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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 22.02.2009

Marissa Nadler - Little Hells
Tatjana Zilg

Die Songwriterin aus Boston zelebriert die Traurigkeit bestechend schön wie keine andere. Oft geht der seidenzarte Gesang ins Hauchen, Seufzen, Summen, Zittern über, ergreift kurz darauf wieder ...



... mit einer erstaunlichen bittersüßen Kraft den Raum und umweht gespenstisch alle Sinne.

Wäre sie eine Märchenfigur, könnte sie eine Schneekönigin sein, keine mit kaltem Herz, vielmehr eine unnahbare und doch die Seelen verzaubernde, eine, die statt mit Glassplittern an sich zu binden mit tiefen Gefühlen Tränen in die Augen treibt.
Ihre filigranen Melodien unterlegen Texte mit melodramatischen Themen: Es geht um gebrochene Herzen, den Tod, oder die enormen Lasten, die manche Menschen tragen müssen. Einige ihrer Songs werden zu Cowboy- und Seefahrerweisen oder bewegenden Chansons.

Sie ist aber nicht nur eine Meisterin im Songwriting über die dunklen Seiten des Lebens, sondern auch ein Ausnahmetalent an der Gitarre. Im Mittelpunkt ihrer Kompositionen steht oft ihre grandiose Fahey-eske Fingerpicking-Technik, mit der sie den früheren Blues-MusikerInnen Tribut zollt, und die Basho-Gitarrenmotive, die sie mit ihrer 12-saitigen Gitarre erzeugt. Diese integriert sie in einem modernen Sound, für den sie bei "Little Hells" Chris Coady (der schon mit Cat Power, TV On The Radio, Grizzly Bear, Yeah Yeah Yeahs, Blonde Redhead zusammenarbeitete) als Produzenten ins Studio bat. Simone Pace von Blonde Redhead sorgte für Drums und Percussion, Myles Baer von Black Hole Infinity für ergänzende elektrische und akustische Gitarre, Bass, Theremin und Wurlitzer, Farmer Dave Scher von Rilo Kiley für Orgel, Klavier, Lapsteel und Synthesizer.

Ihre Musik wirkt wie ein Klanggemälde, eine Zeitreise unternehmend in die surrealistische Epoche, dann weiter schweifend zu den großen Natur-Realisten, ankommend bei den geheimnisvollen Welten Hieronymus Boschs und wieder zurück preschend in die Gegenwart der Konzept-Kunst. Tatsächlich widmet sie sich nicht nur der Musik. Mit der Entwicklung ihres Songwriting-Talents begann sie, als sie schon seit einiger Zeit an der Rhode Island School Of Design eingeschrieben war. Ihre visuellen Kunstwerke berühren auf ebenso eindringliche Weise wie ihre Songs. Ein Blick in ihr Portfolio auf ihrer Website lohnt sich auf jeden Fall.

Trotz ihres anspruchsvollen Studiums ist "Little Hells" bereits ihr viertes Album. Daneben hat sie auf einigen Compilations exzellente und eigenwillige Coverversionen veröffentlicht, die in Amerika Kultstatus haben – darunter finden sich Titel wie "Famous Blue Raincoat" (Leonard Cohen), "I´m On Fire" (Bruce Springsteen) und "Surprises" (Radiohead).

Die zehn Songs von "Little Hells" umschließen mit festem Griff alle einsamen Herzen und verführen zur Hingabe an die tiefen Gefühle, die sie aus den verborgenen Nischen der Seele hervorlocken, teils schmerzlich, teils hoffnungsvoll und immer träumerisch visionär: Das Intro "Heart Paper Lover" widmet sich der Zerbrechlichkeit von Liebesbeziehungen und beschreibt die Gefahr des Verlustes mit poetisch anmutigen Zeilen. "Mary Come Alive" gehört aufgrund der turbulenten Percussion zu den lebhaftesten Stücken des Albums und fordert die Stimme Marissa Nadlers auf, sich etwas erdiger zu zeigen als bei den anderen Songs, wo sie sich vor allem schwebend leicht zeigt. Immer schwingt eine hohe Vulnerabilität aus den Songs heraus, die aber zugleich die große Kraft einer charismatischen Persönlichkeit ausstrahlt, die sich traut, Seiten von sich offen zu legen, die viele mit erzwungener Mühe verdrängen. So ist der zehnte Song "Mistress" ein wunderbares Abschiedslied an die Trauer und erlaubt den HörerInnen, aus der auditiven Seelenreise mit Zuversicht in ihren Alltag zurückzukehren.

Marissa Nadler im Netz:www.marissanadler.com und auf Myspace

Im Interview mit AVIVA-Berlin: Marissa Nadler

Weiterhören: Jolie Holland und Rilo Kiley

AVIVA-Tipp: "Little Hells" ist eine Ode an die Traurigkeit, aber auch an die Leidenschaft, die Sehnsucht und das Begehren. Musik zum sich in die Ecke kuscheln und allein für sich hören – bei Liebeskummer viel besser als Schokolade, denn sie hilft, die eigenen inneren Reichtümer in sich zu entdecken und mit der Melancholie einen heilsamen Pakt zu schließen.


Marissa Nadler
Little Hells

Label: Kemado Records, Rough Trade, VÖ Februar 2009


Music Beitrag vom 22.02.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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