amerikas während der Bush-Ära, obwohl die Soul-Ikone selbst dies nicht offen aussprach. Dennoch ist der Gedanke nachvollziehbar. Der erste Song, mit dem Mavis nach Betreten der Bühne ihre Stimme den Raum ergreifen lässt, trägt den viel sagenden Titel "For What It´s Worth". In der anschließenden Begrüßung des Publikums zeigt sich, dass es ihr nicht darum geht, zu belehren oder zu bekehren. Freude, Glücksgefühle, wechselseitige Inspiration und positive Vibrationen wünscht sie denen bis dicht an die Bühne stehenden Fans und lässt das energiegeladene "Eyes On The Prize" erklingen.

Ihre Stimme bewegt sich in einem atemberaubend grandiosen Timbre, hat kein Stück von der Kraft verloren, die sie zur Weltberühmtheit werden ließ. Tief in die Poren dringt der rebellische Geist und die Zuversicht, dass Veränderung möglich ist. Um dies zu erreichen, braucht sie keinen künstlichen Bombast. Ihr Line-Up besteht lediglich aus einer dreiköpfigen Band und einem Backup-Gesangs-Trio. Ihre eigenen Songs und unzählige Perlen aus dem American Songbook kommen so zur vollen Geltung und beweisen ihre Unvergänglichkeit - darunter das mit einer biographischen Erzählung ergänzte "Down In Mississippi" und "Will The Circle Be Broken", der allererste Song, den sie gemeinsam mit ihrem Vater erlernte.

Mavis Staples im Netz: www.mavisstaples.com

Weiterhören: Sisters und Natalie Cole

AVIVA-Tipp: Die unbändige Kraft und die natürliche Herzlichkeit, die das intime Konzert von Mavis Staples prägten, wurde perfekt für das Live-Album "Live: Hope At The Hideout" eingefangen.

Mavis Staples
Live: Hope At The Hideout

Label: Anti/SPV, erschienen November 2008


Music Beitrag vom 10.01.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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