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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 02.03.2009

Sophie Hunger - Mondays Ghost
Tatjana Zilg

In der Schweiz gilt sie als das neue Wunderkind der länderinternen Songwriting-Kunst. Ihr Debut "Sketches On Sea" erschien vor zwei Jahren noch in Eigenregie und zog die Gunst des Publikums ...



... mit zurückhaltendem Charme auf sich. Nach und nach wurden ganz ohne eine aufdringliche Promo-Kampagne Tausende von Exemplaren verkauft. Das wird ihrem Zweitling nicht passieren. In der Schweiz katapultierte er sich gleich auf den ersten Rang der Popalbum-Charts und überholte damit gestandene Acts wie Bushido, die Söhne Mannheims und Metallica.

Dass ihre Songs eine wohltuende Erholung für an lauten Mainstream gewohnte Ohren sind, wird keineR bestreiten, der in "Monday´s Ghost" hineinlauscht. Sie bieten eine Menge an neuen Impulsen und nehmen die Aufmerksamkeit anstelle von harten Rhythmen durch großartige Intensität und ungewöhnliche Sound-Ideen ein. Das sprach sich schnell auch außerhalb des Alpenstaates herum. Ein Kritiker der renommierten französischen Tageszeitung Libération schrieb bereits vor einiger Zeit, dass Sophie Hunger "nicht lange das bestgehütete Geheimnis der Schweiz bleiben wird". Mittlerweile steht fest, dass der Nachfolger ihres hausgemachten Debuts von Universal vertrieben und die 26jährige zur Europatour erwartet wird.

Bühnenerfahrung hat sie schon eine Menge. In den kleinen Clubs von Zürich konnten ihre eindringlichen Song-Kunstwerke hautnah erlebt werden. Einige namhaften KollegInnen wie der Jazz-Trompeter Erik Truffaz, die Industrial-Band The Young Gods und der Rock-Chansonnier Stephan Eicher luden sie zudem ein, die Bühne mit ihnen zu teilen. Für das EuroSonic 2008-Festival machte sie sich auf den Weg in Richtung Norden bis ins niederländische Groningen und stahl dort vielen anderen Talenten die Schau.

Dies zeigt auch, dass sich ihre Musik in vielen Revieren blicken lassen kann: Posaune und Piano unterstützen eine jazzige Atmosphäre, die große Ausdruckskraft ihres Gesangs bewegt sich in Richtung Soul, beweist sich aber auch im folkig angehauchten Songwriterinnen-Timbre und die Melodien beziehen oft spielerische Pop-Elemente mit ein.

Sich auf verschiedenste Eindrücke einzulassen und sie zu etwas ganz eigenem miteinander zu verschmelzen, war möglicherweise das, was sie aus ihrer Kindheit für ihre spätere Musikkarriere mitnahm. Sie wuchs als Diplomaten-Tochter auf und zog mit ihrer Familie durch sehr gegensätzliche Länder. Geboren 1983 in Bern, lebte sie anschließend zeitweise in London, Teheran und Bonn. Mit der Musik kam sie weniger in Berührung. Zwar schnupperte sie als Neunjährige in die Welt des Klavierspiels hinein, begeisterte sich aber vorerst nicht dafür und verliebte sich erst als 19jährige in den kreativen Umgang mit Ton und Wort. Zunächst war sie Teil der Indie-Rock-Band Fisher, die aber kein großes Interesse auf sich ziehen konnte. Für Sophie stellten sich erste spürbare Resonanzen ein, als sie vier Jahre später begann, eigene Songs zu schreiben. Mit der Veröffentlichung ihres Debuts gewann sie drei wichtige Mentoren für sich: Den Radiomoderator Gérard Sutter, den Manager der Young Gods, Patrick David und Christian Fighera, Betreiber des Labels Gentlemen Records. Gemeinsam mit ihnen erweiterte sich ihr Aktionsradius und die Weichen für den Durchbruch mit ihrem zweiten Album "Monday´s Ghost" waren gestellt.

Somit muss sie sich auch verstärkt mit den wissbegierigen Medien auseinandersetzen, wobei sie sich bei Interviews oft scheu zeigt und Wert auf prägnante Aussagen legt. Die Frage, welche Erlebnisse sie zu ihren Songs inspirieren, findet sie so zu knapp gefasst. Ihre Songs sind nicht nur Reflektionen von zuvor Geschehenen. Es geht ihr darum, durch die Songs besondere Momente entstehen zu lassen, in denen die HörerInnen ihre eigenen Erfahrungen wiederfinden und auch neue Inspirationen entdecken können.

Mit "Monday´s Ghost" ist ihr ein nuancenreiches Kaleidoskop an Song-Variationen gelungen, das etliche Spannungspunkte und emotionale Blickwinkel bietet. Sehr angenehm sind dabei die Wechsel zwischen balladesken und mehrschichtig angelegten, experimentellen Songs. So folgt dem ungestümen "The Tourist" mit rockig voranpreschendem Schlagwerk und ebensolchen rockigen Gesang, der sich bis ins leidenschaftliche Jubilieren steigert, das sanfte "Birth-Day", bei dem die bittersüßen Qualitäten ihrer Stimme, unterlegt von eingängigen Akustik-Gitarren-Akkorden und sehnsüchtigem Mundharmonikaspiel, zur Geltung kommen.
Auch wenn ihr der impressionistische Ansatz wichtig ist, der sich auf die Unmittelbarkeit des Augenblicks beim Musikmachen bezieht, geht sie zugleich mit offenen Augen durch die reale Welt und greift in ihren Songs Dinge auf, die sie stören und beunruhigen. Sehr deutlich ist sie beispielsweise mit ihrer Aussage in "The Boat Is Full", wo sie die Haltung einiger ihrer Landsmänner und -frauen karikiert, die der Ansicht sind, dass die Aufnahmekapazität für MigrantInnen ihr Limit erreicht hätte. Wie wichtig grenzüberschreitende Einflüsse sind, beweist sie mit "House Of Gods", das mit afrikanischen Referenzen eine beeindruckende mystische Atmosphäre schafft. Auch das titelgebende "Monday´s Ghost" berührt auf gespenstische Art, gehört aber zu den eher ruhigeren Stücken, bei denen sich ihre Stimme ganz in den Mittelpunkt stellt und ihr hohes Spektrum an gesanglichen Qualitäten darlegt: Am Anfang zart und sanft, wandelt sie sich gegen Ende in rock-kabarettistischer Manier, unterstützt von skurriler Posaune und sensiblen Piano, in wütende Ausbrüche.

Weiterhören: Camille und Amanda Palmer

Sophie Hunger im Netz: www.sophiehunger.com und auf Myspace

AVIVA-Tipp: Ein ausgesprochenes vielseitiges Talent schickt die Schweiz auf dem Weg ins internationale Musikgeschäft. Sophie Hunger beherrscht das innere Feld an Ausdrucksmöglichkeiten perfekt und setzt es auf eine faszinierende Weise nach Außen um. Leise und laute Töne, ekstatische und nachdenkliche Stimmungen, und alles was dazwischen liegt, lassen sich in ihren Kompositionen entdecken und ziehen in den Bann ihrer Stimmakrobatik, die an mancher Stelle angenehm schön an ihre französische Kollegin Camille erinnert.
Neben der Vorbereitung zum Start als professionelle Songwriterin unter dem Dach von Universal entwarf die junge Frau mit dem erstaunlichen Nachnamen auch die Filmmusik für die Tragikomödie "Der Freund" von Micha Lewinsky, in der sie zudem als Schauspielerin zu sehen ist.

Sophie Hunger
Monday´s Ghost

Label: Universal, VÖ Februar 2009





Music Beitrag vom 02.03.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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